Das Seminar des VDR für Existenzgründer

Am Wochenende vom 30. zum 31. Januar 2016 fand an der HTW Berlin zum zweiten Mal das Existenzgründerseminar – Basiswissen für Restauratoren, organisiert von der Interessengruppe Selbstständige und Freiberufler (IGSF) des VDR statt. Mit insgesamt 57 Teilnehmern war das Seminar gut besucht. Teilnehmerin Jenny Nieberle berichtet.


Es waren sowohl Restauratoren mit mehr oder weniger Berufserfahrung, junge Hochschulabsolventen sowie zahlreiche Studenten vertreten, die den Schritt in die Selbstständigkeit erwägen bzw. bereits gewagt haben.

Am Samstag lag der Schwerpunkt auf einem weitgefächerten Programm von sieben Vorträgen, in welchen verschiedene, für die Existenzgründung und Berufspraxis relevante Themen behandelt wurden. Die Referenten gaben Einblicke in ihre eigenen, teils langjährigen Berufserfahrungen sowie Ratschläge und Hilfestellungen.

Als Einstieg berichtete Tatjana Held von unterschiedlichen Programmen, Institutionen, Organisationen und Verbänden, die einen Existenzgründer auf seinem Weg unterstützen, fördern und begleiten können. Die Zusammenstellung einer Übersicht von relevanten Internetseiten und Publikationen war hierzu überaus hilfreich.

Caroline Weiss, lieferte wichtige Erfahrungswerte zum Thema „Soft Skills“, sozialen Kompetenzen im Umgang mit Kunden, die für den Erfolg als Selbstständiger beinahe ebenso wichtig erscheinen, wie die fachlichen Kompetenzen. Susanne Welther referierte zum Thema Museen als Auftraggeber und ihre Erfahrungen als Mitbegründerin einer GbR. Und auch Eberhard Roller gab aufschlussreiche Einblicke in seine positiven wie negativen Erfahrungsschätze und sensibilisierte für die kleinen Details, beispielsweise bei Ausschreibungen, auf die es häufig ankommt.

York Rieffel erläuterte insbesondere den Aufbau der Denkmalämter, die verschiedenen Hierarchien und Zuständigkeiten. Auch auf die speziellen Anforderungen an den Restaurator und die sich zunehmend verschlechternden, äußeren Bedingungen in der Denkmalpflege wurde eingegangen. Darüber hinaus beschrieb der Architekt Volker Hübner am Beispiel spannender Projekte die notwendige Zusammenarbeit von Architekt und Restaurator. Auf die Erwartungen an  den Restaurator hätte hierbei noch differenzierter eingegangen werden können. Abschließend wurde das Thema Versicherung durch Bernd von Bieler bestens vertreten. In seinem Vortrag erläuterte er wesentliche Inhalte der Restaurierungs-Sachversicherung und Berufshaftpflichtversicherung.

Zusammenfassend betrachtet, behandelten die ausgewählten Vorträge wesentliche Aspekte der Selbstständigkeit, wobei Themen wie Vergaberecht (wird im Februar 2016 gesondert in Bonn als Seminar angeboten) und Steuern aufgrund ihrer Komplexität nur gestreift werden konnten. Im Anschluss wurde viel Zeit für Fragen von den Teilnehmern dankend angenommen. Deutlich wurde, dass insbesondere das Thema Versicherung vielen ein wichtiges Anliegen ist. 

Workshops: Kalkulation, Akquise, Einrichtung einer Werkstatt

Bei den Workshops am Sonntag bestand Wahlmöglichkeit zwischen den Themen „Kalkulation“ (bei Caroline Weiss), „Akquise“ (bei Linda Schäfer und Olaf Schwieger) sowie „Einrichtung der Werkstatt“ (bei Eberhard Roller). In Gruppen konnte das jeweilige Thema anhand der Erfahrungsschätze der Referenten, aber auch der Teilnehmer detailliert und in direktem Austausch behandelt werden.

Alles in allem war das Seminar sehr gut organisiert und bot die Möglichkeit des Austausches, des Netzwerkens, des Informierens und der Klärung von Fragen. Auch der abschließende Mentorenbrunch ermöglichte bei gemütlicher Atmosphäre einen weiteren Austausch. In diesem Sinne sei den Organisatoren der IGFS und allen Vortragenden für dieses gelungene Seminars zu danken.

Jenny Nieberle

Fotos: 1-3 Shanice Reyer, 4 Tatjana Held
Abb. 1: Moderatorin Linda Schäfer
Abb. 2: Erster Vortrag von Tatjana Held
Abb. 3: York Rieffel während seines Vortrages
Abb. 4: Das Mentorenbrunch