Grundlagentexte

„Kulturgüter vermitteln als materielle Zeugnisse des kulturellen Erbes einen lebendigen Einblick in die Vergangenheit. Für die Gesellschaft ist es von besonderer Bedeutung, die Kulturgüter zu bewahren und an kommende Generationen weiterzugeben. Die Restauratoren übernehmen mit ihrer Arbeit besondere Verantwortung für das Kulturgut gegenüber der Gesellschaft und der Nachwelt. Ihre Aufgabe ist der Schutz, die Erhaltung und die Restaurierung des Kulturgutes, im Respekt des ganzen Reichtums seiner Authentizität und unter Wahrung seiner Integrität. Die hohen ethischen Grundsätze, denen sie sich verpflichtet fühlen, sind in den Ehrenkodizes für Restauratoren fixiert.“ (Auszug aus der Präambel der Satzung des VDR)

Internationale Chartas sind länderübergreifende normative Dokumente, die einen hohen Grad an Verbindlichkeit haben. Für die Denkmalpflege, Konservierung und Restaurierung fassen sie die wichtigsten Orientierungen und Prinzipien zusammen und sind Richtschnur für allgemein akzeptiertes, moralisches Handeln in diesen Disziplinen.

E.C.C.O. – Berufsrichtlinien / Professional Guidelines
Die European Confederation of Conservator-Restorers´ Organizations (E.C.C.O.) benennt im Code of Ethics von 2002 die Grundsätze, an die Restauratoren bei der Ausübung ihrer konservatorischen und restauratorischen Arbeit gebunden sind

undefinedE.C.C.O. - Berufsrichtlinien I / Professional Guidelines I
Der Beruf des Restaurators / The Profession (2002)

undefinedE.C.C.O. - Berufsrichtlinien II / Professional Guidelines II
Der Standeskodex / Code of Ethics (2003)

undefinedE.C.C.O. - Berufsrichtlinien III / Professional Guidelines III
Grundlegende Anforderungen zur Restauratorenausbildung / The Basic Aims of Education in Conservation-Restoration (2004)

 

Charta von Venedig
Die „Internationale Charta über die Konservierung und Restaurierung von Denkmälern und Ensembles“ wurde 1964 als Ergebnis einer Konferenz von Teilnehmern aus 17 Staaten verabschiedet. In dem Dokument bündeln sich die Erfahrungen der Denkmalpflege eines ganzen Jahrhunderts. Die Substanzerhaltung wird als die wichtigste Aufgabe in der Denkmalpflege definiert und lässt sich auf den Umgang mit beweglichen Kulturgütern übertragen.
zur Charta von Venedig (pdf)

 

Das Dokument von Vantaa
Das „Dokument von Vantaa“ beinhaltet Vorschläge für eine "Europäische Strategie zur Präventiven Konservierung" und wurde 2000 von einer internationalen Arbeitsgruppe in Vantaa, Finnland, verabschiedet. 
zum Dokument von Vantaa (pdf; 2 MB) 

 

Die Charta von Lausanne (1990)
Die „Charta für den Schutz und die Pflege des archäologischen Erbes“ wurde 1990 von der ICOMOS („International Council on monuments and sites“) Generalversammlung in Lausanne beschlossen. Darin sind die Grundsätze zu den verschiedenen Aspekten des Umgangs mit dem archäologischen Erbe festgehalten.
zur Charta von Lausanne

 

Das Dokument von Nara
Das „Nara Dokument über Authentizität“ wurde als Ergebnis einer Expertenkonferenz in Nara, Japan 1994 verabschiedet. Es wurde konzipiert im Geist der Charta von Venedig und beschäftigt sich mit dem Begriff Authentizität in der Restaurierungspraxis.
undefinedzum Dokument von Nara

 

Standards für Museen
Der Deutsche Museumsbund (www.museumsbund.de) hat gemeinsam mit ICOM-Deutschland die "Standards für Museen" herausgegeben. Klare Aufgabenbeschreibungen und formulierte Standardwerte sollen die Position von Museen aller Sammlungsbereiche, Größen, Trägerfromen und Regionen in den Gesellschaft festigen und ihnen als Leitfaden für die tägliche Arbeit dienen.
zu den Standards für Museen

 

Literatur:
Katrin Janis, Restaurierungsethik im Kontext von Wissenschaft und Praxis, München 2005