Ein Bündnis für "Kunst auf Lager"

Ein neues Bündnis zur Erschließung und Sicherung von Museumsdepots geht an den Start. Dieses widmet sich der Förderung von Maßnahmen, die zur Verbesserung von Lagerbedingungen und klimatischen Verhältnissen in Depots beitragen. Beantragt werden können aber auch Gelder für die Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut sowie für die wissenschaftliche Erforschung von Sammlungsbeständen.

1. Beispiel für ein Förderprojekt der Hermann Reemtsma Stiftung: Restauratorin Doreen Küberling im Archiv des Hamburg Museums. Foto: Hamburg Museum

2. Beispiel für eine Förderung der VolkswagenStiftung “Forschung in Museen”: Frank Willer (Restaurator/ Projektkoordinator) und Beate Steiger- Nawarotzky (Dipl. Restauratorin) legen einen Bronzekopf (Gordia der III) auf eine Röntgenröhre im LVR-LandesMuseum Bonn (Typ DP 435 Vario, 5-225 KV von GE Insprection Technologies). Foto: Martin Neumann für VolkswagenStiftung

3. Beispiel für ein Förderprojekt der Kulturstiftung der Länder: Restauratorin Katarina Haug bei der Arbeit an „Madonna mit Kind“, Umkreis Donatello, um 1410, Foto: Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg

4. Beispiel für eine Förderung der VolkswagenStiftung: Sammlungen der HU Berlin. Frau Dr. Weber und Herr Prof. Bruening betrachten alte Präparate auf einem Gang der Tierärztlichen Hochschule Berlin. Foto: Thomas Victor für VolkswagenStiftung

 

Die Zustände in vielen deutschen Museumsdepots sind verbesserungswürdig. Nicht immer sind die Bestände erschlossen, die Lagerbedingungen ideal oder der Zustand wertvoller Kulturgüter präsentabel. Die drängenden Herausforderungen des Kulturerhalts stehen im Zentrum der Initiative KUNST AUF LAGER, die am 19. Februar erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Dem neu gegründeten Bündnis gehören derzeit zwölf private und öffentliche Stiftungen an, die sich bereits seit Jahren für die Erschließung, Erforschung und Sicherung öffentlicher Sammlungen einsetzen und ihrem Engagement nun eine gemeinsame Stimme geben. KUNST AUF LAGER möchte das Thema in die Öffentlichkeit tragen, weitere Förderer motivieren, sich dem Bündnis anzuschließen, Politik und Verwaltung davon überzeugen, Zeit und Geld in die nicht sichtbaren Fundamente der Museen zu investieren, und öffentlichen Sammlungen im Rahmen konkreter Förderprogramme Unterstützung anbieten.

Angesprochen sind Kunstmuseen ebenso wie Heimat- und volkskundliche, naturwissenschaftliche und technische Museen.

Auf der Pressekonferenz am 19. Februar in Berlin betonten Vertreter der beteiligten Stiftungen, die Bedeutung von Kunstwerken und Kulturgütern, die in den Depots schlummern. Martin Hoernes, stellvertretender Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, verwies hierbei auch auf die Bedeutung der Konservierung und Restaurierung: „In den Museumsdepots lagern unbekannte Schätze, die aufgrund ihres fragilen Zustandes oder bestehender Schäden nicht ausgestellt werden können. Die Restaurierung soll diese wichtigen Exponate aus dem Depot zurück in die Ausstellung holen. Die Wiedergewinnung der eigenen Bestände ist wichtiger als so mancher Ankauf."

Dass daneben die Erforschung von Sammlungsbeständen ein zentrales Anliegen der Bündnispartner ist, stellte Sybille Wüstemann von der Gerda Henkel Stiftung heraus: „Museen sind auch Forschungsstätten. Mitarbeiter, die die ‚Kunst auf Lager‘ ihrer Häuser wissenschaftlich aufarbeiten und in größere Zusammenhänge stellen möchten, finden in forschungsfördernden Stiftungen kompetente und interessierte Ansprechpartner.“

Ein stärkeres Bewusstsein für die Tatsache, dass „Eigentum verpflichtet“, wünschte sich Sebastian Giesen, Geschäftsführer der Hermann Reemtsma Stiftung: „Die erste Aufgabe eines Museums ist der sorgsame und pflegliche Umgang mit der anvertrauten Sammlung, das heißt die Sicherstellung einer dauerhaften Überlieferung für nachfolgende Generationen.“

Philip Kurz, Geschäftsführer der Wüstenrot Stiftung, wies schließlich darauf hin, dass „Museen mit der Konservierung und Restaurierung von Depotobjekten die Möglichkeit bekommen, neue Schwerpunkte in ihren Ausstellungen zu setzen. So wird kulturelles Erbe nicht nur bewahrt, sondern auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.“

In diesem Sinne sind alle Restauratoren, die in ihren Häusern erhaltungsbedüftige Objekte verwahren, dazu aufgerufen, Förderprojekte zu beantragen. Über die einzelnen Stiftungen und die jeweiligen Fördermöglichkeiten können Sie sich auf der undefinedHomepage "Kunst auf Lager" informieren.