Nachruf auf Margret Pohl

Völlig unerwartet und für uns alle unfassbar, ist Margret Pohl am 11. Januar 2014 im Alter von nur 57 Jahren von uns gegangen. Mit ihr verliert nicht nur das Ägyptische Museum und Papyrussammlung Berlin eine beliebte Mitarbeiterin sondern auch die gesamte Restauratorenwelt eine geschätzte Kollegin.

  

Margret Pohl

Nach ihrer zweijährigen Ausbildung zur Gießereimodellbauerin begann Margret Pohl am 1. September 1974 in der Skulpturensammlung unter ihrem Vater Hans Puckelwartz, dem Leiter der Zentralen Restaurierungswerkstatt, ihre Karriere zunächst als Hilfsrestauratorin, nach Abschluß ihrer Fachausbildung als Diplomrestauratorin und setzte damit in dritter Generation diese Familientradition fort. Zusätzlich erweiterte sie ihr Wissensspektrum unter anderem mit einer Ausbildung zur Vergolderin. In den 1980er Jahren hatte sie die erste Begegnung mit ägyptischen Objekten, die mit ihrem Fazit „Nie wieder Ägypten!“ endete. Dieser ersten Bilanz zum Trotz wechselte sie 1991 zum Ägyptischen Museum und Papyrussammlung, wo ihr die organischen Objekte dieser Sammlung aufgrund der vielfältigen Herausforderungen sehr ans Herz wuchsen. Doch die Liebe zur mittelalterlichen Skulptur und gefassten Objekten hat sie nie verloren.

Mit Herz und Seele war Margret Restauratorin und nahm ihren Beruf sehr ernst, so dass sie sich auch unter schwierigen Bedingungen immer für den optimalen Erhalt der ihr anvertrauten Objekte unermüdlich eingesetzt hat. Für Margret Pohl war die Arbeit als Restaurator nicht nur ein Beruf, es war eine Berufung für sie.

In den vergangenen für das ÄMP sehr ereignisreichen Jahren mit zwei Umzügen der Dauerausstellung, den diversen Ausstellungsprojekten (z.B. KulturGut erhalten) und den Depotauszügen aus dem PMU hat sie nicht nur ihren eigenen Arbeitsbereich engagiert ausgefüllt, sondern auch übergreifende Aufgabenfelder sehr tatkräftig übernommen. Dabei war sie eine verlässliche, kompetente, jederzeit hilfsbereite und kollegiale Ansprechpartnerin. Stets suchte sie die Kommunikation und wollte ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen und weitergeben.

Mit ihrem offenen Wesen stellte sie sich allen Problemen und suchte nach konstruktiven Lösungen. Auch wenn sie sehr eindringlich ihre Ziele vertrat, war sie immer überzeugenden Argumenten gegenüber aufgeschlossen und stellte sich jeder nutzbringenden Diskussion.

Sie hatte eine besondere Begabung bei der Betreuung und Förderung von jungen Restauratorinnen und Restauratoren, von denen sie viele – wie ihre drei Kinder – mit ihrer herzlichen aber auch energischen Art zu erfolgreichen Abschlüssen geführt hat. 

Aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit – sie hätte in diesem Jahr ihr 40jähriges Dienstjubiläum bei den SMB gefeiert – war sie unter uns Restauratoren gut bekannt und eine beliebte und zuverlässige Vermittlerin bei übergreifenden Projekten.

Ihr Tod stellt daher einen großen Verlust dar.

Wir vermissen eine sehr herzliche, lebensfrohe, hilfsbereite, resolute und gerechte Kollegin und Freundin. Auch die Kunstobjekte werden eine Beschützerin vermissen, die sich mit aller Kraft und Entschiedenheit für ihre Erhaltung einsetzte.

Kollegen des Ägyptischen Museums und der Papyrussammmlung Berlin