Sprecher der Fachgruppe Gemälde

Anne Levin, Dipl.-Restauratorin (Vorsitzende)
Klassik Stiftung Weimar
Burgplatz 4
99423 Weimar
Tel.: 03643/545673
E-Mail: Levin_VDR(at)gmx.de

Abgeschlossene Lehre als Druckvorlagenherstellerin im Keramikbereich, Vorpraktika in verschiedenen Restaurierungswerkstätten in Berlin und Potsdam, 1999-2004 Studium an der HfBK Dresden im Fachbereich Gemälde und moderne Materialkonstruktionen, 2004–2008 tätig als freiberufliche Gemälderestauratorin, vorrangig in Thüringen, seit Juli 2008 Anstellung als Gemälderestauratorin bei der Klassik Stiftung Weimar.

Kirsten Hinderer, Dipl.-Restauratorin
Niedersächsisches Landesmuseum Hannover
Tel.: 0511/9807631
kirsten_hinderer(at)yahoo.de

Studienabschluss in der Fachrichtung “Restaurierung von Gemälden und gefassten Skulpturen” an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart 1998, Werkverträge an Museen in Karlsruhe, Berlin und Norwegen, freie Mitarbeit in Werkstätten in Köln, Fulda und Kiel. Seit 2002 am Landesmuseum Hannover – Fachbereich Landesgalerie.

Nicoline Zornikau, Dipl.-Restauratorin
Tel.: 0176/63273686
E-Mail: n.zornikau(at)gmx.de

Seit dem Vorpraktikum Mitglied im VDR, 2004-2007 Studium Präventive Konservierung (Gefasste Holzobjekte und Gemälde) an der HAWK-FH Hildesheim/Holzminden/Göttingen, 2007-2011 Studium Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung (Malerei auf mobilen Bildträgern) mit Diplom-Abschluss an der HfBK-Dresden, 2011-2012 Volontariat an der Museumslandschaft Hessen Kassel, 2012-2013 Projektvertrag an der Klassik Stiftung Weimar, 2014 Anstellung am Museum der bildenden Künste Leipzig, seit 2015 freiberufliche Tätigkeit.
 

Vorstellung des Fachgebietes

FAQ: Häufig gestellte Fragen an die Gemälderestauratoren

  • Wie wird man Gemälderestaurator/Gemälderestauratorin?
  • Wie ist die Vorgehensweise bei einer bevorstehenden Restaurierung?
  • Woraus besteht ein Gemälde?
  • Wie werden Gemälde unterschieden? Gibt es Besonderheiten?
  • Wie wird ein Gemälde untersucht?
  • Was bedeutet Gemälderestaurierung?
  • Was sind die Tätigkeitsfelder von Gemälderestauratoren?

Wie wird man Gemälderestaurator/Gemälderestauratorin?

Die Restaurierung von Gemälden hat eine sehr lange Tradition und ist einer der ältesten Fachbereiche. Während früher eine handwerkliche Berufsausbildung Voraussetzung für den Restauratorenberuf war, wird der Beruf heute an Hochschulen gelehrt. So war beispielsweise der erste Studiengang in Deutschland „Restaurierung von Gemälden“ in Stuttgart der Vorreiter für andere undefinedHochschulen und weitere undefinedFachbereicheHeutzutage ist ein Studienabschluss erforderlich.

Wie ist die Vorgehensweise bei einer bevorstehenden Restaurierung?

Das Gemälde wird auf seine Technik, seinen Erhaltungszustand und die entstandenen Schäden untersucht. Offene Fragen zur Entstehung, dem Künstler, der Maltechnik als auch zu möglichen Restaurierungsmethoden müssen recherchiert werden. Darauf aufbauend werden zu verwendende Materialien ausgesucht und geeignete Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt. Die einzelnen Arbeitsschritte und Befunde werden fotografisch festgehalten und schriftlich dokumentiert.

Woraus besteht ein Gemälde?

Der Betrachter sieht in erster Linie die Oberfläche des Bildes. Dieser Eindruck entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel unterschiedlicher Komponenten.

Als Bildträger dienen Holz, Karton, Metallplatten, verschiedene Gewebe (z.B. Leinwand, Nessel, etc.), die üblicherweise auf einen Spann- oder Keilrahmen aufgespannt sind. Darauf folgt meist eine Grundierung. Darüber liegt eine Malschicht, bestehend aus Bindemittel und Pigment. Deren Auftrag kann mehrschichtig, pastos, glatt, lasierend, deckend, alla prima … sein.
Bindemittel, Pigment und Auftragsart definieren die optische Erscheinung und die physikalischen und chemischen Eigenschaften. Abschließend kann ein Überzug (Firnis) aufgebracht werden.

Wie werden Gemälde unterschieden? Gibt es Besonderheiten?

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Maltechnik verändert. Jede Epoche besitzt ihre typischen Materialkombinationen, aus welchen die Künstler schöpfen. Die Auswahl von Bildträgermaterial, Bindemitteln, Pigmenten und ihrer Verarbeitung führt zu charakteristischen Künstlerhandschriften. Anhand der individuellen Materialzusammensetzung können Gemälderestauratoren Aussagen zur Entstehungszeit und -ort und möglicherweise sogar Künstlerzuschreibungen vornehmen.

Wie wird ein Gemälde untersucht?

Es gibt zerstörungsfreie Methoden (In situ) und solche, für die eine Probe entnommen werden muss. Eine einfache zerstörungsfreie Methode ist die Untersuchung mit der Lupe oder dem Mikroskop. Mit ultraviolettem Licht können materialtypische Fluoreszenzen festgestellt werden. Die Infrarotreflektographie macht Vorzeichnungen sichtbar. Röntgenstrahlen durchleuchten das Werk. Für Materialanalysen (Bindemittel, Pigmente, Holz) ist oft eine Probenentnahme erforderlich.



Detailaufnahme im Auflicht (links), Detailaufnahme mit Infrarotreflektographie (rechts)

Meister der Karlsruher Passion, „Geißelung Christi“, Inv. Nr. 2911, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe




Aufnahme im Auflicht (links), Aufnahme mit UV-Fluoreszenzfotografie (rechts)

Jacob Gillig, „Fischstilleben“, Inv. Nr. 352, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe




Was bedeutet Gemälderestaurierung?

Zu den undefinedpräventiven Konservierungsmaßnahmen in der Gemälderestaurierung gehören zum Beispiel die Verglasung, die Anfertigung eines Rückseitenschutzes und selbstverständlich die Kontrolle der Umgebungsbedingungen wie Beleuchtung, Klima, Depot etc. Grundlage für alle weiteren Restaurierungsmaßnahmen sind die substanzerhaltenden Maßnahmen.

Unter Fachleuten unterscheidet man zwischen undefinedKonservierung und Restaurierung. Eine substanzsichernde, bzw. konservierende Maßnahmen ist zum Beispiel das Schließen von Rissen im Gewebe, die Verleimung von gebrochenen Holztafeln und die Malschichtfestigung.

Die Abnahme von Firnissen und Übermalungen oder die Kittung und Retusche von Fehlstellen sind Restaurierungsmaßnahmen.