Nachbericht: Ein lehrreiches Seminar zur "Rissverklebung"

"Rissverklebung" hieß das Seminar, das der VDR vom 10.-12. April 2014 in Halle anbot. Hierbei übten sich Gemälderestauratoren in der Methode der Einzelfadenverklebung zum Schließen von Rissen in Leinwandgemälden. Ein Nachbericht von Christina Fölsch...

Die Dozentin Petra Demuth begeisterte die Teilnehmerinnen nicht nur durch ihre Kompetenz,

sondern auch durch die Fähigkeit, ihre Erklärungen und Demonstrationen mit Witz und vollem Körpereinsatz zu unterstützen.

Dabei bewährte sich, dass der Lehrstoff zunächst in Vorlesungen und Vorführungen demonstriert wurde und anschließend praktische Übungen folgten.

Fotos: LDA / Gunar Preuß

Für 15 Kolleginnen, die das Glück hatten, schnell genug auf das Angebot des VDR reagieren zu können, begann das Seminar "Rissverklebung" am Donnerstagmorgen im Schleiermacherhaus in Halle (Saale), dem Sitz der Baudenkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt.

Bereits zu Beginn zeigte sich, wie hervorragend dieser Workshop organisiert war. Jede Teilnehmerin hatte vorab die Möglichkeit, sämtliches Arbeitswerkzeug zu bestellen, das nun auf den Arbeitsplätzen neben dem Vorlesungsmanuskript bereitlag. Mitgebrachte Mikroskope waren gern gesehen.

Die Aufteilung des zu vermittelnden Stoffes in die drei Phasen: Vorlesung – Vorführung – Übung stellte sich als erfolgreiches Konzept heraus. Die zunächst vorgetragene und mit Fotos illustrierte Vorgehensweise der Einzelfaden- und Rissverklebung wurde im nächsten Abschnitt von Petra Demuth vorgeführt und per Kamera auf eine Leinwand übertragen. Anschließend konnte die Arbeit an den Mikroskopen von jedem nachvollzogen und geübt werden. Die verwendeten Klebstoffe wurden gemeinsam in der improvisierten „Küche“ zubereitet.

Das Spektrum des Seminars umfasste Themen wie: historische Methoden der Riss-Schließung, Aufbau der Gewebestruktur, Faserarten, Leinwanddeformationen, Klebstoffe, Instrumente sowie Stabilität der Verklebungen unter verschiedenen klimatischen Bedingungen.

Das Verhältnis von Theorie und Praxis war ausgewogen und wurde durch Pausen mit kulinarischem Vergnügen unterbrochen, in denen auch themenbezogen diskutiert wurde. Das Abendprogramm, auch vorbereitet, fand in Hallenser Restaurants statt.

Die Dozentin Petra Demuth begeisterte die Teilnehmerinnen nicht nur durch ihre Kompetenz, sondern auch durch die Fähigkeit, ihre Erklärungen und Demonstrationen mit Witz und vollem Körpereinsatz zu unterstützen.

Großer Dank gilt ihr und dem Team vor Ort, namentlich Frau Dr. Ulrike Wendland (Landeskonservatorin), Frau Dr. Elisabeth Rüber-Schütte (Abteilungsleiterin Bau- und Kunstdenkmalpflege), Frau Dr. Karoline Danz (Sachgebietsleiterin Restaurierung), Frau Cordula Blasche und Frau Gudrun Rose.

Den Organisatorinnen der VDR-Fachgruppe Gemälde, besonders Frau Ellen Hanspach, gebührt Dank, verbunden mit der Ermunterung und Bitte, dieses Seminar auch noch vielen anderen Interessierten in der „Warteschleife“ zu ermöglichen.

Christine Fölsch

 

Bildnachweis:
Abb.1-4: LDA / Gunar Preuß