Exkursion an den Bodensee

Die Fachgruppe Wandmalerei unternahm im Juni eine mehrtägige Fachexkursion an den Bodensee. Dort trafen die Teilnehmer auf einige hochkarätige Wandmalereien. Über  Massentourismus, richtungsweisende Konservierungs- und Restaurierungskonzepte, gemalte Drachen, aber auch spontane Weinproben berichten Jan Raue, Katia Mühlbach dos Santos und Sven Taubert. Zudem fassen sie die Inhalte des letzten fachgruppengespräches zu kommenden Aktivitäten zusammen.

Die diesjährige Exkursion der Wandmalerei-Restauratoren an den Bodensee  vom 31.5. bis 2.6.2013 führte 32 Teilnehmer bei erhofften frühsommerlichen Temperaturen mit strahlendem Himmel in eine atemberaubende Landschaft zu hochkarätigen Wandmalereien. Nur das Wetter ließ alle im Stich, von der Organisation und den Objekten wurden die Teilnehmer aber keinesfalls enttäuscht. Bei tagelangem Dauerregen folgte ein Wandmalerei-Highlight dem nächsten, unter bester Betreuung durch Dörthe Jakobs (Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg) und Helmut F. Reichwald (ehem. ABK Stuttgart), sowie Robert Lung (Restaurator auf der Reichenau).
 
Auf der Klosterinsel Reichenau, UNESCO-Weltkulturerbe, wurden in Mittelzell das Münster St. Maria und Markus, in Niederzell St. Peter und Paul und in Oberzell St. Georg besichtigt. An diesen Werken schrieb man in den 1980er Jahren Restaurierungsgeschichte. Derzeitige Problematiken, die durch den Massentourismus entstanden, wurden ebenso thematisiert. 

Aktuelle Projekte im Schloss Salem wurden vorgestellt, wie z.B  die ehemalige Zisterzienserkirche, die Innenhof-Fassaden, der Kaisersaal und der Betsaal. Das Restaurierungskonzept der Fassaden im Innenhof hat richtungsweisenden Charakter. Der Nutzer bzw. Eigentümer wurde davon überzeugt, den bis dahin unberührten Malerei- und Putzbestand unter Ausschluss rekonstruktiver Malerei-Ergänzungen zu konservieren.

Eine weitere Besonderheit war die Betrachtung eines gemalten Drachens von 1539, der sich in einem Restaurant in Überlingen befindet. In Goldbach wurden die bedeutenden frühmittelalterlichen Wandmalereien in der Sylvesterkapelle besichtigt und die Maßnahmen vergangener Restaurierungen erläutert. Am letzten Tag standen das Konstanzer Münster, die Dreifaltigkeitskirche und weitere Profanbauten mit den jeweiligen Restaurierungskampagnen auf dem Programm.
 
Bei einer spontan organisierten Weinprobe und gemütlichem Beisammensein in den Gaststätten gab es viele Möglichkeiten für gute Gespräche zwischen den Kolleginnen und Kollegen. Den Organisatoren sei gedankt für eine fachlich kompetente und sehr herzliche Rundumbetreuung. Die Fahrt nach 'Konschtanz' zu den 'reschtaurierten' Wandmalereien hat sich gelohnt!
Weitere Informationen sind im ausführlichen Exkursionsbericht mit Literaturhinweisen zu finden.

Exkursionsbericht