Sprecherinnen der Fachgruppe Kunsthandwerkliche Objekte


Wibke Bornkessel (Vorsitzende)
Kunstgewerbemuseum
Staatliche Museen Berlin Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Tiergartenstraße 6
10785 Berlin
Tel. d.: 030/266424318
Mobil: 0176/41582812
E-Mail d.: w.bornkessel(at)smb.spk-berlin.de 

Das Kunstgewerbemuseum verwahrt einen Sammlungsbestand, der aus Objekten der Zeitepoche des Mittelalters und der Renaissance, des Barock und Rokoko bis hin zu Arbeiten des Jugendstil und der Moderne besteht.
Die Schwerpunkte der Sammlung bilden Möbel, verschiedenste Textilien, Objekte aus Glas und Keramik sowie Metallarbeiten. Ich betreue den gesamten Sammlungsbestand aus Metall: mittelalterliche Goldschmiedearbeiten bis hin zu modernen Stahlrohrmöbeln. Die im Bereich Kunsthandwerk sehr häufig auftretenden Objekte mit Materialkombinationen werden in Kooperation mit den Werkstattkollegen aus den Fachbereichen Holz, Textil, Glas und Keramik bearbeitet.

Vor meiner Anstellung am Haus war ich an mehreren Landesmuseen (Landesmuseum Württemberg, Bayerisches Nationalmuseum) tätig. Im Laufe meiner Berufsjahre habe ich zahlreiche Kunstkammerobjekte bearbeiten dürfen und habe viele Erfahrungen bei der Restaurierung von Elfenbeinschnitzereien und  -drechseleien, bei Pokalen aus geschnittenen Edelsteinen (Bergkristall, Achat), Hornschnitzereien und gefassten Nautilusschalen sowie Emailarbeiten erworben.

Im Jahr 2009 erlangte ich an der Staatlichen Akademie der Bildenden im Fachbereich kunsthandwerkliche und archäologische Objekte das Diplom. In meiner Arbeit beschäftigte ich mich mit der Rekonstruktion von zwei Kerzenleuchtern, welche sich durch enorme Kriegsschäden in einem nicht ausstellungsfähigen Zustand befanden. Die Restaurierung wurde erfolgreich durchgeführt, so dass die Tischleuchter in der 2013 wiedereröffneten Dauerausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien wieder zu sehen sind. Meinem Studium ging eine 3-jährige Vorpraktikumszeit (Staatliche Kunstsammlungen Dresden / Grünes Gewölbe, Landesmuseum Württemberg) sowie eine Goldschmiedeausbildung voraus.  

Annika Dix (Stellvertreterin)
Germanisches Nationalmuseum
Institut für Kunsttechnik und Konservierung, Abteilung Kunsthandwerk
Kartäusergasse 1
90402 Nürnberg
Tel.d.: 0911/1331377
Mobil: 0176/20545197
E-Mail: a.dix(at)gnm.de

1994-1997 Studienvorbereitende Praktika am Landesmuseum Oldenburg und Grünen Gewölbe in Dresden
1997-2002 Studium der Restaurierung und Konservierung von Archäologischem Kulturgut und Kunsthandwerklichen Objekten an der Fachhochschule Erfurt,
Praxissemester am Museum für Angewandte Kunst in Köln und Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart
2002-2004 Restauratorin für Bernsteinobjekte am Grünen Gewölbe in Dresden
2005 Freiberufliche Restauratorin für Bernstein-, Bein- und Elfenbeinobjekte

Seit 2006 Restauratorin am Germanischen Nationalmuseum für die Abteilungen: Kunsthandwerk des Mittelalters und der Neuzeit bis 1800; Kunsthandwerk des 19. und 20. Jahrhunderts; Handwerksgeschichtliche Sammlung; Glasmalerei.
Zusätzlicher Arbeitsschwerpunkt: Präventive Konservierung – Schadstoffvermeidung in Vitrinen.

Melissa Möller (Stellvertreterin)
Tulpenweg 11
83043 Bad Aibling
Tel.: 08061/ 3497494
Mobil: 0163/ 1606491
E-Mail: moeller.restaurierung@googlemail.com

2003–2005 studienvorbereitendes Praktikum bei einem freiberuflichen Restaurator in Stuttgart, Fachbereich Gemälde
2005–2006 studienvorbereitendes Praktikum an den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, Abteilung Archäologische Denkmalpflege und Sammlungen
2006–2011 Studium der Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft an der Technischen Universität München
November 2011-September 2014 Restauratorin am Fränkische Schweiz-Museum Tüchersfeld.
2015 freiberufliche Restauratorin in Bad Aibling

Studienbegleitende Praktika:
24.07.2007–29.09.2007 als restauratorische Begleitung der Ausgrabungskampagne im antiken Pompeiopolis (heute: Tasköprü) des Instituts für Klassische Archäologie der Ludwig-Maximilian-Universität München
01.03.2009–09.04.2009 im Fachbereich „Präventive Konservierung“ am Doerner Institut, München
05.10.2009–16.10.2009  in der Restaurierungsabteilung für Kunsthandwerk der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen
15.02.2010–15.04.2010 in der Restaurierungsabteilung für Vor- und Frühgeschichte am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg
September 2009–April 2010 bei den Münchner Werkstätten für Restaurierung, Fachbereich Kunsthandwerk

Abschluss des Studiums mit der Diplomarbeit „Miniaturportraits aus Wachs – Die Sammlung der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim“ an den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, Abteilung Kunst- und Kulturgeschichte


Vorstellung des Fachgebietes

Portaluhr, um 1790

Alabaster, Kupferlegierung, vergoldet, Emaille

 - vor der Restaurierung

 


- und nach der Restaurierung

In der Fachgruppe Kunsthandwerk sind Restauratoren vereinigt, die sich mit einem breiten Spektrum an Objekten und Materialien auseinandersetzen. Die Bandbreite reicht zeitlich gesehen vom Mittelalter bis in die Neuzeit und umfasst Gegenstände aus Glas, Metall, Keramik, Leder, Federn, Kunststoff, Wachs, Holz, Stein, ... – eigentlich alle nur denkbaren Materialien in allen möglichen und oft auch unmöglichen Kombinationen.


Arbeitsfoto: Sicherung der Strohmarqueterie bei einem Kalender vom Ende des 19. Jahhrunderts

 Dazu gehört ein mittelalterlicher Reliquienschrein ebenso wie ein prunkvoller Nautiluspokal aus der Renaissance, ein barockes Flügelglas wie ein Porzellanservice des Rokoko, eine Empire-Kaminuhr ebenso wie ein Fächer mit Straußenfedern der Kaiserin Sissi oder ein Bleistiftspitzer aus Bakelit.

Detail eines Nautiluspokals vor der Restaurierung

Schnecke mit Silberfassung, Anfang 17. Jahrhundert

Bei dieser Vielfalt bleibt es nicht aus, dass der einzelne Restaurator manchmal an seine Wissensgrenzen stößt. Mit verschiedenartigen Seminaren und Exkursionen versucht die Fachgruppe der Materialvielfalt gerecht zu werden und den Dialog und Wissenstransfer zwischen ihren Mitgliedern zu fördern. Überschneidungen mit anderen Fachgruppen (z. B. Ethnologie, Textil, Leder, Archäologie, Gemälde) sind an der Tagesordnung und führen bei gemeinsamen Tagungen zu interessanten Einblicken und Diskussionen.


Reisebesteck mit Futteral, 17. Jahrhundert - vor der Reinigung

Silber, vergoldet, Stahl, Leder, Textilien


Porträt
von Wolfgang Heribert von Dalberg

Wachsbossierung, Ende 18. Jahrhundert

Wachs, Holz, Glas, Papier, Kupferlegierung, vergoldet

Rückseite einer Taschenuhr, Anfang 19. Jahrhundert - nach der Restaurierung

Email, Kupferlegierung, Glas, Eisen



Bildrechte: Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim