Sprecher der Fachgruppe Archäologische Ausgrabung

Die Fachgruppe Archäologische Ausgrabungen ist derzeit inaktiv.
Für schriftliche Anfragen steht Ihnen Matthias Rummer dennoch gerne zur Verfügung.

Matthias Rummer
Louisenstraße 61
01099 Dresden
E-Mail d.: matthias.rummer(at)lfa.sachsen.de

Vorstellung des Fachgebietes

Grabungstechniker/in, Konservierung und Restaurierung/Grabungstechnik-Bachelor im VDR

In der Fachgruppe „Archäologische Ausgrabung“ (FAA) sind vorwiegend Grabungstechnikerinnen und Grabungstechniker mit Abschlüssen der Römisch-Germanischen Kommission und der HTW Berlin organisiert. Grabungstechniker – in der ehemaligen DDR hießen sie Restauratoren auf Ausgrabungen – sind Repräsentanten eines relativ jungen Berufes, der sich in den letzten 50 Jahren auf dem Gebiet der Feldarchäologie entwickelt hat.

Grabung in Ulm, Münsterplatz
Zeichnen eines Skeletts
            Grabung in Ulm, Neue Straße
            tachymetrische Befundaufnahme eines Kellers


Die immer stärkere Einbindung der Wissenschaftler in administrative Aufgaben und der Trend zur Spezialisierung auch auf dem Gebiet der Denkmalpflege schufen den zur Entstehung dieses Berufes notwendigen Raum. Grabungstechniker und Diplom-Ausgrabungsingenieure sind heute aus der archäologischen Feldarbeit nicht mehr fort zu denken. Sie sind überwiegend bei Denkmalpflegeinstitutionen der einzelnen Bundesländer, zunehmend auch bei privaten Grabungsfirmen angestellt. Zum Aufgabenbereich der Grabungstechniker und Diplom-Ausgrabungsingenieure gehört, in Zusammenarbeit mit den Archäologen, die Organisation und Leitung einer archäologischen Ausgrabung. Hierzu zählt die sachgemäße Ausgrabung und Dokumentation von Befunden sowie die Freilegung und Bergung des Fundmaterials. Die enge Zusammenarbeit mit dem archäologischen Restaurator, der die Funde konserviert oder restauriert, ist für die Bewahrung des unwiederbringlichen archäologischen Kulturgutes unerlässlich.

Ausgrabung in Speyer 2004
Freilegung von Keramik
             Ausgrabung in Heuneburg
             freigelegte hallstattzeitliche Bauhölzer in einem Befestigungsgraben

Besondere Bedeutung kommt der Dokumentation der Befunde in Zeichnungen, Fotografien und Beschreibungen zu, ebenso deren Aufbereitung in Übersichtsplänen und dem Grabungsbericht im Hinblick auf die abschließende wissenschaftliche Auswertung. Ein in den letzten Jahren hinzu gekommener Arbeitsbereich ist der digitaler Aufnahmemethoden und deren Ausarbeitung in CAD, Bildarchiven und Datenbanken. Die große Verantwortung dieses Berufes wird deutlich, wenn man erkennt, dass jede Ausgrabung auch eine planmäßige Zerstörung des Kulturgutes darstellt und alle nicht erfassten Aspekte der Fundstelle nach Beendigung der Grabung unwiederbringlich verloren sind.

3-D-Modell Ulm Neue Straße
Drahtmodell eines aufgemessenen Kellers mit eingepassten Profilen

3-D-Modell Ulm Neue Straße
Modell eines tachymetrisch aufgemessenen Kellers


Bildrechte:
Landesamt für Denkmalpflege, Speyer (Ausgrabung Speyer 2004)
H. Lang, Reg.-Präs. Stuttgart, Landesamt für Denkmalpflege (alle weiteren Fotos und Zeichnungen auf dieser Seite)

Aus der Geschichte des Berufes und der Fachgruppe

1956:Seit Gründung der AdR, damals noch Arbeitsgemeinschaft des technischen Museumspersonals (ATM), sind Grabungstechniker/innen Mitglieder in diesem Verband.

1978: Bildung einer eigenen Fachgruppe „Grabungstechnik“.

Von den etwa 350 –400 Grabungstechniker/innen in ganz Deutschland waren zu dieser Zeit ungefähr 100 Kolleginnen und Kollegen in dieser Fachgruppe der AdR organisiert. Die Fachgruppe war die einzige bundesweite Organisation der Grabungstechniker und ist neben dem Schweizer Verband VATG (Verband des archäologisch technischen Grabungspersonals) auch weltweit einzigartig. Sie kümmerte sich vorrangig um die Belange der Fort- und Weiterbildung ihrer Mitglieder.

1981: Offizielle Gründung von Fachgruppen im ATM. Fachgruppensprecher: F. Maurer, Stellvertreter: F. A. Linke (Ernennung 1983).

1985: Erstellung einer Fortbildungs- und Prüfungsordnung, an deren Schaffung die Fachgruppe Grabungstechnik maßgeblich beteiligt war. Seitdem wurden unter der Beteiligung von Fachgruppenmitgliedern im Prüfungsgremium etwa 150 Prüfungen erfolgreich abgelegt.

Neben der Fortbildung zum Grabungstechniker nach dem „Frankfurter Modell“ ist seit dem Wintersemester 1994 an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin ein Studium zum Konservierung und Restaurierung/Grabungstechnik-Bachelor möglich. Bei der Einrichtung und Lehrplangestaltung dieses Studienganges wurde auf die Mitarbeit der Fachgruppe großen Wert gelegt. Grabungstechniker und Absolventen der HTW sind von ihrem Tätigkeitsfeld und Verantwortungsbereich her prinzipiell gleichgestellt.

1994: Maßgebliche Arbeiten zur Veröffentlichung des „Handbuches für Grabungstechnik“.

2001: Fusion von sieben deutschen Restauratorenverbänden, darunter der AdR, zu einem großen Verband, den Verband der Restauratoren (VDR). In diesen neuen Verband wurden auch die Grabungstechniker und Grabungsingenieure übernommen. Die neu gegründete Fachgruppe heißt „Archäologische Ausgrabung“.

Fachtagungen

Neben den turnusmäßigen Tagungen des Gesamtverbandes führte die Fachgruppe folgende eigene Fachtagungen, die oft einen speziellen Aspekt der Grabungstechnik beleuchteten, durch:

 In der Arbeitsgemeinschaft der Restauratoren (AdR):

1987 Konstanz, Baden-Württemberg

1991 Schleswig, Schleswig-Holstein

1995 Büdingen, Hessen

1999 Speyer, Rheinland-Pfalz

Im Verband der Restauratoren (VDR):

2002 Regensburg, Bayern

2005 Weimar, Thüringen

2008 Einbeck, Niedersachsen

2010 Freiberg, Sachsen

2012 Herne, Nordrhein-Westfalen

2014 Halle, Sachsen-Anhalt

2016 HTW Berlin

Erfahrungsgemäß werden diese Tagungen von gut 100 Teilnehmern besucht und sind offen für alle Kolleginnen und Kollegen, auch Nichtmitglieder des Verbandes der Restauratoren.