Sprecher der Fachgruppe Musikinstrumente

Sebastian Kirsch M.A., Dipl.-Restaurator (Sprecher)
Kornmarkt 1
90402 Nürnberg
Tel. 0911 / 1331235
E-Mail: s.kirsch@gnm.de

Studium der Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft in Würzburg, München und Trondheim (Abschluss: Magister Artium M.A.), danach Studium der Konservierung-Restaurierung mit Schwerpunkt Objekte (Holz, Fachbereich Musikinstrumente) an der Akademie der bildenden Künste Wien (Abschluss Dipl. Rest.), seit 2014 am Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg als Wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt.

Meike Wolters-Rosbach Dipl.-Restauratorin
Germanisches Nationalmuseum
Kornmarkt 1
90402 Nürnberg
Tel. dienstl.: 0911/ 1331-310
E-Mail: m.wolters-rosbach(at)gnm.de

Abgeschlossene Ausbildung mit Gesellenbrief zur Klavierbauerin bei Steinway & Sons in Hamburg. Studium Konservierung und Restaurierung im Fachbereich Holz an der FH Potsdam mit Abschluss zur Diplom-Restauratorin. Mehrjährige freiberufliche Tätigkeit in Berlin als Restauratorin für historische Tasteninstrumente. Seit 2005 als Kunsttechnologin im Projekt MUSICES am Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg angestellt.

Vorstellung des Fachgebietes


Die unterschiedlichen Formen von Musik haben eine große Vielfalt an Geräten zur Erzeugung von Klängen hervorgebracht. Der Bogen spannt sich vom ethnologischen Musikinstrument bis hin zum komplexen System einer Kino-Orgel und zeitlich von der prähistorischen Tonrassel bis zum Synthesizer. Diese Geräte menschlicher Ausdruckmöglichkeit sind Objekte künstlerischer und religiöser Betätigung und zugleich Kunstobjekte.

In den Musikinstrumenten finden wir das Werkzeug des Musikers, das Kunstobjekt, und das technische Denkmal des Musikinstrumentenbaus vereinigt. Das Musikinstrument unterliegt den aktuellen Anforderungen des Musikers und der Komponisten. Die Instrumente wurden daher stets angepasst und weiterentwickelt.


Die Restaurierung von Musikinstrumenten betrifft sowohl „Schauobjekte“, die nicht mehr gespielt werden können, als auch „spielbare“, zu nutzende Instrumente. Für beide Gruppen entsteht oft ein Spannungsfeld zwischen dem Anspruch der Bewahrung des überlieferten Zustandes und der Wiederherstellung des ursprünglichen Erscheinungsbildes, bzw. der Spielbarkeit.

Die Komplexität der Musikinstrumente führt aktuell zu einer Spezialisierung der Restauratoren hin zu Teilbereichen des Instrumentariums. Um den gerechtfertigten Erwartungen an eine Restaurierung entsprechen zu können, ist ein Diplom-Studiengang die grundsätzliche Voraussetzung.

Der derzeitige Ausbildungsweg führt über die Diplom-Studienrichtung Holzobjekte, verbunden mit der Möglichkeit innerhalb des Studiums an Musikinstrumenten zu arbeiten. Die Praxissemester werden an einer spezialisierten Einrichtung absolviert und das Diplomthema liegt im Bereich der Musikinstrumente.

Nach Abschluss des Studiums bleibt die ständige Weiterbildung unverzichtbar. Dieses kann im Selbststudium und/oder über die von der Fachgruppe Musikinstrumente im VDR organisierten Veranstaltungen erfolgen.



Bildrechte: Musikinstrumentenmuseum im Münchner Stadtmuseum

Beispiel einer Restaurierung

Forschungsprojekt „Thalkirchner Orgel“          

 Die sog. „Thalkirchner Orgel“ zählt zu den ältesten erhaltenen Orgeln Bayerns. Ein namentlich nicht bekannter Orgelbauer errichtete sie 1630 für die Wallfahrtskirche Maria Thalkirchen. Seit 1908 befindet sie sich im Deutschen Museum und zählt zu den besonderen Kostbarkeiten der Musikinstrumentensammlung.

Das Instrument war in den vergangenen Jahren Gegenstand eines umfangreichen Forschungsprojektes. Im Vorfeld einer geplanten Restaurierung entstand eine detaillierte Dokumentation in Wort und Bild; zudem wurden Archiv- und Materialforschungen sowie eine Schadenserhebung durchgeführt. Die Objektdokumentation umfasst (a) die Beschreibung aller Teile, ihrer Bauweise, Beschriftungen, Materialien und Veränderungen, (b) die bildliche Dokumentation mit Photos aller Teile, digitalen technischen Zeichnungen der gesamten Orgel unter Anwendung von sog. Layern, photogrammetrischer Aufnahme des Gehäuses und Röntgenaufnahmen, (c) Materialanalysen von Holzteilen und Metallpfeifen, (d) eine detaillierte Untersuchung der Gehäusefassung(en), (e) eine Mensuranalyse, (f) eine Schadenserhebung und (g) natürlich die Auswertung der gewonnenen Daten. 

 Die Forschungen führten zu einer genauen Kenntnis des Instruments und seiner Geschichte. So stellte sich etwa heraus, dass die Struktur der Orgel über die Jahrhunderte weitgehend erhalten blieb (im süddeutsch-österreichischen Raum bei Orgeln des 17. Jh. eine Seltenheit), das Pfeifenwerk aber zahlreichen Veränderungen unterworfen war: Neue Pfeifen ersetzten alte, vorhandene Pfeifen wurden modifiziert, die Orgel umgestimmt. Dies ist an verschiedenen Beschriftungen und Herstellungsmerkmalen zu erkennen.

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden Grundlage der Entscheidung über ein Restaurierungskonzept sein.

Die Forschungen zur „Thalkirchner Orgel“ wurden von einem Team aus Experten unterschiedlicher Fachrichtungen durchgeführt, zum Teil in Kooperation mit Institutionen wie dem Doerner-Institut, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, dem Lehrstuhl für Restaurierung, Kunsttechnologie und Restaurierungswissenschaft der TU München, dem Bayerischen Landeskriminalamt und der Firma Artray, München. Das Projekt wurde freundlicherweise von der Heidehofstiftung Stuttgart sowie privaten Sponsoren finanziell unterstützt.

Inv.-Nr. 13125

Ein Manual und Pedal (C-c3 bzw. C-b, jeweils mit kurzer Oktave im Bass)

10 Register

Schleiflade mit mechanischer Traktur

Drei durch Handhebel aufziehbare Spanbälge

Winddruck 57 mmWS, mitteltönige Stimmung auf a1 = 460 Hz