Aktuelles aus der Landesgruppe  Berlin/Brandenburg

Einladung zum geselligen Vortragsabend am 8. Dezember in Berlin

"Die Restaurierung früher buddhistischer Tempelmalereien in Indien, Ladakh" ist das Thema des Vortrages, der am 08.12.2016 um 19 Uhr in einem Atelier im Prenzlauer Berg beginnt. Im Anschluss gibt es Zeit für Fragen und Gespräche bei Glühwein und Gebäck.

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Online-Umfrage zur beruflichen Situation der Kollegen in Berlin

Im Sommer 2015 hatte sich die Landesgruppe Berlin-Brandenburg nach mehreren persönlichen Wortmeldungen zur prekären Arbeitssituation von Restauratorinnen und Restauratoren in Berlin dazu entschieden, eine belastbare Umfrage zu diesem Thema durchzuführen. Im Zuge der Online-Umfrage ergab sich eine fast sensationell zu bewertende Beteiligung, die die Brisanz der Thematik wohl deutlich widerspiegelt (Auswertung hier).

Von den 393 Mitglieder der VDR-Landesgruppe Berlin-Brandenburg sind 267 als ordentliche Mitglieder registriert, davon 190 in Berlin. 157 Personen haben den Fragebogen geöffnet, von denen immerhin 106 die Fragen ganz oder teilweise beantwortet haben. Das ist eine sehr hohe Beteiligungsrate. Es ist davon auszugehen, dass sich fast nur Freiberufler beteiligt haben (die 60 Angestellten in der Landesgruppe sind von der Problematik vermutlich weniger betroffen).

Ungewöhnlich erscheint zuerst, dass mehr als die Hälfte der Berliner Restauratoren (57%) selten oder nie in ihrer Heimatstadt tätig sind (vgl. Frage 1). Mit ihrer Auftragslage sind sie darüber hinaus deutlich unzufrieden (ca. 60%, vgl. Frage 2). Dies führt dazu, dass eine Mehrheit ihren Lebensunterhalt durch ihre Arbeit nur unzureichend finanzieren kann (vgl. Frage 9). Dieses Ergebnis kann die Landesgruppe nicht schulterzuckend akzeptieren. Es sind Konsequenzen gefragt! Vielleicht betrifft es ja darüber hinaus auch nicht nur die Mitglieder in Berlin und Brandenburg?!

Neben der fachlichen Konkurrenz mit gut ausgebildeten Kollegen (vgl. Frage 3) fällt auf, dass auch die Konkurrenzsituation zu Handwerkern eine deutliche Relevanz hat (vgl. Frage 4). Man wird genau hinschauen müssen, wer inwieweit Zuständigkeiten überschreitet. Restauratoren im Handwerk werden diesbezüglich aber weniger als direkte Konkurrenz erlebt (vgl. Frage 5).

Wenig positiv fällt leider auch die Einschätzung zur Unterstützung durch die Denkmalschutzbehörden aus (Fragen 6-8). Sowohl durch die unteren Denkmalschutzbehörden (59%) als auch durch das Landesdenkmalamt (57%) fühlen sich die Restauratoren selten oder nie unterstützt. Für die Abteilung Restaurierung des LDA wurde sogar ein Wert von 65% ermittelt. Das lässt sich vielleicht auch dadurch erklären, dass im Internet die Abteilung Restaurierung des Berliner Landedenkmalamtes nicht auffindbar ist!

Wir haben die Auswertung genutzt, um konstruktiv den Kontakt zu den Denkmalbehörden zu suchen. In einem Gespräch mit  Prof. Dr. Jörg Haspel (Landeskonservator, Landesdenkmalamt Berlin) und York Rieffel (Amtsrestaurator Berlin) wurde vereinbart, in Zusammenarbeit die Situation in der Restaurierung und Denkmalpflege in konstruktiver Weise zu stärken. Es ist u.a. geplant, verschiedene Veranstaltungen zu initiieren. Ein Kolloquium soll sich mit der Qualitätssicherung in der Restaurierung beschäftigen, wobei auch die Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter der Unteren Denkmalbehörden zu Fragen der Restaurierung ein Thema sein soll. Zudem ist angedacht, gemeinsam proaktiv zu werden und den Kontakt zu den Medien und zur Politik zu suchen.

Ausgehend von diesen bedenklich stimmenden Umfrageergebnissen, zugleich aber optimistisch stimmenden ersten Reaktionen hierauf erscheint es dem VDR sinnvoll, in naher Zukunft auch eine bundesweite Befragung der Mitglieder mit einem weiter gefächerten Fragenkatalog durchführen - hierzu mehr in der nächsten Zeit!

Mit besten Grüßen
Olaf Schwieger, Vizepräsident VDR

Erster Restaurator in der Brandenburgischen Ingenieurkammer

Brandenburg, 10.09.2015 Aus der VDR-Landesgruppe Berlin-Brandenburg kann Erfreuliches gemeldet werden: Im Nachklang auf die intensiven Bemühungen zum Berufstitelschutz der Restauratoren haben sich im Zusammenspiel der Freien Berufe die Ingenieure klar zu unserer Sache bekannt und bieten uns nun konstruktiv Unterstützung an.

Ausgangspunkt waren zwei von der brandenburgischen Landesregierung unterstützte Sondierungsgespräche am 10. Oktober und 19. Dezember 2014, wobei Möglichkeiten eruiert wurden, Restauratoren als Freiwillige Mitglieder in die Brandenburgische Ingenieurkammer aufzunehmen. Als Ergebnis der angenehmen und konstruktiven Gespräche, an denen neben Präsident und Geschäftsführer der BBIK, Dipl.-Ing. Matthias Krebs und Dr. Wulff-Woesten, für den VDR Dr. Jan Raue (Präsidium) und Olaf Schwieger (LG Berlin-Brandenburg) sowie für die Fachhochschule Potsdam der Präsident, Prof. Dr. Eckehard Binas, und Prof. Werner Koch beteiligt waren, wurde vereinbart, Diplom- bzw. Masterrestauratoren über den Nachweis einer ingenieurähnlichen Ausbildung (mind. 51% MINT*-Fächer im Curriculum) die Mitgliedschaft zu ermöglichen. Entschlossenheit und Begeisterung der Beteiligten tragen bereits erste Früchte: Im Juli 2015  wurde Dipl.-Restaurator Olaf Schwieger (Absolvent der FH Hildesheim) als erster Restaurator in die BBIK aufgenommen!

Es ist geplant, die Ingenieurkammer nachhaltig für die Mitgliedschaft von Restauratoren zu öffnen, wobei immer der Einzelfall der individuellen Hochschulausbildung zu prüfen sein wird. Über die neuzugründende Fachsektion Restaurierung ergibt sich in Zukunft die Möglichkeit, relativ eigenständig Funktion und Nutzen einer Mitgliedschaft im Sinne einer modernen Restaurierungsethik und einer definierten Kollegialität auszugestalten. Zugleich wird es möglich sein, Gesetzesinitiativen zielgerichtet und kraftvoll voranzutreiben - die Ingenieurkammer verfügt hierzu über eine langjährige Erfahrung, wobei der Mitarbeiterstamm der Kammer uns gerne zur Seite stehen möchte.

Was sagte uns Prof. Binas, Präsident der FH Potsdam (Schiffstechniker und Musikwissenschaftler – kein Restaurator), über seine Gründe, diese Initiative voranzubringen? Er möchte aus Verantwortung für seine Restauratoren-Absolventen nichts unversucht lassen, ihnen über die Hebung der gesellschaftlichen Anerkennung zukünftig bessere Berufsperspektiven zu eröffnen. Der VDR ist vollkommen d’accord und sieht die Unterverkammerung in der Ingenieurkammer daher nicht als Konkurrenz, sondern als willkommene Ergänzung. Wir kommen nun endlich auch offiziell auf Augenhöhe in dem beruflichen Umfeld an, zu dem wir schon lange gehören. Die Landesgruppe empfiehlt das Beispiel Brandenburg, um in weiteren Bundesländern ähnliche Prozesse auszulösen und sieht dies als großen Schritt auf dem Weg zur weiteren Professionalisierung unseres Berufstandes.

Olaf Schwieger

 *MINT = Studieninhalte der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und (Ingenieur-)Technik

Veranstaltung zum Thema "Umgang mit Gefahrstoffen in der Restaurierung"

Die Landesgruppe Berlin-Brandenburg lädt am 24. Mai 2014 zu einer Veranstaltung nach Berlin ein, die sich mit Gefahrstoffen in der Restaurierung beschäftigt. In Kooperation mit dem Netzwerk Bau & Forschung sind fünf Vorträge von Experten mit der Möglichkeit zur anschließenden Diskussion zum Thema geplant.
Die Veranstaltung ist auf maximal 25 Personen beschränkt. Um rechtzeitige Anmeldung wird gebeten.
Zum Programm

  

Publikation zum Neuen Museum Berlin erschienen

Im Juni 2013 ist der Tagungsband zur unten genannten Tagung erschienen:

Verband der Restauratoren (Hrsg.):
Konservierung, Restaurierung und Ergänzung im Neuen Museum Berlin – Zwischen ursprünglichen Intentionen und neuen Entwürfen, Siegl Verlag München, Juni 2013, ISBN: 978-3-935643-55-9

VDR-Mitglieder können den Tagungsband zum Sonderpreis von 21,40 Euro (zzgl. Porto und Verpackung) über dieundefined Geschäftsstelle beziehen.
Nichtmitglieder erhalten den Band im Buchhandel oder direkt beim undefinedSiegl Verlag München zum Ladenpreis von 29,80 Euro.

undefinedMehr Informationen zum Buch

  

Neues Museum Berlin: VDR richtete opulentes Kolloquium zur Restaurierung und Denkmalpflege im Weltkulturerbe aus


In Zusammenarbeit mit den Staatlichen Museen zu Berlin und dem Landesdenkmalamt Berlin organisierten die Landesgruppe Berlin-Brandenburg und die Fachgruppe Wandmalerei ein opulentes Kolloquium, „Neues Museum Berlin – Restaurierung und Denkmalpflege im Weltkulturerbe“, das im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums der Verleihung des Welterbe-Siegels an die Museumsinsel Berlin vom 4.-5. Juni 2010 in der Rotunde des Alten Museums stattfand. Explizites Anliegen war, die restauratorisch-denkmalpflegerischen Leistungen der Fachöffentlichkeit darzulegen, zur Diskussion zu stellen und ein kritisches Resümee über das Erbrachte zu ziehen.
Link für Dateidownload folgtZum Tagungsbericht von Annik Pietsch (pdf; 144 KB)

Bildnachweis: Raum "Roms Provinzen", Foto Staatl. Museen zu Berlin; Achim Kleuker