
Fachgruppe Archäologische Ausgrabung
Fachgebiet
Grabungstechniker/in und Dipl.-Ausgrabungsingenieur/in im VDR
In der Fachgruppe „Archäologische Ausgrabung“ sind Grabungstechniker/innen und Diplom-Ausgrabungsingenieure und -Ingenieurinnen organisiert. Grabungstechniker – in der ehemaligen DDR hießen sie Restauratoren auf Ausgrabungen – sind Repräsentanten eines noch jungen Berufes, der sich in den letzten 35 Jahren auf dem Gebiet der Archäologie entwickelte.
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Grabung in Ulm, Münsterplatz Zeichnen eines Skeletts | Grabung in Ulm, Neue Straße tachymetrische Befundaufnahme eines Kellers |
Die immer stärkere Einbindung der Wissenschaftler in administrative Aufgaben und der Trend zur Spezialisierung auch auf dem Gebiet der Denkmalpflege schufen den zur Entstehung dieses Berufes notwendigen Raum. Grabungstechniker und Diplom-Ausgrabungsingenieure sind heute aus der archäologischen Feldarbeit nicht mehr fort zu denken. Sie sind überwiegend bei Denkmalpflegeinstitutionen der einzelnen Bundesländer, zunehmend auch bei privaten Grabungsfirmen angestellt. Zum Aufgabenbereich der Grabungstechniker und Diplom-Ausgrabungsingenieure gehört, in Zusammenarbeit mit den Archäologen, die Organisation und Leitung einer archäologischen Ausgrabung. Hierzu zählt die sachgemäße Ausgrabung und Dokumentation von Befunden sowie die Freilegung und Bergung des Fundmaterials. Die enge Zusammenarbeit mit dem archäologischen Restaurator, der die Funde konserviert oder restauriert, ist für die Bewahrung des archäologischen Kulturgutes unerlässlich.
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Ausgrabung in Speyer 2004 Freilegung von Keramik | Ausgrabung in Heuneburg freigelegte hallstattzeitliche Bauhölzer in einem Befestigungsgraben |
Besondere Bedeutung kommt der Dokumentation der Befunde in Zeichnungen, Fotografien und Beschreibungen zu, ebenso deren Aufbereitung in Übersichtsplänen und dem Grabungsbericht im Hinblick auf die abschließende wissenschaftliche Auswertung. Ein in den letzten Jahren hinzu gekommener Arbeitsbereich ist der digitaler Aufnahmemethoden und deren Ausarbeitung in CAD, Bildarchiven und Datenbanken. Die große Verantwortung dieses Berufes wird deutlich, wenn man erkennt, dass jede Ausgrabung auch eine planmäßige Zerstörung des Kulturgutes darstellt und alle nicht erfassten Aspekte der Fundstelle nach Beendigung der Grabung unwiederbringlich verloren sind.
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3-D-Modell Ulm Neue Straße Drahtmodell eines aufgemessenen Kellers mit eingepassten Profilen | 3-D-Modell Ulm Neue Straße Modell eines tachymetrisch aufgemessenen Kellers |
Bildrechte:
Landesamt für Denkmalpflege, Speyer (Ausgrabung Speyer 2004)
H. Lang, Reg.-Präs. Stuttgart, Landesamt für Denkmalpflege (alle weiteren Fotos und Zeichnungen auf dieser Seite)
Aus der Geschichte des Berufes und der Fachgruppe
1956:Seit Gründung der AdR, damals noch Arbeitsgemeinschaft des technischen Museumspersonals (ATM), sind Grabungstechniker/innen Mitglieder in diesem Verband.
1978: Bildung einer eigenen Fachgruppe „Grabungstechnik“.
Von den etwa 350 –400 Grabungstechniker/innen in ganz Deutschland waren zu dieser Zeit ungefähr 100 Kolleginnen und Kollegen in dieser Fachgruppe der AdR organisiert. Die Fachgruppe war die einzige bundesweite Organisation der Grabungstechniker und ist neben dem Schweizer Verband VATG (Verband des archäologisch technischen Grabungspersonals) auch weltweit einzigartig. Sie kümmerte sich vorrangig um die Belange der Fort- und Weiterbildung ihrer Mitglieder.
1981: Offizielle Gründung von Fachgruppen im ATM. Fachgruppensprecher: F. Maurer, Stellvertreter: F. A. Linke (Ernennung 1983).
1985: Erstellung einer Fortbildungs- und Prüfungsordnung, an deren Schaffung die Fachgruppe Grabungstechnik maßgeblich beteiligt war. Seither wurden unter der Beteilung von Fachgruppenmitgliedern im Prüfungsgremium etwa 110 Prüfungen erfolgreich abgelegt.
Neben der Fortbildung zum Grabungstechniker nach dem „Frankfurter Modell“ ist seit dem Wintersemester 1994 an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) in Berlin ein Studium zum Dipl.-Ausgrabungsingenieur möglich. Bei der Einrichtung und Lehrplangestaltung dieses Studienganges wurde auf die Mitarbeit der Fachgruppe großen Wert gelegt. Grabungstechniker und Ausgrabungsingenieure sind von ihrem Tätigkeitsfeld und Verantwortungsbereich her prinzipiell gleichgestellt.
1994: Maßgebliche Arbeiten zur Veröffentlichung des „Handbuches für Grabungstechnik“.
2001: Fusion von sieben deutschen Restauratorenverbände, darunter die AdR, zu einem großen Verband, den Verband der Restauratoren (VDR). In diesen neuen Verband wurden auch die Grabungstechniker und Grabungsingenieure übernommen. Die neu gegründete Fachgruppe heißt „Archäologische Ausgrabung“.
Fachtagungen
Neben den turnusmäßigen Tagungen des Gesamtverbandes führte die Fachgruppe folgende eigene Fachtagungen, die oft einen speziellen Aspekt der Grabungstechnik beleuchten, durch:
In der Arbeitsgemeinschaft der Restauratoren (AdR):
1987 Konstanz, Baden-Württemberg
1991 Schleswig, Schleswig-Holstein
1995 Büdingen, Hessen
1999 Speyer, Rheinland-Pfalz
Im Verband der Restauratoren (VDR):
2002 Regensburg, Bayern
2005 Weimar, Thüringen
Erfahrungsgemäß werden diese Tagungen von jeweils etwa 100 Teilnehmern besucht und sind nach wie vor offen für alle Kolleginnen und Kollegen, auch Nichtmitglieder des Verbandes der Restauratoren.Vorstellung: Fachgebiet - Vorsitzende - Beispiel einer Restaurierung | Aktuelles | Intern
Fachgruppenvorsitzende und Stellvertreter
| Matthias Rummer (Vorsitzender) Landesamt für Archäologie – SachsenZur Wetterwarte 701109 DresdenTel. d.: 03 51/892 66 13E-Mail d.: mrummer@archsax.smwk.sachsen.de |
| Christof Schubert Sonnenleite 22 a 01640 Coswig Tel.: 0 35 23/53 54 20E-Mail: christof.schubert@web.de |
Vorstellung: Fachgebiet - Vorsitzende - Beispiel einer Restaurierung | Aktuelles | Intern
Beispiel einer Restaurierung
An dieser Stelle finden Sie bald ein Beispiel für eine Restaurierung im Fachgebiet Archäologische Ausgrabung.


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