Ralf Buchholz - "Enthusiasmus erhalten und weitergeben"

Seit Oktober letzten Jahres ist Ralf Buchholz Mitglied im VDR-Präsidium. Davor hat der Diplom-Restaurator, der kürzlich im Fach Holzbiologie promoviert hat, die Verbandsarbeit fast 15 Jahre lang aus der Sicht des Sprechers der Fachgruppe Möbel und Holzobjekte kennengelernt. Ralf Buchholz, der an der HAWK Hildesheim beschäfigt ist, baute dort die neue Studienrichtung Möbel und Holzobjekte auf und ist nun im VDR-Präsidium für die Bereiche Aus- und Weiterbildung sowie Öffentlichkeitsarbeit zuständig.


Ralf Buchholz stellt sich als neues Mitglied im VDR-Präsidium vor.

„Wir gestalten die Zukunft der Restauratoren“ - Dieses Statement auf der Rückseite der Unterlagen zur VDR-Mitgliederversammlung in Wittenberg steht für meine Vorstellung von unserem Berufsverband, meine Motivation, mich dort für eine Mitarbeit im Präsidium anzubieten. Genau dazu möchte ich einen Beitrag leisten!

Dabei war Verband für mich bisher immer das Fachliche und daher mit der Fachgruppenarbeit gleichzusetzen. In meinem Fall die „Möbel und Holzobjekte“, deren Sprecher ich fast 15 Jahre war und diese durch Fusionsgespräche und VDR-Neugründung hin zu großen Tagungen führen konnte.

Meine berufspolitischen Ziele

Im neuen Präsidium habe ich mir nach ersten Gesprächen die Themenfelder „Aus- und Weiterbildung“ und die Öffentlichkeitsarbeit (ÖA) auf die Fahne geschrieben. Wenngleich die ÖA sich letztendlich ja auf fast alle Themen eines Berufsverbandes auswirkt. Aber das stellt für mich ihren Reiz dar!

Egal ob Themen wie Publikationen, Mitgliederzeitung, „Megatagungen mit einem Thema für Alle“, Messeauftritte, Mitgliederwerbung, VDR-Onlineshop, das neue Wissensforum oder einfach das Auftreten und die Präsenz all unserer Mitglieder „vor Ort“, beim örtlichen Engagement ... immer wirkt sich dies auf die Wahrnehmung unseres Berufes, unseres Berufsstandes und -verbandes aus! Und das schafft politischen Einfluss und Identität.

Die ÖA steht auch für die Identifikation mit dem eigenen Verband. Ich hoffe, es gelingt uns, wieder etwas mehr Identität zu schaffen. Unter dem Schutzdach eines großen Verbandes ist nicht immer alles Sonnenschein, aber es verhält sich wie in einer großen Familie: Eine große Vielfalt an Meinungen, Interessen und Strömungen, doch in der Summe alternativlos. Lassen Sie uns wissen, was für Sie Identität schafft! Äußern Sie sich uns gegenüber – der Verband will und muss Kommunikationsfläche sein.

Nur ein starker Verband kann auf Dauer etwas bewirken, etwas verbessern. Und was heißt stark? Natürlich stark an Mitgliedern (daher müssen wir gezielt auf junge Studierende zugehen und deren Themen, Ideen und Motivation in den VDR integrieren), aber vor allem aktiv und phantasievoll. Wir sollten selbstbewusst unser Ding machen! Und das machen wir gut, sehr gut. Für mehr fehlt uns Restauratoren der Einfluss, die nötige Lobby. Das habe ich in den zurückliegenden 25 Jahren meines restauratorischen Seins gelernt. Diese Tatsache sollten wir akzeptieren und daraus das Beste, das Mögliche machen. Das ist keine Niederlage, sondern zeugt von Realitätssinn und der Fähigkeit, zu lernen und uns auf das Machbare zu konzentrieren.

Den Enthusiasmus, den wir Restauratoren immer wieder verspüren und der letztlich zu unserer Berufswahl geführt hat, den müssen wir uns erhalten und weitergeben, weiterleben. Dazu sollte der VDR die Plattform bieten. Zum Beispiel könnte man auch einen Ideenpool einrichten, um über Erfolge oder Initiativen (ähnlich dem Keck-award des IIC) zu berichten. Sicherlich gibt es zahlreiche kleine Vorortinitiativen im direkten Umfeld, die gut laufen und andere Mitglieder motivieren und inspirieren könnten.

Oder die Idee einer variablen Ausstellung wieder aufgreifen, deren Grundgerüst - ähnlich der seinerzeit von mir initiierten und durchgeführten Wanderausstellung „restaurieren heißt nicht wieder neu machen“ - vom Verband gestellt wird und dann vor Ort zu ergänzen und für die dortigen Belange einsetzbar ist. So könnten wir im Einkaufszentrum, auf Berufsinfotagen oder in Rathausfoyers den Kollegen und Kolleginnen stets den entsprechenden „background“ bieten und so für unsere Sache Präsenz zeigen.

Mein bisheriger restauratorischer Lebensweg

Nach einer Tischlerlehre folgte ein vierjähriges Museumsvolontariat im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg bei Dr. Thomas Brachert mit dem begleitenden Studium der Kunstgeschichte. Dann führte mich 1992 der Weg nach Hildesheim an die Fachhochschule (jetzt HAWK) zum Aufbau der neueingerichteten Studienrichtung „Möbel und Holzobjekte“, wo ich noch heute beschäftigt bin.

Berufsbegleitend absolvierte ich sowohl ein Diplom-Studium als in den letzten Jahren auch ein Promotionsstudium im Fach „Holzbiologie“ an der Universität Hamburg über Gestaltungsmuster auf der spätgotischen Holzoberfläche, welches ich erst vor wenigen Wochen erfolgreich abschloss.
Ich lebe in Hamburg und Hildesheim, bin verheiratet und habe drei Töchter.

Meine E-Mail: praesidium.buchholz(at)restauratoren.de