Kulturgüter dekontaminieren

An der Europa Universität Viadrina läuft seit Mai 2013 ein Projekt zum transnationalen Wissensaustausch für die Gestaltung einer zukunftsorientierten Arbeitspolitik. Dieses befasst sich speziell mit den Folgen des Einsatzes von Bioziden an Artefakten von großem künstlerischen und geschichtlichen Zeugniswert.

Kulturgüterdekontamination steht im Mittelpunkt eines aktuellen Projektes an der Europa-Universität Viadrina

 

Die ehemals eingebrachten Schädlingsbekämpfungsmittel hinterlassen einerseits Schäden an Materialien und Objekten und erschweren andererseits massiv den persönlichen Umgang mit solcherart belastetem Kunst- und Kulturgut.

Mit Bewahrung, Schutz und Pflege von möglicherweise biozidbelasteten Kunst- und Kulturgütern haben unterschiedliche Akteure zu tun. Die Spannweite reicht hierbei von privaten und institutionellen Eigentümern, über Aufsichtsbehörden bis hin zu den ausführenden kleinen und mittelständischen Unternehmen (abgekürzt als KMU benannt). Dabei fehlt den Betroffenen oft das erforderliche Fachwissen hinsichtlich der Kontamination und Dekontamination von biozidbelasteten Kunstschätzen.

Kostengünstige Diagnostik und verständliche Handlungsanleitungen zur tatsächlichen Einschätzung des Problems sind bislang defizitär. Somit wird es zunehmend wichtiger, die betreffenden Berufsgruppen in der Problematik der Dekontamination weiter zu qualifizieren und durch den Wissenstransfer deren Konkurrenzfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft zu steigern. Ziel des Projektes ist die Erarbeitung eines weiterbildenden Curriculums. In dessen Rahmen sollen innovative Verfahren und neueste Technologien zur Dekontamination von biozidbelasteten Kulturgütern vermittelt werden.


Das Projekt
"KMU und Wissenschaft im Dialog"

Kulturgüterdekontamination
basiert auf dem Wissens- und Erfahrungsaustausch mit nationalen und internationalen Institutionen und Expertenzentren. Von großer Bedeutung sind die regionalen Partner wie u.a. das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege, der Verband Restaurator im Handwerk, die Handwerkskammer sowie der Verband der Restauratoren. International werden das Institut für Denkmalkunde, Konservierung und Restaurierung der Nikolaus-Kopernikus-Universität Thorn (Polen) sowie der Fachbereich für Konservierung und Restaurierung der Hochschule der Künste Bern (Schweiz) beratend mit einbezogen.

Das Projekt, das im Juni 2014 seinen Abschluss finden wird, wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des brandenburgischen Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie (MASF) gefördert.

Projektleitung:
- Prof. Dr.-Ing. Paul Zalewski, Professur für Denkmalkunde an derundefined Europa Universität Viadrina

- Dipl. Rest (FH) Helene Tello, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Denkmalkunde der Europa Universität Viadrina

In Projektpartnerschaft mit der KOWA (Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt an der Europa-Universität Viadrina)

Kontakt:
Dipl.-Rest. (FH) Helene Tello
Tello(at)europa-uni.de

Europa-Universität Viadrina
Professur für Denkmalkunde
Große Scharrnstraße 59
D-15230 Frankfurt (Oder)


Abbildungsnachweis:

Abb. 1: Injektion von HSM in eine mittelalterliche Holzskulptur (aus: Riederer 1977, Kunst und Chemie, Abb. Nachweis auf S. 47, Fa. Degesch, Frankfurt/M.)

Abb. 2: Restauratorin bei der Trockenreinigung. Foto: Petra Kress