Rembrandts Susanna und die beiden Alten

Das Kupferstichkabinett und die Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin greifen in einer gemeinsamen Ausstellung den Entstehungsprozess von Rembrandts "Susanna und die beiden Alten", 1647, auf. Es gibt nicht nur eine erstaunlich große Anzahl von Zeichnungen und Ölstudien des Meisters und seiner Schüler. Erst jetzt haben Restauratoren herausgefunden, dass der heutige Zustand des Gemäldes nicht der von Rembrandt vollendeten Fassung entspricht. Der englische Maler Joshua Reynolds hat das Gemälde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts umfassend überarbeitet.

Bild 1): Rembrandts Susanna und die beiden Alten

Bild 2) Figurenstudie zu Susanna von Rembrandt

Bild 3) übermalte Bereich von Reynolds


Bereits um 1630 beschäftigte sich Rembrandt mit der alttestamentarischen Geschichte der Susanna, wie ein kleines Susanna-Gemälde dieser Zeit bezeugt. Die beiden Museen greifen das Thema für eine kleine aber hochkarätige Schau von Gemälden und Graphik auf.

Im Zentrum der Ausstellung von Kupferstichkabinett und Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin steht der Entstehungsprozess des Gemäldes „Susanna und die beiden Alten“, 1647, von Rembrandt van Rjin.
Es handelt sich um eines der großen Meisterwerke des niederländischen Künstlers. Der langwierige Malprozess wurde von einem regen Austausch innerhalb der Rembrandt-Werkstatt begleitet. Eine erstaunlich große Anzahl von Zeichnungen und Ölstudien belegt die intensive Auseinandersetzung des Meisters und seiner Schüler mit diesem Thema.

Der Ausstellungskatalog zeigt erstmals alle bekannten Vorstudien Rembrandts und die Zeichnungen seiner Schüler zum Sujet. Es veranschaulicht auch, welche Bildveränderungen Rembrandt im Laufe der Zeit vornahm. Um 1635 schuf Rembrandt die erste Version seiner großformatigen Darstellung »Susanna und die beiden Alten« in Berlin. Er veränderte diese zwei Mal. Aufgrund der neuesten kunsttechnologischen und kunsthistorischen Untersuchungen des Gemäldes ist es heute möglich, die drei im Laufe der Zeit entstandenen Versionen von Rembrandts Hand zu rekonstruieren und damit die Entwicklung des Bildes bis in Details hinein nachzuvollziehen. Ergänzend dazu wird die Vielfalt der Darstellungen des Susannen-Themas in Rembrandts Werkstatt beleuchtet.

Der heutige Zustand des Gemäldes entspricht jedoch nicht der von Rembrandt vollendeten Fassung. Ein Reproduktionsstich von Richard Earlom aus dem Jahr 1769 dokumentiert die Fassung des Bildes, die Rembrandt 1647 der Nachwelt hinterließ. Wie sich jetzt herausstellte, wurde das Gemälde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von dem englischen Maler Sir Joshua Reynolds nochmals umfassend überarbeitet. Reynolds änderte und eliminierte dabei nicht nur Details, sondern griff weitreichend in die gesamte Erscheinung des Werkes ein, indem er ganze Partien überarbeitete.

Bildnachweis:
1) Rembrandt, Susanna und die beiden Alten, 1647, Holz, 76,6 x 93 cm. Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Christoph Schmidt

2) Rembrandt, Figurenstudie zur Susanna, Schwarze Kreide, weiß gehöht, um 1646-47, Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Jörg P. Anders

3) Von Reynolds vorgenommene Überarbeitungen an dem Gemälde Susanna und die beiden Alten. Bildbearbeitung Claudia Laurenze-Landsberg.



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