Restaurierung der „Horse Blinders“ von James Rosenquist

Wenn das Kölner Museum Ludwig ab dem 18. November 2017 den Pop-Art-Künstler James Rosenquist (1933-2017) mit einer großen Ausstellung ehrt, dann wird auch die monumentale Rauminstallation "Horse Blinders" zu sehen sein. Die Arbeit wurde seit 2015 unter anderem mit Mitteln aus dem Restaurierungsprogramm Bildende Kunst* des Landes Nordrhein-Westfalen umfangreich restauriert. Die Restaurierung wurde in Zusammenarbeit […]

Wenn das Kölner Museum Ludwig ab dem 18. November 2017 den Pop-Art-Künstler James Rosenquist (1933-2017) mit einer großen Ausstellung ehrt, dann wird auch die monumentale Rauminstallation "Horse Blinders" zu sehen sein. Die Arbeit wurde seit 2015 unter anderem mit Mitteln aus dem Restaurierungsprogramm Bildende Kunst* des Landes Nordrhein-Westfalen umfangreich restauriert. Die Restaurierung wurde in Zusammenarbeit mit den freiberuflichen Restauratorinnen Sandra Schäfer, Diana Blumenroth und Sarah Grimberg durchgeführt.

Einen Monat vor Beginn der groß angelegten Ausstellung "James Rosenquist. Eintauchen ins Bild" (18.11.2017–4.3.2018) konnten Pressevertreter eine exklusive Vorschau auf eines der Hauptwerke der Ausstellung erhalten. Die monumentale Rauminstallation "Horse Blinders" von James Rosenquist wird im Rahmen der Ausstellung erstmalig wieder der Öffentlichkeit präsentiert. "Horse Blinders" ist eine von weltweit in lediglich drei Institutionen vertretenen Rauminstallationen James Rosenquists (zwei Arbeiten befinden sich im Besitz von Museen, dem Museum Ludwig und dem MoMA, die dritte Arbeit ist im Besitz der "Estate of Rosenquist"). Sie stellt eines der beeindruckendsten Hauptwerke der Pop-Art-Sammlung des Museum Ludwig dar.

Die Gemälderestauratorin Isabel Gebhardt hat intensiv zu "Horse Blinders" geforscht und die Restaurierung des Werks geleitet. Bereits bei der Tagung "Kunst in guten Händen", die am 6. Oktober 2016 das Förderprogramm "Substanzerhalt von Kulturgütern – Restaurierungsprogramm Bildende Kunst des Landes Nordrhein-Westfalen" vorstellte und zum Erfahrungsaustausch einlud, hatte Isabel Gebhardt zusammen mit dem Kurator des Museums Ludwig Stephan Diederich von dem langjährigen Restaurierungsprojekt berichtet. Das Projekt wurde unter anderem mit Mitteln aus dem NRW-Förderprogramm unterstützt.

 

 

Die Rauminstallation "Horse Blinders", 1968-69 von James Rosenquist als 23-teiliges "environmental painting" angelegt (mit elf großformatigen Gemälden und zwölf Aluminiumpaneelen), erforderte einiges an Recherche, bevor restauratorische und konservierende Maßnahmen getroffen wurden. Hier ging es um eine detaillierte Zustandserfassung mit einem Schadenskatalog, der unter anderem ältere Transportschäden, Craquelésprünge, aber auch die künstlerische Intention störende und äußerst hartnäckige Fingerabdrücke auf einer spiegelnden Aluminium-Oberfläche aufwies. Wie Isabel Gebhardt betonte, liegen zu Aluminium-Oberflächen bisher kaum restauratorische Empfehlungen vor. "Hier besteht Forschungsbedarf", sagte die Restauratorin. Jetzt sind "Horse Blinders" und weitere große installative Gemälde des Pop-Art-Künstlers ausstellungsbereit.

Mit der spektakulären Überblicksschau "James Rosenquist. Eintauchen ins Bild" schafft es das Museum Ludwig erstmals, die extrem großformatigen Arbeiten dieses bedeutenden Künstlers der amerikanischen Pop Art in einem Haus zu vereinen und dezidiert im Kontext ihrer kulturellen, sozialen und politischen Dimension vorzustellen. In der Zusammenschau mit teilweise noch nicht öffentlich präsentierten Archivunterlagen, vom Künstler als Quellenmaterial bezeichneten Collagen und vielen der zugrunde liegenden Originalanzeigen aus alten Life-Magazinen, wird ein historischer Kosmos erschlossen. Denn die Bildfindungen von James Rosenquist resultieren in großem Maße aus seinem ausgesprochenen Interesse an den gesellschaftlichen und politischen Ereignissen seiner Zeit.

Die Ausstellung wird von der Peter und Irene Ludwig Stiftung, der Terra Foundation for American Art sowie der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig unterstützt. Die Restaurierung des Werks "Horse Blinders" wird ermöglicht vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Wüstenrot Stiftung.

Die Ausstellung ist vom 18.11.2017–4.3.2018 im Museum Ludwig zu sehen. Im Anschluss wird sie im ARoS Aarhus Kunstmuseum in Dänemark präsentiert.

*Seit 2008 konnte das Restaurierungsprogramm Bildende Kunst des Landes Nordrhein-Westfalen rund 100 Projekte zur Restaurierung und Konservierung von Werken der Bildenden Kunst fördern. Hinweise für Antragsteller gibt es hier. Die aktuellen Fristen für die Anträge für das Förderjahr 2018 sind je nach Bezirksregierung unterschiedlich und können bei der Programm-Koordinatorin Stefanie Bründel (Tel.: 0228/ 92 68 97 14) direkt erfragt werden.