"Die Vergänglichkeit des Materials"

Das im Februar 2015 erstmals vorgelegte E-Book des VDR beschäftigt sich mit außergewöhnlichen Materialien wie Kopaivabalsam, Nutella, Polyurethan, Blut oder Penatencreme, mit denen Künstler bei der Erschaffung ihrer Werke experimentiert haben. Mitunter widerspricht die Unbeständigkeit von Materialien und Techniken der künstlerischen Intention und stellt Restauratoren vor neue Fragestellungen und Herausforderungen.

 

Beiträge der erfolgreichen Kölner Fachtagung.
Verband der Restauratoren (Hg.),
E-Book (pdf), ca. 144 Seiten, zahlreiche Abbildungen,
Eigenverlag Bonn, 2015.
Sonderedition auf USB-Stick im Februar 2015 erschienen (ausverkauft), ISBN 978-3-930015-70-2.

undefinedAls Download im VDR-Online-Shop verfügbar, ISBN 978-3-930015-71-9.
Gesamtband: 32,00 Euro; Einzelbeiträge: 3,99 Euro

Beschreibung:
Künstlerische Materialien unterliegen Alterung und Zerfall. Die Geschwindigkeit von Alterungsprozessen und die Wertigkeit ihrer Spuren sind von Werk zu Werk verschieden und hängen von zeitgeschichtlichen Faktoren ab.

Restauratoren stehen dabei immer wieder vor neuen Herausforderungen und Fragestellungen. Zum Beispiel: Kann die Intention des Künstlers durch den konservatorischen und restauratorischen Eingriff bewahrt beziehungsweise wiederhergestellt werden? Wann und wie wird der Künstler zu Rate gezogen?

In Einzelfällen ist es vertretbar, Bestandteile auszutauschen. In anderen Fällen wird der Materialzerfall akzeptiert oder sogar provoziert. Wer entscheidet? Auf welchen Grundlagen?

Und wie sieht es im Bereich Medienkunst aus: Welches Qualifikationsprofil und welches Equipment braucht der Medienkunstrestaurator?

Der Sammelband zur erfolgreichen Kölner Fachtagung beleuchtet Entwicklungen in Restaurierungsmethodik und -ethik und hinterfragt restauratorische Entscheidungsprozesse rund um ein allzeit aktuelles Thema.

Autoren und Beiträge:

Renate Poggendorf:
„apage Satanas! apage Copaiva“ – Fort mit dir, Kopaiva-Balsam!?

Stefan Schreier:
Die Konsolidierung der Kreidezeichnung „Tafelbild“ (2009) von Martin Honert

Eva Rieß:
„Ein ganz besonderer Saft?“ Blut als Material in der modernen und zeitgenössischen Kunst

Julia Langenbacher, Barbara Sommermeyer:
From rubber to liquid: Alterungsphänomene und Rekonstruktion degradierter Polyurethan-Elastomere einer Skulptur von Olaf Metzel

Maike Behrends:
Zwei „Kisten“ von Joseph Beuys im Block Beuys des Hessischen Landesmuseums Darmstadt

Silke Zeich:
Die Installation „A Station of the Cross“ von Paul Thek – ein Beispiel der Vergänglichkeit von Material und Informationen

Ellen Hanspach-Bernal:
untitled (Richmond Hall) von 1996 und vier „monuments” for V. Tatlin von 1964–1969

Joanna Phillips:
Media Art: Who Cares? – Ein Plädoyer für visionäres Sammlungsmanagement und integrierte Spezialisierung

Hanna Barbara Hölling:
Versionen, Variationen und Variabilität: Ethische und konservatorische Überlegungen zu computerbasierter Kunst

Ulrich Lang:
Über Nutella, Penatencreme und 36 aufgeklebte Fliegen – Der Künstler Thomas Rentmeister im Gespräch mit dem Restaurator Ulrich Lang