Thema wiss. Volontariate im Bereich Restaurierung

Wie berichtet, konnte die Abschaffung des Volontariats in Baden-Württemberg speziell für den Bereich Restaurierung verhindert werden. Parallel hierzu gab es immer wieder in den sozialen Medien und auch in persönlichen Briefen an das VDR-Präsidium Diskussionen zum Pro und Contra des Volontariats im Allgemeinen. Unter anderem in der letzten Vorstandssitzung  wurde darüber gesprochen und beschlossen, dass ein allgemeines Positionspapier zum Volontariat erstellt werden soll. Hierbei soll unter anderem herausgearbeitet werden, welche Art von Volontariat und zu welchen Bedingungen vom VDR befürwortet wird.



Um möglichst viele Aspekte zu berücksichtigen, bitten wir Mitglieder, die sich hierzu äußern wollen, sich möglichst bald schriftlich an undefined Susanne Danter, die im VDR-Präsidium für den Bereich öffentlicher Dienst zuständig ist, zu wenden.

Die bisherige Debatte um wiss. Volontariate in Baden-Württemberg

Im Sommer 2016 hat sich der VDR offiziell gegen die Pläne des Landes Baden-Württemberg geäußert, die Beschäftigung wissenschaftlicher Volontärinnen und Volontäre in der Restaurierung abzuschaffen. Seit November steht fest: Absolventen des Studiengangs Restaurierung werden weiterhin für die wissenschaftlichen Volontariate an den Staatlichen Museen Baden-Württembergs zugelassen.

Hintergrund war eine Beschlussvorlage im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg zur Streichung wissenschaftlicher Volontariatsstellen in den Restaurierungsabteilungen der Landesmuseen. Geführt wurde eine rein juristische Debatte, die nicht auf die Schaffung neuer Planstellen für festangestellte Restauratoren abzielte.

Der „Arbeitskreis Konservierung/Restaurierung“ des Deutschen Museumsbundes (DMB) trat damals an den VDR heran und bat bei der Abwendung dieses Vorhabens um Unterstützung. So wandte sich VDR-Präsident Dr. Jan Raue in einen offenen Brief direkt an die Staatsekretärin Petra Olschowski. Mit Erfolg! Die Stimmen von VDR und DMB wurden gehört – die Stellen für wissenschaftliche Volontärinnen und Volontäre bleiben bestehen ebenso wie die Vergütung von 50 Prozent der EG 13 des TVL für beide Ausbildungsjahre.

So sensibel der VDR für das Thema angemessene Bezahlung von Volontariaten generell bleibt, die ersatzlose Abschaffung bereits bestehender wissenschaftlicher Volontariatsstellen im Bereich Restaurierung wäre eine fatale Entwicklung gewesen. Den Absolventen, die sich für ein Volontariat entscheiden, bieten sich umfassende Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung durch Aneignung von Kenntnissen und Fertigkeiten, die für die weitere beruflich Laufbahn von großem Vorteil sind.

Dabei spielt auch Vergütung eine wichtige Rolle. Baden-Württemberg war aber gerade eines der ersten Bundesländer, das für wissenschaftliche Volontariate in den Restaurierungsabteilungen die Bezahlung von 50 Prozent der EG 13 des TVL durchgesetzt hat und gilt damit als Vorreiter. Gleiches konnte erst kürzlich durch den „Arbeitskreis Volontariat“ des DMB auch im Freistaat Bayern erreicht werden. Eine Entwicklung, die der VDR begrüßt, da diese Vergütung den Vorgaben im Leitfaden für das wissenschaftliche Volontariat am Museum des DMB entspricht.

Das wissenschaftliche Volontariat in der Restaurierung ist zudem eine der wenigen Stellen, wo die Wissenschaftlichkeit des Restauratorenberufs staatlich anerkannt wird und die Restauratoren mit anderen Disziplinen (u. a. Kuratoren und Kunstwissenschaftlern) gleichgestellt sind. Dies ist essentiell für die berufspolitischen Bemühungen des Verbandes, da gerade der wissenschaftliche Aspekt leider noch allzu oft in Frage gestellt wird. Auch deshalb ist die Entscheidung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, diese Stellen aufrecht zu erhalten, als Erfolg für den ganzen Berufsstand zu werten.