Erasmus+ - Tschechische und deutsche Restauratoren arbeiten zusammen

Die europäische Idee lebt durch Zusammenarbeit: Tschechische und deutsche Restauratoren wollen ein gemeinsames Kulturgut erhalten. In Brno und München, an beiden Orten laufen die Vorbereitungen für ein gemeinsames Projekt auf Hochtouren. Die tschechische Höhere Fachschule für Restaurierung in Brno und die Staatlich anerkannte Fachakademie für Restauratorenausbildung des Goering Instituts in München bereiten Anträge für das Europaprogramm Erasmus+ sowie an die die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) vor. Erasmus+ soll die Lernmobilität von Studenten unterstützen und durch die Förderung der BKM soll die geplante Restaurierung ermöglicht werden.

Studenten der Restaurierung beider Länder werden ihr Auslandspraktikum bei dem jeweiligen Partner absolvieren, wobei nicht nur eine gegenseitige Wissensvermittlung stattfindet, sondern auch der für die europäischen Idee so wichtige kulturelle Austausch zwischen den jungen Teilnehmern.

Um erste Kontakte zu intensivieren, werden sie ab dem Sommer 2015 in zwei je vierzehntägigen Workshops gemeinsam an der akut von Verfall bedrohten Sakristeiausstattung in der bedeutenden Jesuitenkirche Maria Himmelfahrt in Brno arbeiten. Diese frühbarocke Sakristei mit ihrer Einrichtung aus prächtigen Möbeln mit herausragendem geschnitzten Figurenschmuck liegt, wie oft in solchen Fällen, abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit. Durch das gemeinsame Projekt soll sie einem breiteren Publikum z.B. durch Führungen und einer geplanten Livestream-Übertragung der Restaurierungsarbeiten zugänglich gemacht werden.

Neben der vordringlichen Aufgabe der Substanzsicherung fällt den Studenten die Aufgabe zu, gemeinsam ein umfassendes Konservierungs- und Restaurierungskonzept zu erarbeiten, auch im Hinblick auf die Vorbereitung des zweiten Workshops, in dem die eigentliche Restaurierung begonnen werden soll. Die Umgangssprache wird Englisch sein, wie es im Förderprogramm gewünscht ist und durch zusätzlichen Englischunterricht vorbereitet wird.

Durch die Restaurierung würden nicht unerhebliche Sachkosten entstehen, wie für Analysen, Materialien wie Blattgold und notwendige Gerätschaften,  z.B. zur Klimaüberwachung. Diese sollen durch die Förderung der BKM, des Referats „K 45 / Förderung deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa“ finanziert werden. Neben dem Erasmus+  Programm ist auch diese Förderung notwendig, um das vielseitige und aufwändige Projekt zu ermöglichen.

Die praktische Arbeit aller Beteiligten - immerhin  rund 10.000 Arbeitsstunden! -   über die genannten Zeiträume werden im Rahmen der Ausbildungen beider Institute erbracht, weshalb hierfür keine eigenen Kosten anfallen.