Sprecher der Fachgruppe Möbel und Holzobjekte



Die Sprecher der Fachgruppe Möbel und Holzobjekte: Helge Bartsch, Carola Klinzmann und Wolfram Bangen (v. li.) (Foto: RESTAURO)


Carola Klinzmann, Dipl.-Restauratorin (Vorsitzende)

Museumslandschaft Hessen Kassel
Postfach 410 420
34066 Kassel
Tel.: 05 61/3 16 80-844
E-Mail: c.klinzmann(at)museum-kassel.de

Jahrgang 1965, Tischlerausbildung, 3,5 Jahre Praktika in privater Werkstatt und im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg mit Fortbildung zum geprüften Restaurator, Studium an der FH Köln mit Diplomabschluss 1997, zweijährige freiberufliche Tätigkeit in Köln und Hamburg, seit 1999 Restauratorin für Möbel und Holzobjekte bei der Museumslandschaft Hessen Kassel
 

Wolfram Bangen
LWL- Freilichtmuseum Detmold
Krummes Haus
32760 Detmold
Tel: 05231-706131
E-Mail: w.bangen(at)web.de

1962 geboren, Tischlerlehre, Zivildienst, 1985-1988  Ausbildung zum staatl. geprüften Restaurator für Möbel und Holzobjekte an der Fachakademie München, 1988-1991 freiberufliche Tätigkeit in Münster, 1991-2003 Zentrale Restaurierungswerkstatt  vom  Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)- Museumsamt für Westfalen, seit 2003 Restaurator für Möbel und Holzobjekte beim LWL-Freilichtmuseum Detmold.


Helge Bartsch 
Reute 4
87509 Immenstadt Allgäu
Tel.: 08320 – 1076
Fax 08320 – 925079
E-Mail: hbrest(at)t-online.de

1959 geboren und aufgewachsen in Meinerzhagen NRW , verheiratet seit 1980, fünf Kinder. Malunterricht bei akad. Kunstmaler (A. Sänger) in Valbert, vom 8. - 19. Lebensjahr. Von Bleistift - Ölmalerei. Kunsttischlerausbildung inkl. Bildhauerei und Intarseur (Abschluss 1978  3. im Bundeswettbewerb). Abschluss: Kunsttischlermeister (1982 Landesbester in NRW). Verschiedene Museumstätigkeiten: Museum der Grafschaft Mark, Altena; Volkskunstmuseum, Innsbruck; Freilichtmuseum Längenfeld, Ötztal Tirol.
Seit 1997 Vereidigter Sachverständiger für Baudenkmalpflege und Möbelrestaurierung.
Gerichtsgutachter. WeiSRest Weiterbildungsstudium. Studium der mittelalterlichen Geschichtswissenschaften mit Abschluss Magister.
Gutachter / Sachverständiger für das Bundesdenkmalamt (BDA) in Österreich.

Fragen, die häufig an Möbel- und Holzrestauratoren gestellt werden

Wie wird man Restaurator für Möbel und Holzobjekte?

Während früher eine handwerkliche Berufsausbildung Voraussetzung für den Restauratorenberuf war, wird der Beruf heute an Hochschulen gelehrt. Ein auf die Studienrichtung bezogenens Praktikum vor der Aufnahme des Studiums ist nötig. Die Dauer des Vorpraktikums ist von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich und kann ein bis zwei Jahre dauern.
 
In Deutschland kann man an folgenden Hochschulen die Fachbereiche Möbel und Holzobjekte wählen:  undefinedFH Köln, undefinedFH HildesheimundefinedFH Potsdam, undefinedTU München.

Als Bachelorabschluss wird die Prüfung bei der staatlich anerkannten Fachakademie zur Ausbildung von Restauratoren für Möbel und Holzobjekte undefinedGoering Institut e.V. München an der HTW in Berlin anerkannt.
In Österreich: undefinedAkademie der Bildenden Künste in Wien.
In der Schweiz: undefinedHochschule der Künste Bern.

Wo arbeitet ein Restaurator für Möbel und Holzobjekte nach dem Studium?

Die Arbeitsfelder eines Restaurators für Möbel und Holzobjekte können in einem Museum, einem Denkmalpflegeamt, einer Hochschule oder auch freiberuflich als Mitarbeiter in der Privatwirtschaft oder in einer eigenen Werkstatt sein.

Welche Objekte werden von Restauratoren für Möbel und Holzobjekte bearbeitet?

Der Möbelrestaurator ist in der Regel mit beweglichem Mobiliar beschäftigt. Dies kann aus unterschiedlich verarbeiteten Hölzern, aber auch Kunststoff bestehen. Materialien, die sich auf Möbeln befinden, können aus Horn, Elfenbein, Metall oder beispielsweise auch aus Stroh sein. Daneben gibt es fest mit einem Bauwerk verbundene Ausstattungen wie Decken- und Wandvertäfelungen, Tür- und Toranlagen, auch Treppen. Ebenso im sakralen Bereich sind umfangreiche Arbeitsmöglichkeiten vorhanden.

Möbel gehören in unseren Alltag. Wir gehen tagtäglich mit ihnen um, verwenden und verändern sie. Möbel dienen als Stauraum, zur Bequemlichkeit und als Statussymbole. „Mobilien“ (lat. mobilis = beweglich) sind nicht nur praktisch, sondern befriedigen auch unsere ästhetischen Bedürfnisse. Sie repräsentieren ihre Besitzer und ihre Entstehungszeit und sind zugleich Zeugnis technologischer und künstlerischer Fähigkeiten. Für die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten und Zwecke entstanden eine Vielzahl von Möbeltypen. Zweckmäßige Alltagsmöbel wie schlichte Tische, Hocker und Truhen stehen neben reich marketierten Schreibmöbeln, Nähtischchen oder aufwändig gepolsterten Sitzmöbeln.

Holz ist nach wie vor ein wichtiges Konstruktionsmaterial für Möbel. Zur Herstellung von Möbeln und ihrem Dekor werden jedoch zahlreiche weitere Materialien wie Metalle, Rattan, Leder, Stroh, Papier, Pappmaché, Stuck, Pigmente, Stein, Edelsteine, Schildpatt, Perlmutt und Kunststoffe eingesetzt. Zudem zeigen Möbel vielseitige Techniken des Oberflächenschutzes bzw. der -veredelung. So bringen z.B. transparente Oberflächenüberzüge wie Lacke und Wachse die Textur edler Hölzer wie Nussbaummaser- oder Rosenholz zur Geltung; farbige Beizen verstärken oder verändern die ursprüngliche Holzfarbe. Auch können Möbeloberflächen durch mehrschichtige Grundierungen, Farbfassungen und Vergoldungen vollständig überfasst sein.

Neben Möbeln befassen sich Möbel- und Holzrestauratoren mit Holzobjekten wie Skulpturen oder kunsthandwerklichen Objekten sowie mit Objekten der Denkmalpflege wie Fenstern und Türen sowie Wandvertäfelungen. Auch schließt die Tätigkeit des Möbel- und Holzrestaurators hölzerne Elemente an Musikinstrumenten, Automobilen oder auch Gegenstände des Alltags wie Löffel, Schalen und Fässer ein.

Wie beginnt eine anstehende Restaurierung?

Das Möbel/Holzobjekt  wird auf seine Technik, seinen Erhaltungszustand und die entstandenen Schäden untersucht. Offene Fragen zur Entstehung, der Herstellung, des ausführenden Schreiners, der früher durchgeführten Restaurierungen müssen recherchiert werden. Darauf aufbauend wird ein Konzept zur bevorstehenden Restaurierung erarbeitet. Hier werden dann die zu verwendenden Materialien ausgesucht und geeignete Restaurierungsmaßnahmen festgelegt. Die einzelnen Arbeitsschritte und Befunde werden fotografisch festgehalten und schriftlich dokumentiert.

Wie wird ein Möbel/Holzobjekt untersucht?

Es gibt zerstörungsfreie Methoden (in situ) und solche, für die eine Probe entnommen werden muss. Eine einfache zerstörungsfreie Methode ist die Untersuchung mit der Lupe oder dem Mikroskop. Mit ultraviolettem Licht können materialtypische Fluoreszenzen an verwendeten Oberflächenüberzügen festgestellt werden. Die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie kann für die Bestimmung von organischen Beiz- und Oberflächenüberzüge eingesetzt werden und die Röntgenfluoreszenzuntersuchung für die anorganischen Beiz- und Oberflächenüberzüge. Für Materialanalysen (Bindemittel, Pigmente, Holz) ist oft eine Probenentnahme erforderlich. Hölzer können unter dem Mikroskop anhand ihrer Zellstrukturen genau bestimmt werden.

Welche Unterscheidungen im Bereich der Restaurierung gibt es?

Zu den präventiven Konservierungsmaßnahmen in der Holzrestaurierung gehören zum Beispiel die Anfertigung einer Vitrine zum Schutz vor Berührung im musealen Bereich und selbstverständlich die Kontrolle der Umgebungsbedingungen wie Beleuchtung, Klima, Depot etc. Grundlage für alle weiteren Restaurierungsmaßnahmen sind die substanzerhaltenden Maßnahmen.

Unter Fachleuten unterscheidet man zwischen Konservierung und Restaurierung. Eine substanzsichernde, bzw. konservierende Maßnahme ist zum Beispiel die Verleimung, eine Stabilisierung von gebrochenen statisch wichtiger Teile und Sicherung loser evtl. abkreidender Malschichten oder Oberflächenüberzüge.
Die Abnahme von Übermalungen oder die Kittung und Retusche von Fehlstellen sowie Substanzergänzungen sind Restaurierungsmaßnahmen.