Nachruf auf den Dresdner Restaurator Hans Riedel

Hans Riedel (1935-2014)
Im Alter von fast 79 Jahren verstarb am 23.12. 2014 der Dresdner Restaurator Hans Riedel. Sein beruflicher Werdegang begann mit einer Handwerkslehre mit Meisterabschluss zum Dekorationsmaler. Von 1962/63 an wurde er, wie damals üblich, für 3 Jahre Kandidat in der Sektion Restaurierung des Verbandes Bildender Künstler der DDR (VBK-DDR).

Hans Riedel (1935-2014)


Nach Prüfung durch die von Konrad Riemann geleitete Aufnahmekommission erlangte er die Vollmitgliedschaft in der Sektion Restaurierung des VBK-DDR.
Später war Hans Riedel auch Mitglied in den Nachfolgeverbänden, so im Deutschen Verband Freiberuflicher Restauratoren (DVFR) und im Sächsischen Restauratorenverband (SRV), zuletzt im Verband der Restauratoren (VDR).

Er war vielen freiberuflich tätigen Restauratoren, aber auch den Kunstwissenschaftlern, Architekten und anderen Mitarbeitern des damaligen Instituts für Denkmalpflege, Arbeitsstelle Dresden – dem späteren Landesamt für Denkmalpflege Sachsen – als ein sehr integrer, sensibler und einsatzbereiter Arbeitskollege mit großem restauratorischen Fachwissen und Fachkönnen bekannt.

Mit der Konservierung und Restaurierung in sakralen Räumen und an deren Ausstattungen, aber auch im profanen historischen Umfeld verband Hans Riedel nicht zuletzt durch das berufliche Vorleben seines Vaters Fritz Riedel, tätig als freiberuflicher Restaurator, sowie durch die Zusammenarbeit mit den beiden akad. Malern und Restauratoren Helmar Helas und Mathias Schulz eine besondere Passion. So wurde er 1989 noch vor der politischen Wende in das Gremium der Zentralen Sektionsleitung der Restauratoren im VBK-DDR in Berlin gewählt.

An zahlreichen Sächsischen Denkmalen hat Hans Riedel, oft in Arbeitsgemeinschaft mit anderen Kolleginnen und Kollegen, seine Spuren hinterlassen.

Als Beispiele seien hier genannt:
Neues Schloss, Zabeltitz  (Rekonstruktion der ursprünglich illusionistisch gegliederten und bemalten Fassade )
Ev. Stadtkirche St. Marien, Borna (Raumausmalung)
Ev. St. Georgenkirche, Schwarzenberg/ Erzgeb. (Altar und Ausstattung)
Ev. St. Georgenkirche, Flöha (Altar  und Ausstattung)
Ev. Stadtkirche St. Marien, Sayda (Raumausmalung)
Ev. Stadtkirche, Hohenstein/ Sächs. Schweiz (Altar und Ausstattung)
Ev. Kunigundenkirche, Rochlitz (spätgotische Altarfassung)
Ev. Marienkirche, Leipzig-Stötteritz (Altarrahmung -Vergoldung)
Ev. Kirche St. Afra, Meißen ( Raumfassung, Altar- und Kanzelfassung)
Ev. St. Michaeliskirche, Bautzen (Raumfassung)
Ev. Pfarrkirche, Riesa-Gröba (Altar und Ausstattung)
Ev. Schlosskapellen in Diesbar-Seußlitz und Tiefenau (Altar, Orgelprospekte und Ausstattung)
Schloss Pillnitz/ Bergpalais,  Dresden (Raumfassung, Vergoldung).

Zudem gehörten zahlreiche Sächsische Dorfkirchen zu seinem Arbeitsfeld.  Auch an namhaften Denkmalen von herausragender Bedeutung war Hans Riedel tätig, so z.B.:
Ev. St. Annenkirche, Annaberg-Buchholz (Gewölbemalereien, Skulpturen, Raum- und Emporenfassung)
Semper-Oper, Dresden (Raumausmalung)
Semper-Galerie der Staatlichen Kunstsammlungen, Dresden (Raumfassung, Goldrahmen)
Katholische Kathedrale, Dresden (Rekonstruktion der Raumausmalung in der Kreuz- und der Sakramentskapelle; Prospekt der Silbermann-/ Hildebrand-Orgel - hier Rekonstruktion der Fassung und Vergoldung)

Alle, die Hans Riedel kannten und schätzten, trauern um einen engagierten Berufs- und Verbandskollegen und einen sehr guten Restaurator und Freund.

Dresden im Februar 2015
Peter Taubert
Restaurator – VDR
Friedrichstr. 42
01067 Dresden