Geschichte einer Spurensuche: Liebermanns verschwundene Wäscherin

Ein verlassener Waschtrog ist der einzige Hinweis auf das Verschwinden der jungen Frau. Er steht inmitten des bekannten Gemäldes „Die Rasenbleiche“ von Max Liebermann. Aber von der Wäscherin, die der Maler ursprünglich für das Bild geschaffen hatte, fehlt heute jede Spur. Anhand dieser Figur erzählt das Kölner Wallraf-Richartz Museum mit einer besonderen Kabinettausstellung die spannende Entstehungsgeschichte des großformatigen Meisterwerkes: Liebermanns „Rasenbleiche“. Die verschwundene Wäscherin, so der Titel der Schau, ist bis zum 15. Juni 2014 in der Kölner Gemäldegalerie zu sehen.

Max Liebermann, "Die Rasenbleiche"


Nach der ersten öffentlichen Ausstellung des Gemäldes 1883 im bekannten Pariser Salon entschied sich Max Liebermann, die Darstellung der Szenerie grundlegend zu überarbeiten und die Wäscherin im Vordergrund des Bildes zu übermalen. Den Prozess dieser künstlerischen Überarbeitung macht das Wallraf nun erstmals für seine Besucher sichtbar. So zeigen unter anderem eine Vorzeichnung, ein Originalkatalog der Pariser Schau und die faszinierende Röntgenaufnahme des Gemäldes die Wäscherin an ihrem „alten“ Platz. Diese unbekannte Komposition erlaubt einen neuen Blick auf die berühmte „Rasenbleiche“, die den Mittelpunkt der feinen Schau bildet.

Am Sonntag, dem 13. April 2014 gibt es einen "Expertentag" mit den Kuratoren der Ausstellung und Führungen um 15, 15.30, 16, und 16.30 Uhr.

Bildnachweis:
Abb. 1: Max Liebermann, Die Rasenbleiche, 1882, Öl auf Leinwand, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln

Abb. 2: Röntgenaufnahme von: Max Liebermann, Die Rasenbleiche, 1882, Öl auf Leinwand, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln

Abb. 3: F.G. Dumas (Hrsg.), Katalog der Pariser Salonausstellung von 1883, Leihgabe aus Privatbesitz

Abb. 4: Montage von Liebermanns "Rasenbleiche" und vorgezeichneter Wäscherin, Gestaltung lange+durach


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