Sprecherinnen der Fachgruppe Textil


Gesa Bernges, Dipl.-Restauratorin (Sprecherin)

Historisches Museum Basel
Steinenberg 4
CH-4051 Basel
Tel.: 0041/(0)61 2058600
E-Mail d.: gesa.bernges(at)bs.ch

Vordiplom im Bereich Gemälde/Skulptur 2005 an der Fachhochschule Köln. Wechsel in den Bereich Textilien und archäologische Fasern. Diplomabschluss 2010. Seit 2011 beschäftigt im Historischen Museum Basel.


Ursula Lingscheid, Dipl.-Restauratorin (Stellvertreterin)

Beier, Freund und Kühler, Köln
wißmanstraße 36
50823 Köln
Tel.d.: 0221/ 6907814
E-Mail: vdrtextil(at)hotmail.com

Studium an der Fachhochschule Köln, Diplomanschluss 2009. Seit 2010 beschäftigt bei Beier, Freund und Kühler.


Vorstellung des Fachgebietes

"Es gibt keine einfachen Lösungen für sehr komplizierte Probleme. Man muss den Faden geduldig entwirren, damit er nicht reißt." Michail Gorbatschow

Die Fachgruppe Textil wird sowohl von freiberuflichen als auch von angestellten Restauratoren gebildet, die sich um den Erhalt des kulturellen textilen Erbes bemühen. Sie dient als Forum zum Informationsaustausch und bietet durch Tagungen, Workshops und Exkursionen die Möglichkeit, neue Erkenntnisse weiter zu geben sowie verschiedene Konservierungsansätze und -methoden zu diskutieren.


Sitzbank vor der Restaurierung
(Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Schloss Ludwigsburg, Audienzzimmer)




Sitzbank nach der Restaurierung
(Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Schloss Ludwigsburg, Audienzzimmer)



Zum Aufgabengebiet der Textilrestauratoren gehören Bodenfunde, Paramente, Kostüme und Accessoires, Ausstattungstextilien aus höfischem und bürgerlichem Milieu, Objekte der Volks- und Völkerkunde sowie moderne und zeitgenössische Textilien.

Das Ausgangsmaterial aller Textilien sind pflanzliche, tierische oder synthetische Fasern, die mittels verschiedener Techniken zu Garnen, textilen Flächengebilden und schließlich zum fertigen textilen Objekt weiterverarbeitet werden können. Charakter und Aussehen eines Textils werden zudem auch von fachfremden Materialien, wie beispielsweise Metallfäden, Leder, Knöpfen, Perlen, Glassteinen, Federn beeinflusst. Dadurch entstehen häufig Objekte mit komplexen Materialkombinationen, die den Dialog und die Zusammenarbeit mit Restauratoren aus anderen Fachgebieten erfordern.

Bei der Bestandserhaltung von Textilien wird optimalerweise im Vorfeld eine gründliche schriftliche, fotografische und zeichnerische Erfassung der Materialien, der Herstellungstechniken und der Schäden erstellt. Hierzu können verschiedene naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden hinzugezogen werden, wie zum Beispiel Mikroskopie, Materialanalysen mittels Lösungsmittel und wenn möglich auch strahlendiagnostische Verfahren.




Eine Bestandsaufnahme erfolgt unter Berücksichtigung historischer, stilistischer, ikonografischer, technologischer und materieller Aspekte. Auf dieser Grundlage kann ein entsprechendes konservatorisches und/oder restauratorisches Maßnahmenkonzept erstellt und ausgeführt werden. Dabei ist es vor allem wichtig, das Textil im historischen Kontext zu begreifen und dessen Integrität zu berücksichtigen. Um diesen  Ansprüchen gerecht zu werden, ist ein reger Austausch mit Fachleuten aus den Bereichen Kunstgeschichte, Naturwissenschaften und Denkmalpflege genauso notwendig, wie die Zusammenarbeit mit den Eigentümern.

               

Befeuchten und Glätten einer Fahne (Foto: Schweizerisches Nationalmuseum)



Neben den konservatorischen und restauratorischen Maßnahmen am Objekt bilden viele andere Aufgabengebiete einen großen Bestandteil der Arbeit. Die umfassende Beratungstätigkeit im öffentlichen und privaten Bereich oder die Betreuung von Großprojekten, wie auch die Präventive Konservierung gehören mit zu den Aufgaben von Textilrestauratoren. Die Präventive Konservierung beinhaltet unter anderem die fachgerechte Einlagerung von Objekten oder die Überwachung des Raumklimas in Depot- und Museumsräumen. Für Ausstellungen entwickeln  Textilrestauratoren in Zusammenarbeit mit Kuratoren, Gestaltern und Ausstellungstechnikern objektgerechte Montagen und stellen diese unter Verwendung inerter Materialien her.