Das Kulturelle Erbe auf der EU-Agenda

Die Europäische Kommission hat sich jüngst „für ein integriertes Konzept für das kulturelle Erbe Europas“ ausgesprochen. In einer Mitteilung an das Europäische Parlament, den Rat und den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss sowie den Ausschuss der Regionen fordert sie alle Interessenträger dazu auf, sich verstärkt im Bereich des Kulturgüterschutzes auf europäischer Ebene einzusetzen. Auch die Förderung der Restaurierung des kulturellen Erbes kommt hierbei zur Sprache.

Aus der Mitteilung geht hervor, dass „die Pflege unseres kulturellen Erbes (…) unsere gemeinsame Verantwortung [ist].“ Zwar obläge der Schutz des kulturellen Erbes hauptsächlich den nationalen, regionalen oder lokalen Behörden, doch könne die EU ihren Beitrag leisten. Kulturgut, so der Name des ersten Unterkapitels, sei: „Eine Bereicherung für alle, Verantwortung für alle“.

Die 16 Seiten umfassende undefinedMitteilung vom 22. Juli 2014, die in allen Sprachen der EU-Beitragsstaaten vorgelegt wurde, beruht auf einem seit mehreren Jahren geführten Dialog zwischen Kommission mit den EU-Vorsitzenden und anderen Interessenträgern. Die Kommission reagiert damit auf die in diesem Jahr gestellte Aufforderung des Rates, „die Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Kulturerbes in der EU fortzuführen und zur Entwicklung einer Strategie für das Vorgehen im Bereich des Kulturerbes beizutragen.“

Entsprechend den Zielsetzungen der europäischen Kulturagenda stellt die Kommission folglich in ihrer Mitteilung das Konzept der EU für das kulturelle Erbe in verschiedenen Politikbereichen vor.

Beschrieben sind die auf EU-Ebene verfügbaren Instrumente, die die nationalen und regionalen Programme ergänzen können. Darunter die neue Generation von EU-Instrumenten wie „Horizont 2020“ (undefinedder VDR berichtete), die dabei helfen, den „inhärenten und gesellschaftlichen Wert des kulturellen Erbes zu schützen und zu erhöhen“.

Auch werden Maßnahmen präsentiert, die das wirtschaftliche Wachstum und Beschäftigung stärken, wobei die Wiederbelebung alter Kompetenzen und die Entwicklung neuer Kompetenzen eine wichtige Rolle spielen.

Eingegangen wird aber auch auf zahlreiche Projekte, die die Bürgerinnen und Bürger über den Reichtum des Kulturerbes Europas und die Bemühungen zu seinem Schutz informieren, wie beispielsweise die „Europäischen Tage des Kulturerbes“, die Verleihung der „Europa-Nostra-Preise“, die jährliche Nominierung der „Kulturhauptstadt Europas“ oder etwa die Initiative der „Europäischen Kulturerbe-Siegel“.

Schließlich fordert die Europäische Kommission alle Interessenträger auf zu prüfen, „wie sich öffentliche Maßnahmen auf sämtlichen Ebenen, einschließlich der EU-Ebene, besser ausrichten lassen, damit der langfristige und nachhaltige Wert des kulturellen Erbes Europas genutzt und ein stärker integrierter Ansatz zu seiner Bewahrung und Wertsteigerung entwickelt wird.“

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