NRW-Restaurierungsprogramm

Tagung "Kunst in guten Händen" im Wallraf-Richartz-Museum Köln

Die Fachtagung zum NRW-Restaurierungsprogramm am 06.10.2016 im Wallraf-Richartz-Museum Köln informierte über das Förderprogramm für Bildende Kunst des Landes Nordrhein-Westfalen. Über 80 Restauratoren, Museumsleute, Kuratoren, Vertreter der Politik sowie Mitglieder von Fördervereinen und Stiftungen waren vertreten. Neben Fachbeiträgen war auch ein Blick „hinter die Kulissen“ in die Restaurierungsabteilungen vom Wallraf-Richartz-Museum und Museum Ludwig möglich.

undefinedEin Bericht der Tagung "Kunst in guten Händen"


Schöne Madonnen unter die Lupe genommen

Das erste Fachkolloquium im Rahmen des Restaurierungsprogramms Bildende Kunst des Landes Nordrhein-Westfalen fand am 9. April 2010 im LVR-LandesMuseum in Bonn statt.

Im Jahr 2009 stimmte die Jury des Restaurierungsprogramms Nordrhein-Westfalen der Förderung des Projekts „Fünf Skulpturen des 14. und 15. Jahrhunderts“ des LVR-LandesMuseums in Bonn zu. Die Bedeutung der Objekte war der Jury deutlich vor Augen, so dass die Empfehlung eines Fachkolloquiums formuliert wurde.

 


Die eingeladenen Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Skulpturenrestaurierung diskutierten mit den ausführenden Restauratorinnen über die Ergebnisse durchgeführter Untersuchungen. Es wurde deutlich, dass die zahlreichen früheren Restaurierungen und Renovierungen kaum das ursprüngliche Erscheinungsbild der Objekte berücksichtigten und der Umgang mit diesen Fassungen zu diskutieren ist. Das Ziel der Konservierung stand und steht dabei immer im Vordergrund. Ein Abschluss des Projekts ist für Dezember 2010 geplant.

Fotos:
(oben) Marianne Kalus erläutert die Ergebnisse zur Skulptur "Stehende Madonna mit Kind", Anfang 15. Jh., Höhe 95 cm, LVR-LandesMuseum Bonn, Inv.Nr. 14105
(rechts) Rekonstruiertes Farbschema der stehenden Madonna mit Kind;
Bildnachweis: Marianne Kalus und VDR

Link für Dateidownload folgtBericht zum Kolloquium von Christine Kowalski (pdf; 68 KB)


Netzwerke zum Substanzerhalt?

Ideen und Konzepte aus dem Restaurierungsprogramm Nordrhein-Westfalen Köln, 18. November 2009


Zahlreiche Konservierungs- und
Restaurierungsprogramme wurden in den vergangenen zwei Jahren seit Beginn des Programms abgeschlossen. In Köln trafen sich am 18. November Politiker, Museumsleute und Restauratoren zum Erfahrungsaustausch. Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, nordrhein-westfälischer Kulturstaatssekretär, sagte die Fortführung des NRW-Restaurierungsprogramms auch für das kommende Jahr zu. Außerdem stellte Isabel Pfeiffer-Poensgen das gemeinsame Restaurierungsprogramm der Kulturstiftungen von Bund und Ländern „KUR“ vor. Volker Schaible, Präsident des VDR, berichtete über die Arbeit und Erfahrungen der Koordinationsstelle für das NRW-Restaurierungsprogramm.

Nach der sich anschließenden Vorstellung von einzelnen beispielhaften Projekten endete die Tagung am frühen Abend mit einer Podiumsdiskussion. Unter der Moderation von Ingrid Stoppa-Sehlbach (Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen) saßen Gunnar Heydenreich und Elisabeth Jägers (beide FH Köln Fachbereich Konservierung und Restaurierung), Ron Manheim (Graphikjahr NRW), Iris Schaefer (Restauratorin am Wallraff-Richartz-Museum Köln) sowie Volker Schaible (VDR-Präsident) auf dem Podium.

Die Frage, wo man beim Substanzerhalt von Kulturgütern am besten ansetzen sollte und inwieweit bestehende und neu zu schaffende Netzwerke dabei wesentliche Unterstützung bieten können, wurde kontrovers diskutiert.

Bericht über das Symposium (pdf; 190 KB)

Ergebnisse der Podiumsdiskussion (pdf; 50 KB)

Programm des Symposiums (pdf; 3 MB)



Fotos: (oben) Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff
(unten von links) VDR-Präsident Volker Schaible, Podiumsteilnehmer Gunnar Heydenreich, Iris Schaefer, Ingrid Stoppa-Sehlbach

Substanz von Kulturgütern erhalten

Seit 2008 fördert Nordrhein-Westfalen in einem speziellen Programm die Restaurierung des kulturellen Erbes. Das NRW Restaurierungsprogramm  wurde jetzt im Stadtmuseum Münster vorgestellt.


Münster, 7. Mai 2009
von Gudrun von Schoenebeck

Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff und (links) Andrea Hanke (Beigeordnete für Kultur Münster) und die Leiterin des Stadtmuseums Münster Barbara Rommé (Foto Schoenebeck)


Der nordrhein-westfälische Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff will auch in „Krisenzeiten ein Zeichen setzen, dass Substanzerhalt in der Kultur unabänderlich ist“. Zur ersten öffentlichen Vorstellung des Programms „Substanzerhalt von Kulturgütern“ war die Presse ins Stadtmuseum nach Münster geladen worden. Kein Zufall, denn eben hier befinden sich die 14 Altartafeln des Jan Baegert (entstanden um 1510), die mit Mitteln aus dem NRW Restaurierungsprogramm aufwändig restauriert werden. Bevor die zuständige Diplom-Restauratorin Janneke Bauermeister dazu Einzelheiten ausführte, ging es zunächst um das Programm selbst.

Das Restaurierungsprogramm, das nun im zweiten Jahr läuft, unterstützt Museen und Sammlungen dabei, dringend notwendige Restaurierungen durchzuführen. Auch konservatorische, also rein erhaltende Maßnahmen, können gefördert werden. Dafür stellt NRW jährlich einen Betrag von bis zu einer Million Euro bereit. Für die einzelnen Projekte liegt die Kostenobergrenze bei 100.000 Euro, maximal 50 Prozent werden vom Land gefördert. Eine von der Kulturabteilung der Staatskanzlei berufene Expertenjury bewertet die Anträge und stimmt über die Förderung ab. „Schließlich sollen nicht Politiker, sondern Fachleute die Auswahl treffen. Sie legen Wert auf eine hohe Qualität der zu restaurierenden Objekte und vor allem auch auf die Nachhaltigkeit der Maßnahmen“, erklärte Grosse-Brockhoff.

Einige der restaurierten Tafeln des Jan Baegert werden präsentiert: (von links) Restauratorin Janneke Bauermeister, die Leiterin des Stadtmuseums Münster Barbara Rommé, die Beigeordnete für Kultur Münster Andrea Hanke und Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (Foto Schoenebeck)

Dazu kooperiert die Kulturabteilung der Staatskanzlei mit dem Verband der Restauratoren (VDR) in Bonn. Professor Volker Schaible, Präsident des VDR, zeigte sich erfreut über „das große Echo auf das Programm. 50 Projekte konnten bisher dank des Förderprogramms initiiert werden.“ Schaible betonte, dass hohe Anforderungen an die Qualität der Projekte gestellt würden. „Das beantragte Restaurierungsprojekt muss gründlich recherchiert sein. Nur mit einem stichhaltigen Konzept und einer nachvollziehbaren Kalkulation kann die Jury entscheiden.“ Bei Fragen sei jederzeit die Koordinationsstelle im VDR behilflich. 

Schaible verwies insbesondere auf den hervorragenden Stand der deutschen Restauratorenausbildung. „Die deutschen Restauratoren sind führend in Europa, die Qualität ihrer Ausbildung hervorragend“, sagte Schaible. Das Restaurierungsprogramm sei wichtig für die Restauratoren, „denn hier können sie ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zeigen. Das Programm sollte zum Pilotprogramm auch für andere Bundesländer werden.“ Diesen Wunsch konnte der Kulturstaatssekretär naturgemäß nicht einlösen, aber nachhaltig und verlässlich wolle man schon wirken, sagte Grosse-Brockhoff. „Das Projekt wird trotz Haushaltskrise fortgesetzt.“

Als mustergültiges Beispiel für ein vom NRW Restaurierungsprogramm gefördertes Projekt stellten Dr. Barbara Rommé, die Leiterin des Stadtmuseums, und die zuständige Diplom-Restauratorin Janneke Bauermeister die Arbeiten an den Altartafeln von Jan Baegert vor.
Details zum Restaurierungsprojekt in Münster