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Treffen der Landesgruppe Sachsen-Anhalt in Halle (Saale)

22. Juni

Am 22. Juni 2018 treffen sich die Mitglieder der Landesgruppe Sachsen-Anhalt in der Universitäts- und Landesbibliothek von Halle (Saale). Neben Berichten und Informationen zur Verbandsarbeit stehen auch Vorträge und eine Führung durch die Ungarische Bibliothek auf dem Programm.

2018 ist Europäisches Kulturerbejahr! Dazu hat die Europäische Kommission ein Themenjahr initiiert, das uns alle gemeinsam auffordert, dazu beizutragen, dass Europa nicht als etwas Fernes, Abgehobenes wahrgenommen wird, sondern dass Europa zu uns gehört. Denn unser kulturelles Erbe erzählt unsere gemeinsame europäische Geschichte, auch ganz lokal bei uns zuhause. „Sharing Heritage“ oder übersetzt „Erbe teilen“, so lautet der Slogan für diese Jahr. Europas kulturelles Erbe ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer gemeinsamen europäischen wie auch lokalen Identität. Sein Erhalt und seine Entwicklung erfordern unser permanentes Engagement. Hier sind wir auch als Restauratoren gefragt. Europas aktuelle Herausforderungen und der vielfältig bedrohte Zusammenhalt der europäischen Wertegemeinschaft fordert ein ambitioniertes, gemeinsames Handeln zur Stärkung des europäischen Projekts.

Deutschland besitzt ein reiches kulturelles Erbe, das nicht nur Zeugnis lokaler, regionaler, nationaler, sondern auch europäischer Kulturgeschichte ist. Der sorgsame und angemessene Umgang mit dem kulturellen Erbe ist eine Grundlage dafür, dass Deutschland eine weltoffene, in den europäischen Traditionen und Werten verankerte Kulturnation ist.
In diesem Jahr wird am 14. Oktober erstmalig der „Europäische Tag der Restaurierung“ stattfinden. Hier sind wir als Restauratoren aufgefordert den Tag mit Präsentationen oder als Tag des offenen Ateliers o.Ä. zu begehen.

Der Verband der Restauratoren (VDR) präsentierte am 30. Juni 2017 eine Tagung als Auftaktveranstaltung des neuen Formats „FORWARD – Forum Wissenschaftliches Arbeiten in Restaurierung und Denkmalpflege“. Diese fand an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin, mit freundlicher Unterstützung der Europäischen Kommission und des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz unter dem Motto des Europäischen Kulturerbejahres 2018 „Sharing Heritage“ statt.
Somit wollen auch wir unser Landesgruppentreffen in diesen Kontext zu stellen. Wir haben diesmal die Ungarische Bibliothek der Universitäts- und Landesbibliothek und damit ein kleines Stück europäischen Geschichte und gegenwärtige Realität in den Focus unseres Treffens gestellt und als Tagungsort ausgewählt.

Ungarische Bibliothek

Mit der vorzeitigen Rückgabe von 110 Handschriften der Ungarischen Bibliothek, zu deren Bestand neben Handschriften auch Hungarica gehören, kam eine besonders wertvolle und umfangreiche Handschriftensammlung nach 85 Jahren an die Universitäts- und Landesbibliothek nach Halle zurück.

Die „Bibliotheca Nationis Hungaricae“ (Ungarische Nationalbibliothek) wurde gestiftet von dem ungarischen Exulanten Georgius Michaelis (1640-1725), der sich nach seinem Heimatort Kaschau den Namen „Cassai“ gegeben hat. Er lebte seit Mai 1675 in Wittenberg, hat hier studiert, promoviert und seit 1712 als Dekan der Philosophischen Fakultät gewirkt. Mit seinem Besitz errichtete er 1725 eine Stiftung für in Wittenberg studierende Ungarn. Ihnen sollten auch seine ca. 2000 Bücher an wissenschaftlicher Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts, darunter u.a. mehr als 300 Unikate altungarischer Drucke, zur Verfügung stehen. Eine wertvolle Erweiterung des Bestandes erfolgte 1755 durch den Ankauf der „Manuscripta Rotaridis“- Sammlung, des im Jahre 1747 in Wittenberg verstorbenen, ungarischen Handschriftensammlers und Literaten Michael Rotarides. Außer den Manuskripten von Cassai und Rotarides beinhaltet die Sammlung eine Anzahl von Manuskripten, die von ungarischen Studenten bis ins 19. Jahrhundert hinein der Bibliothek überwiesen worden waren.
Im Jahre 1921 waren große Teile dieser Sammlung, insbesondere das Gros der Handschriften, durch eine ministerielle Verfügung als Leihgabe für 99 Jahre an die Finno-ugrische Bibliothek der Humboldt- Universität in Berlin gegeben worden.

Der Grundstock der Sammlung Cassais wurde von ihm und seinem Sohn mit 21 Handschriften begründet. Nach 1817 wurde die gesamte Sammlung nach Halle überführt und 1900 in die Verwaltung der damaligen Königlichen Universitäts- Bibliothek übernommen. Zwar enthält die Handschriftensammlung keine bibliophilen Kostbarkeiten, bietet aber umfangreiches Material für:
• die Lebensgeschichte von Cassai selbst und dessen Familie,
• Kirchen- und Familiengeschichte Ungarns im 17. und 18. Jahrhundert,
• die deutsche Gelehrtengeschichte, vorzugsweise für die Geschichte der Universität Halle-Wittenberg (Stammbücher, Kolleg- und Predigtnachschriften des 17./18. Jahrhunderts).

Einzelne beachtenswerte Stücke darunter sind:
• ein Bruchstück eines russischen Alten Testaments aus dem 16. Jh. (Mss 55),
• ein Pferdearzeneibuch von 1541 (Ms 102),
• und die Predigten des 1559 verstorbenen Wittenberger Theologen Paul Eber (Ms 73).

Die Handschriften sind größtenteils in lateinischer Sprache verfasst, aber auch in ungarisch, deutsch, tschechisch (slovakisch), vereinzelt in griechisch, französisch und hebräisch.

Die bisherige Erschließung dieser Handschriften erfolgte einmal durch den handschriftlichen Katalog von Heinrich Reinhold aus dem Jahre 1911 zum anderen durch den in gedruckter Form vorliegenden Katalog von Miklós Pálfy: Katalog der Handschriftensammlung der Hallenser Ungarischen Bibliothek, Halle 1965. Einige Handschriften werden auch behandelt bei Ildikó Gábor (Hg.): Bibliotheca Nationis Hungariae. Die ungarische Nationalbibliothek in der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt. Mit Beiträgen von István Monok und Dorothea Sommer, Hildesheim 2005.
(Auszug aus der Homepage der Universitäts- und Landesbibliothek)

Im ersten Teil der Zusammenkunft wird es um Themen der Berufspolitik und des Berufsverbandes gehen. Es gibt einen Bericht von der Vorstandsitzung in Bonn und der Entwicklung bezüglich der Eintragung in die Ingenieurkammer.
Nach dem Mittag ist eine Führung durch die Bibliothek geplant.
Im Anschluss wird es Vorträge geben, die über Restaurierungsleistungen berichten die im internationalen Bezug stehen. Damit ist ein interessanter fachlicher Teil gegeben.

Freitag, 22. Juni 2018

10:00 Uhr Begrüßung in den Räumen der Universitäts- und Landesbibliothek durch die Direktorin Anke Berghaus-Sprengel

Folgende Themen stehen an:
Informationen über die Verbandsarbeit
a) Bericht von der Vorstandssitzung am 17./18. März 2018
b) Vorbereitung Europäischer Tag der Restaurierung am 14. Oktober
c) Beitritt Ingenieurkammer
d) Öffentlichkeitsarbeit

12:30 Uhr Mittagessen („delikantine“, kleines Bistro ganz in der Nähe)

13:30 Uhr Führung durch die Ungarische Bibliothek der Universitäts- und Landesbibliothek in Halle (angefragt)

14:30 Uhr öffentliche Vorträge:

  • Peter Gönczi: „Zu Geschichte und Restaurierung der Ungarischen Bibliothek der Universitäts- und Landesbibliothek in Halle (Saale)“
  • Dr. Albrecht Pohlmann: „Arbeit in der ICOM-Gruppe Art Technological Source Research (ATSR) und der internationalen Tempera Working Group“
  • Linda Haselbach: „Restaurierungsarbeit in den Höhlenklöstern von Ladakh“ (Nordindien)
  • Robert Hartmann: „Schloß Oranienbaum – ein Ort internationaler Begegnungen während seiner Entstehung und der derzeitigen Restaurierung“

16:00 Uhr Ende der Veranstaltung

Ich freue mich sehr auf das Treffen in Halle und hoffe auf eine rege Teilnahme. Um besser planen zu können, wäre eine Teilnahmebestätigung oder eine Absage hilfreich. Ich bitte somit um einen Rücklauf per Mail an Frau Annegret Philipsen: annegret.philipsen(at)gmx.de
Besten Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Robert Hartmann
Vorsitzender der LG Sachsen-Anhalt

Details

Datum:
22. Juni
Veranstaltungkategorien:
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Veranstaltungsort

Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt
August-Bebel-Straße 13/50
Halle (Saale), 06108 Deutschland
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