Exkursion ins Völkerkundemuseum nach Herrnhut

Ende Oktober 2016 fand die jährliche Exkursion der Fachgruppe Ethnografische Objekte, Volks-und Völkerkunde nach Dresden und Herrnhut statt. Mit freundlicher Unterstützung von Angelica Hoffmeister-zur Nedden und Stephan Augustin von den Staatlichen Ethnographischen Sammlungen/ Staatliche Kunstsammlungen Dresden war es gelungen, ein interessantes und abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen.

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Insgesamt elf Teilnehmer besuchten am 25.10.2016 das Völkerkundemuseum in Herrnhut, das Teil der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist. Stephan Augustin, Leiter der Außenstelle und Kustos der Sammlung, führte durch die Dauerausstellung und die neuen Depoträume. Dabei vermittelte er den Teilnehmern mit seinem detailreichen Wissen die Geschichte des 1878 eröffneten Museums und die Hintergründe zur Sammlungsgeschichte.

Der heutige Bestand des Völkerkundemuseums umfasst ca. 7.000 Objekte und basiert hauptsächlich auf der Sammlung der Herrnhuter Brüdergemeinde, deren Mitglieder ab 1732 in den unterschiedlichsten Regionen der Erde Missionarstätigkeiten ausübten. Von ihren Reisen brachten die Missionare zahlreiche Exponate mit, die der Brüdergemeinde in Herrnhut als Lehr- und Schaumaterial für die Ausbildung ihrer Schüler dienten. 

Während des 2. Weltkriegs gingen große Teile der Bestände verloren, darunter auch die frühen Sammlungen des 18. Jahrhunderts. Die Exponate der heutigen Sammlung stammen hauptsächlich aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Regionale Schwerpunkte der Sammlung sind u. a. Nordamerika, die Antillen, Nicaragua und Surinam; Grönland und das Baltikum; Westasien und Ostindien; Australien, Tonga und Neuseeland sowie Nord-, Ost- und Südafrika.

Am Nachmittag besuchte die Gruppe die „Herrnhuter® Sterne“-Fabrik. Die Teilnehmer erfuhren während einer kurzen Führung die Geschichte und Hintergründe des Herrnhuter® Sterns, der als Ursprung aller Weihnachtssterne gilt. Er wurde Anfang des 19. Jh. in der Herrnhuter Brüdergemeinde als mathematische Praxisübung entwickelt und wird noch heute vor Ort in Handarbeit hergestellt. In einer kleinen Schauwerkstatt konnte die Fertigung von Sternen in unterschiedlichen Farben aus Papier oder Kunststoff nachverfolgt werden.

Zum Abschluss der Exkursion besichtigte die Gruppe am 26.10. Depot und Werkstätten des Dresdner Völkerkundemuseums in Dresden-Klotzsche. Hier führte Angelica Hoffmeister-zur Nedden, Leitende Restauratorin der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen, durch die Räumlichkeiten des Museum für Völkerkunde Dresden und gab zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen einen sehr informativen Einblick in die Sammlung und gegenwärtige Konservierungsprojekte. Juliane Polte stellte die Restaurierung eines japanischen Wandschirms („Byobu“) vor, für die sie teilweise traditionelle Methoden anwendete. Leon Frederiks berichtete über die Restaurierung altamerikanischer Textilien aus Mexiko. Abschließend führte Ute Werner, Sammlungsverwalterin des Museum für Völkerkunde Dresden, durch Teile des Depots.

Herzlichen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen, die zum Gelingen dieser Exkursion beigetragen haben und unser Programm durch ihre Beiträge bereichert haben. Ein besonderes Dankeschön an Frau Hoffmeister-zur Nedden und Herrn Augustin für ihr großes Engagement schon bei der Vorbereitung sowie ihre Unterstützung vor Ort in Dresden und Herrnhut. Vielen Dank auch an alle Teilnehmer, wir freuen uns auf weitere spannende Exkursionen. Anregungen und Vorschläge dazu sind herzlich willkommen.

Bilder:
Abb.1 Herrnhuter Stern (Foto: Diana Gabler)

Abb. 2 Führung durch die Dauerausstellung des Völkerkundemuseums Herrnhut
(Foto: Brigitte Brühl)

Abb. 3 Stephan Augustin, Leiter der Außenstelle und Kustos der Sammlung des Völkerkundemuseums Herrnhut (Foto: Angelica Hoffmeister-zur Nedden)

Abb. 4 Führung durch das Depot (Foto: Angelica Hoffmeister-zur Nedden)

Abb. 5 Werkstattführung mit Vorstellung des Konservierungsprojektes eines japanischen Wandschirms (Foto: Brigitte Brühl)


undefinedZur Website des Völkerkundemuseums in Herrnhut