50 Jahre Charta von Venedig

Einer der wichtigsten denkmalpflegerischen Texte des 20. Jahrhunderts, der bis heute zentrale und international anerkannte Richtlinie in der Denkmalpflege ist, hatte am 31. Mai 2014 Jubiläum.

  

In den Nachkriegsjahren, vor genau 50 Jahren, fassten Architekten und Denkmalpfleger grundsätzliche Fragen von Denkmalschutz und -pflege in einer Charta zusammen. Dabei standen vor allem methodische Grundlagen für die Konservierung, Restaurierung und Wiederherstellung von Denkmalen im Vordergrund.

Die Charta machte das Denkmal zum Maßstab aller Handlungen. Sie machte auf die Verantwortung aufmerksam, die jedes Land für sein Kulturerbe trägt. Und sie verwies darauf, dass wissenschaftliches Denken für eine sachgerechte Bewahrung unserer Kulturgüter grundlegend ist.

Weltweit führte die Charta von Venedig zu einem wachsenden Bewusstsein für die hohe Verantwortung, die Restauratoren bei der Bewahrung unserer Kulturgüter gegenüber der Nachwelt übernehmen. Sie legte einen wichtigen Grundstein zu der rasanten Entwicklung des Berufsfeldes und zur Ansiedlung der Restauratorenausbildung auf Hochschulniveau, die die nötigen, sehr breit gefächerten Kenntnisse vermittelt. Die Charta von Venedig hat auch nach 50 Jahren nichts an Aktualität eingebüßt. Bis heute verpflichten sich Restauratoren in Deutschland und weltweit den darin niedergelegten hohen ethischen Grundsätzen.

Mehr zum Thema:

Arbeitsgruppe undefined„Initiativkreis Charta von Venedig 2014“:
Aus Anlass des Jubiläums hat sich unter der Leitung von ICOMOS Deutschland diese Arbeitsgruppe gebildet. Alle interessierten Mitglieder von ICOMOS können dem Arbeitskreis beitreten.

Tagungshinweis:
2.-4. Oktober 2014, Wien
50 Jahre Charta von Venedig - Geschichte, Rezeption, Perspektiven. Jahrestagung des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege 2014.
Auf dem undefinedProgramm steht unter anderem ein Themenblock zu "Wirkungen in der Praxis von Denkmalpflege und Restaurierung". In diesem spricht VDR-Vizepräsident Dr. Jan Raue zum Thema "Restaurierung zwischen neuen Entwürfen und ursprünglichen Intentionen", veranschaulicht am Beispiel Neues Museum Berlin.

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