Wenn Starter und erfahrene Kollegen sich austauschen

Großen Anklang fand das Existenzgründungsseminar, das der VDR am Wochenende vom 31. Januar und 1. Februar 2015 anbot. Dabei kamen junge Betriebsgründerinnen und -gründer erstmals in den Genuss eines speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Programms.

1: Einen interessanten Rundumschlag zur Existenzgründung bot das Seminar Ende Januar, das nach vielschichtigen Vorträgen in einer Abschlussdiskkussion (im Bild) mündete.

2+3: Hilfestellungen erhielten die Teilnehmer auch in persönlichen Gesprächen. Im Bild: Caroline Weiss und Olaf Schwieger während der Beratung beim Mentorengespräch.

Fotos: Alexander Gatzsche (1) und Tatjana Held (2+3).

  

Der Andrang auf das Seminar war groß. Rund 60 junge Restauratoren kamen in die Veranstaltungsräume auf den Campus Wilhelminenhof der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, um dort mit der Berufswirklichkeit auf Tuchfühlung zu gehen. Es waren zu etwa gleichen Teilen sowohl Jobstarter als auch Restauratoren mit etwas längerer Berufspraxis anwesend. Das Programm bot zum Thema Existenzgründung einen interessanten Rundumschlag, der mit zahlreichen Hilfestellungen dem Einstieg in die Freiberuflichkeit, aber auch der täglichen Berufspraxis diente.

Großen Wert legte die Interessengruppe Freiberufler/Selbstständige des VDR, die das Seminar organisierte, darauf, dass die Veranstaltung neben lehrreichen Vorträgen auch genügend Möglichkeiten des persönlichen Austausches bot. Beim gemeinsamen Abendessen am Samstag und dem Mentorenbrunch am Sonntag konnten alle nur denkbaren Fragen zur Selbstständigkeit gestellt und beantwortet werden.

Der persönliche Kontakt ist das, was im digitalen Zeitalter immer noch zählt. „Auf den direkten Dialog und das Netzwerken kommt es uns bei den VDR-Veranstaltungen besonders an. Das kann das Internet nicht ersetzen“, erklären die Interessengruppen-Sprecher Eberhard Roller und Caroline Weiss das Konzept.

Wichtig war dem Team, dass nicht nur die älteren Kollegen zu Wort kommen. Die Planungen des Seminars lagen daher vor allem in den Händen von jungen Berufseinsteigern. „Dies hat den Hintergrund, dass wir nach der kurzen Zeit unser eigenen Selbstständigkeit wissen, was im Studium nicht vermittelt werden konnte und wie sich der Berufsalltag tatsächlich gestaltet. So wurden und werden wir mit völlig unerwarteten Themen  konfrontiert“, berichten die Restauratorinnen Ines Frontzek, Diana Gabler und Tatjana Held vom Organisationsteam.

Während der Veranstaltung wurden daher auch einige konkrete Fragestellungen vertiefend behandelt und Lösungswege erarbeitet. Dazu gehörten zum Beispiel:

  • Die in einem Fall unverhoffte Einstufung durch das Finanzamt:
    Da sind wir nicht immer einer Meinung und es gilt hartnäckig zu bleiben! Birgit Schwahn stellte dies am eigenen Beispiel vor.
  • Der Informationsbedarf auf Seiten der freiberuflich in der Denkmalpflege tätigen Architekten und Landesdenkmalämter:
    Wir lernten: Sie brauchen uns wirklich! Gute Zusammenarbeit führt auch zu deren gelingender Arbeit, wir sollten da beharrlich mit unseren Qualitäten mitwirken.
  • Grundlegende Gedanken zur eigenen Persönlichkeitsstruktur, zum  sozialen Umfeld, in dem wir uns bewegen und zur Psychologie im Umgang mit Kunden, zum eigenen (positiven und negativen) Verhältnis zu  Geld und zum Geldverdienen:
    Selbstständigkeit muß Geldverdienen, darf nicht Geldverlieren bedeuten.
  • Beratungsbedarf in Finanzdingen:
    Eine sehr gute Vorbereitung mit Hilfe von außen auf die Selbstständigkeit ist dringend erforderlich, vor allem, wenn in größerem Umfang Fremdgelder eingesetzt werden.
  • Sorgfältige Absicherung der Berufsrisiken:
    Zur Betriebsgründung gehören als Ansprechpartner Profis aus dem  Kunstversicherungsbereich, denn nur sie beherrschen die zu versichernden Tücken im Detail. Sehr fein wurden die Begrifflichkeiten der Berufshaftpflichtschäden herausgearbeitet.

Die Seminarteilnehmer äußerten sich sehr zufrieden, so zum Beispiel Beate Steiger-Nawarotzky: „Ich fand das Seminar im Großen und Ganzen sehr interessant und für absolut wiederholbar.“

Interessengruppen-Sprecher Eberhard Roller resümiert: „Wir hatten so gutes Feedback, dass wir ein solches Seminar im nächsten Jahr erneut anbieten werden. Wir beschäftigen uns jetzt schon mit Verbesserungsgedanken. Uns hat die Vorbereitung großen Spass gemacht, wir freuen uns, langfristig auch auf weitere Mitarbeiter."

Das Team des VDR bedankt sich vielmals bei seinem Kooperationspartner, dem Förderverein Freunde des Studienganges Restaurierung/Grabungstechnik e.V an der HTW-Berlin, für die sehr gute Zusammenarbeit und freut sich, auch in Zukunft auf ihn zählen zu können.