Englisches Glossar mit Fachbegriffen zur Restaurierung von Wandmalerei fertig

Pilotversion wird in 8 bis 11 Sprachen im April 2015 im Internet zur Diskussion gestellt

Zur Entwicklung eines illustriertes Glossars von rund 220 aktuellen Fachbegriffen der Konservierung/ Restaurierung von Wandmalerei/ Architekturoberfläche hat sich 2014 ein Konsortium aus sieben wissenschaftlichen Institutionen unter der organisatorischen Leitung des Hornemann Instituts der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen zusammengetan. Unterstützt wird das Konsortium von externen Expertinnen aus weiteren europäischen Ländern. Internationale Institutionen wie ICCROM und IIC haben zugesichert, bei der Verbreitung zu helfen.

Im September 2015 soll das Buch in bis zu elf Sprachen vorliegen: Acht sind der EU vertraglich zugesichert: Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Kroatisch, Türkisch und Rumänisch. Die Übersetzungen ins Polnische, Ungarische und Bulgarische bieten die externen Experten von sich aus an. Ein pdf des Buches wird im Internet kostenfrei zum Download zur Verfügung stehen.

„Das Interesse an dem Projekt ist sehr groß, ich bekomme immer wieder Anfragen von Kollegen aus dem In- und Ausland, was wir genau machen“, so  Dr. Angela Weyer, die Projektkoordinatorin und Leiterin des Hornemann Instituts der HAWK. Ein wichtiger Schritt der Qualitätssicherung ist die Veröffentlichung der Pilotversion im April 2015 auf der Website des Projekts (www.ewaglos.eu). Den gesamten April über können interessierte Kollegen Anmerkungen machen, die das Konsortium für das Buch dann noch einarbeiten kann.

Die größte Herausforderung des Projekts ist es, die inkonsistenten Definitionen der Begriffe in den verschiedenen Ländern zu klären. Daneben gibt es in den Ländern noch Unterschiede in der technischen Ausführung und auch Begriffe ohne Äquivalent in anderen Sprachen. Die führende Sprache der europäischen Glossar ist Englisch, d.h. dass die Definitionen und Kommentare zunächst in Englisch geschrieben und anschließend von den beteiligten Wissenschaftlern in deren Muttersprachen übersetzt werden. Eine weitere Herausforderung ist die Klärung, welche Begriffe auf den Baustellen aktuell verwendet werden, denn Begriffe in Berichten und wissenschaftlichen Publikationen stimmen nicht unbedingt mit dem heutigen mündlichen Sprachgebrauch überein.

In Deutschland arbeiteten bislang folgende Restauratoren am Glossar mit: Dipl.-Rest. Sophie Haake, Dipl.-Rest. Barbara Hentschel M.A., Barbara Neubauer M.A. (alle HAWK, Hornemann Institut), Prof. Dr. Dipl.-Rest. Ursula Schädler-Saub und Prof. Dr. Dipl.-Rest. Nicole Riedl (HAWK), Prof. Adrian Heritage M.A. Dipl. Cons. ACR (FH Köln), Dr. Dipl.-Rest. Dörthe Jakobs (Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart), Prof. Dipl.-Rest. Roland Lenz (Akademie der Bildenden Künste Stuttgart).

 „EwaGlos wird ein Schritt nach vorne sein, hin zu einer Einheitlichkeit der Terminologie und der internationalen Zusammenarbeit in diesem Bereich der Konservierung-Restaurierung. Ich hoffe, dass wir EwaGlos zu einem guten Ende bringen, ganz im Geist der EU einander helfen, gerade weil der Weg noch lang ist, aber das europäische Kulturerbe diese internationalen Kooperationen dringend benötigt“, lautet das Fazit von Weyer.