Sprecher der Fachgruppe Präventive Konservierung

Cord Brune Dipl.-Restaurator M.A. (Vorsitzender)
Karl-Marx-Str. 72
14482 Potsdam
Tel. privat: 0331/58938758
Mobil: 01511/9457776
E-Mail: mail(at)brune-conservation.de

Ich arbeite als freiberuflicher Diplom-Restaurator in Hannover mit den Schwerpunkten Möbel und Holzobjekte sowie Museumsberatung für Präventive Konservierung. Nach Vorpraktikum im Braunschweigischen Landesmuseum Abschluss zum Diplom-Restaurator in Köln 1996 selbständige Arbeit in Frankfurt, von 1999 bis 2005 wiss. Mitarbeiter im Hornemann Institut Hildesheim, Masterabschluss an der HAWK 2011. Seit 2008 auch Seminarleiter und seit 2015 Fachberater für den Museumsverband Niedersachsen/Bremen. Seit 2016 Lehrbeauftragter für Präventive Konservierung an der FH Potsdam.

Desirée Drechshage-Rieke M.A., Dipl.-Restauratorin (Stellvertreterin)
Am Alten Dreisch 41
33605 Bielefeld
Tel. d.: 0160/6240115
E-Mail: desidre(at)web.de

Nach einem restauratorischen Vorpraktikum in einem privaten Restaurierungsunternehmen und der zentralen Restaurierungswerkstatt Haus Lüttinghof in Gelsenkirchen habe ich von 2002 bis 2008 an der HAWK in Hildesheim Konservierung von Gemälden und gefassten Holzobjekten studiert und 2007 einen Diplom- sowie 2008 einen Master of Arts-Abschluss gemacht. Im Anschluss habe ich mich in Bielefeld selbstständig gemacht und bin seitdem im Raum Ostwestfalen-Lippe für Museen und Privatkunden tätig.

Kerstin Luber, Dipl.-Restauratorin (Stellvertreterin)
Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Tel.: 0179/1189894
E-Mail: kerstin.luber(at)googlemail.com

Ich arbeite seit 2010 als Gemälderestauratorin (50 Prozent), in der Präventiven Konservierung (50 Prozent) und als stellvertretende Leiterin der Restaurierungsabteilung am Münchener Stadtmuseum. Von 2000-2003 habe ich mein Vorpraktikum im Atelier von Rolf-Gerhard Ernst, München gemacht und anschließend an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart studiert. Nach dem Diplomabschluss 2007 habe ich ein Volontariat in der Alten Pinakothek, Doerner Institut, gemacht und am Bayerischen Nationalmuseum und in der Pinakothek der Moderne gearbeitet.

Vorstellung des Fachgebietes

Die Präventive Konservierung umfasst alle Maßnahmen zur Verbesserung der Umgebungsbedingungen mit dem Ziel der Vermeidung von Schäden an Kunstwerken, Ausstattung und Gebäuden ohne direkten Eingriff am Objekt.

Die Präventive Konservierung dient primär der langfristigen Erhaltung von Kunstwerken und zielt darauf, Schäden bereits im Vorfeld zu vermeiden bzw. das Schadensrisiko zu verringern. Alle Disziplinen der Restaurierung sind gleichermaßen gefordert, sich dieses Themas anzunehmen, um die Erhaltung von Kulturgut auf Dauer zu gewährleisten.

Die Fachgruppe Präventive Konservierung will eine Anlaufstelle sein, um diese Bemühungen zu unterstützen und den Informationsfluss zu fördern.


Aufgabengebiete und Themenfelder der Fachgruppe

Klima


Lange Zeit galten in Museen die so genannten ICOM-Richtlinien, von denen als generell maßgebliche Werte für das Raumklima 50 Prozent relative Feuchte und 20 Grad Celsius abgeleitet wurden. Zugelassen waren meist nur geringe Abweichungen. Die Entwicklung geht heute in Richtung einer differenzierteren Betrachtung, bei der zum einen zwischen den Materialien unterschieden wird, und die zum anderen ein über das Jahr gleitendes Klima zulässt.


Licht

Hier werden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Beleuchtungsarten gesammelt und ebenso die verschiedenen Filtersysteme erfasst. Wichtige Schlagworte sind Leuchtstofflampe, Glühbirne, LED, Kaltlicht, Sonnenlicht, UV-Schutz, IR-Schutz, Lichtschutzfolien, Beleuchtungsdauer, Vorhänge, Zeitschaltung ...

Schadstoffe
Materialemissionen                                                            

                                                            
Schadstoffe in museal genutzten Innenräumen sind ein wichtiges und derzeit äußerst aktuelles und viel diskutiertes Thema. Als Emissionsquellen kommen sowohl die zum Bau und zur Ausstattung eingesetzten Materialien als auch das Sammlungsgut selbst in Betracht. Wichtige Aspekte in diesem Zusammenhang sind chemische Verbindungen, Messverfahren und -techniken, Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, Schädigungspotenzial für Sammlungen, Fragen der Schadstoffverringerung bzw. -vermeidung.


Naturwissenschaftliche Untersuchungsverfahren und -methoden

Der Einsatz naturwissenschaftlicher Untersuchungsverfahren ist heutzutage unerlässlich. Mit ihrer Hilfe lassen sich nicht nur wichtige Erkenntnisse über die Geschichte und Herstellungstechnik von Kunst- und Kulturgut treffen, sondern sie bieten auch wichtige Entscheidungsgrundlagen für die Entwicklung von Konservierungs- und Restaurierungskonzepten. Die Entwicklung neuer Methoden bzw. die Übertragung naturwissenschaftlicher Techniken auf restauratorisches Gebiet eröffnen eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, deren Grenzen und Anwendungsgebiete zu beleuchten und zu diskutieren sind.

                                                     
Schädlinge
Mikroorganismen


Hier geht es sowohl um holzzerstörende Insekten als auch um Mikroorganismen, die Museumsgut angreifen. Neben der Erkennung und Vorbeugung liegt ein weiterer Schwerpunkt auf Bekämpfungsmaßnahmen. Es sollen Informationen zu den eingesetzten Giften und ihrer Vor- und Nachteile sowie zu den Verfahren mit Gas (Stickstoff, Sauerstoffentzug, Giftgas), Kälte oder Wärme (z.B. Thermo lignum Verfahren) gesammelt werden.

 

Messtechnik und Monitoring


Ein zentraler Punkt in der Präventiven Konservierung ist das Monitoring, also die Erfassung, Beschreibung und langfristige Beobachtung von Kunstwerken und Umgebungsbedingungen. Über elektronische Messverfahren stehen neue Möglichkeiten zur Verfügung, die beispielsweise über eine statistische Auswertung der Daten wichtige Hinweise auf Schadensrisiken liefern können, u.a. in Hinsicht auf Beleuchtungsstärke und -dauer, Temperatur- und Feuchteextrema oder Wachstumsbedingungen für Mikroorganismen. Nur über tatsächlich messbare und nachvollziehbare Werte kann eine langfristige Abschätzung von Veränderungen und Gefahren erfolgen.

Weitere Themen

Sicherheitskonzepte (Einbruch / Brand)

Transport / Erschütterungen

Risikoabschätzung

Katastrophenplanung

Gebäude / Bauplanung

Pflege und Wartung von Kunst- und Kulturgut

Vitrinen

Depots / Archive

Verpackungsmaterial
Starke Änderungen von Feuchte und Temperatur gehen mit Dimensionsänderungen von Werkstoffen einher, die im Materialverbund Spannungen verursachen, was wiederum zu Schäden führen kann. Die Konsequenz daraus ist, dass zur Schadensvermeidung kurzfristige Schwankungen von Feuchte und Temperatur im Stunden- und Tageszyklus minimiert werden müssen. Für die dauerhafte Erhaltung von historischem Kulturgut ist es notwendig, das Klima über das Jahr möglichst konstant zu halten.
Bildrechte: Ralf Kilian (Diagramme), Matthias Stappel (Fotos)