Häufig gestellte Fragen zu Praktikum und Studium
Die Interessengruppe Restaurator:innen in Ausbildung (RiA) hat an dieser Stelle für alle Interessierten die nachfolgende Liste häufig gestellter Fragen zur Restaurator:innen-Ausbildung zusammengestellt.
Voraussetzung für den Erfolg im Studium sind vor allem Begeisterungsfähigkeit, Sensibilität im Umgang mit Originalen sowie künstlerische Fähigkeiten und manuelle Fertigkeiten.
Von den Institutionen wird die Fachhochschulreife (schulischer und praktischer Teil) oder die allgemeine Hochschulreife (§ 65 Abs. 1 HochSchG)/ Abitur bzw. ein vergleichbarer Abschluss verlangt.
Teilweise gibt es nach Landesverordnung über die fachbezogene Berechtigung beruflich qualifizierter Personen zum Universitätsstudium (BUStudVO) für Bewerber:innen ohne Allgemeine Hochschulreife Sonderregelungen für einen Zugang zum Studium. Dies ist abhängig vom Bundesland und der Institution.
Ob eine Studienberatung sinnvoll ist, hängt von der Praktikumsstelle ab. Einige Praktikumsstellen verlangen im Zuge der Bewerbung einen Nachweis über eine Studienberatung. Auch kann vor der Wahl einer Praktikumsstelle eine Beratung hilfreich sein, um eine möglichst geeignete Praktikumsstelle auszuwählen. Insgesamt ist es zu empfehlen, in dem Fachbereich das Praktikum zu machen, den ihr studieren möchtet.
Informativer und hilfreicher als eine allgemeine Studienberatung kann oft die Beratung mit Ansprechpartner:innen oder Vertreter:innen des Restaurierungsstudiengangs direkt sein. Ihr könnt euch gerne an uns richten, damit wir euch an Studis vermitteln können.
Die Praktikumsdauer hängt von der jeweiligen (Fach)Hochschule oder Akademie ab. In den meisten Fällen wird als Studienvoraussetzung ein Vorpraktikum von 12 Monaten verlangt.
Nein, es gibt nicht „die eine“ zentrale Vergabestelle für Vorpraktika. Als mögliche Anlaufstelle für Gesuche und Gebote kann jedoch der Online-Stellenmarkt des VDR genutzt werden.
Darüber hinaus gibt es Projekte wie das “Hamburger Praxisjahr” und das “Altenburger Praxisjahr”, bei denen viele Vorpraktikant:innenstellen jedes Jahr frei sind. Auch kann über den Bundesfreiwilligendienst und das “freiwillige soziale Jahr in der Denkmalpflege” (FSJ Denkmalpflege, Jugendbauhütten) nach Praktikumsstellen gesucht werden. Praktikumsstellen werden oft über die Websites von Museen ausgeschrieben. Zum Beispiel bietet das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg regelmäßig Praktika an.
Für Praktika bei selbstständigen Restaurator:innen oder dem Wunsch-Museum können Initiativbewerbungen erfolgreich sein. Sollte darauf keine Antwort kommen, kann ein freundlicher Anruf häufig mehr bewirken als weitere E-Mails.
Selbstverständlich kann das (meistens) obligatorische zwölfmonatige Vorpraktikum auch im Ausland absolviert werden. Es gibt in den Immatrikulationsordnungen keine Einschränkungen. Allerdings muss die Praktikumsstelle (sei es im In- oder Ausland) den geltenden fachlichen Anforderungen an eine sachgerechte restauratorische Berufsausübung, also den üblichen nationalen und internationalen Grundsätzen, an unseren Beruf entsprechen. Dies korrekt zu beurteilen, erfordert gerade bei ausländischen Praktikumsbetrieben in der Regel eine entsprechende Recherche als Basis für eine Einzelfallentscheidung. Bei Zweifel könnt ihr euch auch immer direkt bei den Hochschulen Eurer Wahl melden und nachfragen.
Nein, eine handwerkliche Ausbildung vor dem Studium ist nicht zwingend erforderlich. Jedoch sammelt man hierdurch wichtige Erfahrungen und erlernt Fertigkeiten, die in der Restaurierung nützlich sind. Teilweise werden handwerkliche Ausbildungen als Teil der Vorpraktikumszeit von einer Hochschule anerkannt. Dies muss jedoch meist individuell erfragt werden oder ist auf den Websites der Studiengänge nachlesbar.
Ja, an manchen Hochschulen kann eine von der Richtung passende Ausbildung als Teil des Vorpraktikums anerkannt werden. Ratsam ist es in diesem Fall, vor/während des Vorpraktikums bei der (Fach)Hochschule nachzufragen. Die Länge der angerechneten Zeit ist dabei unterschiedlich und hängt von den Ausbildungsinhalten ab.
Ja, an manchen Hochschulen kann eine von der Richtung passende Ausbildung als Teil des Vorpraktikums anerkannt werden. Ratsam ist es in diesem Fall, vor/während des Vorpraktikums bei der (Fach)Hochschule nachzufragen. Die Länge der angerechneten Zeit ist dabei unterschiedlich und hängt von den Ausbildungsinhalten ab.
Die Studienbewerber:innen sollten sich mit den Aufgaben, Arbeitsbedingungen und Tätigkeitsfeldern in der Restaurierung vertraut machen. Es wird empfohlen, die beabsichtigte Wahl des Studienschwerpunktes bei der Wahl der Vorpraktikumsstelle und deren Ausrichtung zu beachten.
Vorpraktika können in Museen, Landesdenkmalämtern und bei selbstständigen Restaurator:innen absolviert werden. Es werden auch Vorpraktika im Rahmen eines “freiwilligen sozialen Jahrs in der Denkmalpflege” (FSJ Denkmalpflege) und über den “Bundesfreiwilligendienst” angeboten. (Vgl. Frage 4)
Die praktische Vorbildung sollte im Restaurierungsbereich eines Museums, eines Archivs (Film, Foto oder Tonarchiv), einer landesarchäologischen oder denkmalpflegerischen Einrichtung oder eines privaten Unternehmens absolviert werden, das die Maßstäbe des internationalen “code of ethics” seinem Arbeitsansatz zugrunde legt. Mehr zu den ethischen Maximen erfahrt ihr in der Zusammenstellung einger wichtiger Grundsatzpapiere auf dieser Website. Meistens wird erwartet, dass die Werkstattleitung eine akademische Ausbildung durchlaufen hat
Es gibt keinen Unterschied.
Die Spezialisierung, welche Du im Studium und Beruf der Restaurierung einschlagen möchtest, sollte für die Wahl der Praktikumsstelle ausschlaggebend sein. Welcher Schwerpunkt geeignet ist, kann auf den Seiten der Hochschulen und im Verlauf des Vorpraktikums überprüft werden.
Um eine Idee von den Inhalten eines Vorpraktikums und deinen Rechten zu bekommen, kannst du dir unseren Mustervertrag anschauen und auf der RiAs Seite den Reiter „Welche Erwartungen kann ich an mein Vorpraktikum stellen?“ lesen.
In folgenden Bereichen sollten im Vorpraktikum Inhalte vermittelt werden:
- Materialkunde
- Arbeitstechniken und historische Techniken
- Fähigkeiten zur Zeitplanung
- Kenntnis wichtiger Fachliteratur
- Kunst- und Kulturgeschichte
- naturwissenschaftliche Grundlagen
- Kenntnisse zum Umgang mit gängigen Werkzeugen
- Arbeitsschutz
- Dokumentation von Objekten und Maßnahmen
- Grundlagen der Präventiven Konservierung
- Verbesserung von künstlerischen und manuellen Fähigkeiten
Die Interessengruppe Restauratoren in Ausbildung hat einen Mustervertrag für das Vorpraktikum (PDF) erarbeitet. In diesem sind alle notwendigen Punkte angeführt.
Die Aufnahmeprüfungen überschreiten das Niveau eines allgemeinbildenden Abiturs in den Fächern Physik, Chemie und Kunst(geschichte) nicht. Die erforderlichen fachspezifischen Kenntnisse auf dem Gebiet der Konservierung und Restaurierung gehen nicht über ein gutes Allgemeinwissen, dass du im Vorpraktikum erwirbst, hinaus.
Natürlich sollten sich Bewerber:innen mit den wesentlichen ethischen Grundlagen des Restauratorenberufes und der Kulturguterhaltung allgemein schon einmal auseinandergesetzt haben. Hierfür bietet ein Blick in die relevanten nationalen und internationalen Grundlagenpapiere, etwa zur Berufsdefinition und den Berufsregeln, die auf der VDR-Website zu finden sind, eine recht gute Grundlage.
Zudem bieten alle Professor:innen nach vorheriger Terminabsprache ganzjährig eine individuelle Beratung zum Studium und auch zur Eignungsprüfung an. Eine verbindliche Literaturliste zur Prüfungsvorbereitung gibt es nicht, aber es lohnt sich bei den Profs/Fachschaften der jeweiligen Hochschulen nach empfehlenswerter Literatur zu fragen.
Die Finanzierung eines Vorpraktikums und des anschließenden Studiums stellt für viele eine Herausforderung dar. Häufig ist das Vorpraktikum nur gering vergütet oder unbezahlt, weshalb es sinnvoll ist, sich frühzeitig über verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren.
Bei der Suche nach Vorpraktikumsstellen lohnt es sich die Jugendbauhütten mit in Betracht zu ziehen, da diese ein „Taschengeld“ von 400-500€ pro Monat bieten.
Da es sich um ein studienvoraussetzendes Praktikum handelt, besteht in der Regel kein Anspruch auf Bürgergeld. Stattdessen kannst du BAföG beantragen, das sowohl für das Vorpraktikum als auch für das Studium gewährt werden kann. Der BAföG- Antrag wird an dem gewünschten Studienort gestellt und orientiert sich an den Praktikumsvorgaben dieser Hochschule. Ihr könnt euch natürlich auch an mehren Hochschulen mit verschiedenen Vorgaben bewerben und den Antrag in einer Stadt stellen, wo ein Praktikum von 12 Monaten verlangt wird. Eine frühzeitige Beratung beim BAföG-Amt ist daher dringend zu empfehlen. Ein möglicher Ablehnungsbescheid kann für alternative Förderungen relevant sein. In diesem Zusammenhang kein es sinnvoll sein zu prüfen, ob du Anspruch auf Wohngeld hättest.
Während des Studiums finanzieren sich viele durch Nebenjobs, wobei auf die eigene Belastung und mögliche Einkommensgrenzen geachtet werden sollte. Auch Studienkredite können eine Option sein, sollten jedoch aufgrund möglicher Zinsen gut abgewogen werden.
Stipendien spielen eine wichtige Rolle: Neben dem Deutschlandstipendium gibt es zahlreiche Begabtenförderungswerke. Diese fördern nicht nur klassische Studienverläufe, sondern richten sich auch gezielt an Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder besonderem beruflichen Werdegang. Gerade für angehende Restaurator:innen mit praktischer Vorerfahrung kann das eine wichtige Chance sein. Spitzen Noten sind nicht der einzige Weg, um ein Stipendium zu erhalten. Die Bewerbung kann aufwendig sein, lohnt sich jedoch häufig.
Übersicht über verschiedene Stipendienangebote
- Begabtenförderungswerke: https://stipendiumplus.de/die-werke/die-begabtenfoerderungswerke-im-profil/
13 große Förderwerke vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unterstützen engagierte Studierende
→ Bewerbung kann aufwendig sein, aber oft gibt es niedrige Einstiegshürden als gedacht
→ Politische Stipendien sind dort auch aufgelistet. Das Beitreten in der Partei wird oft aber nicht erwartet und auch solche Stipendien können für die Konservierung und Restaurierung bezogen werden
- Deutschlandstipendium: https://www.deutschlandstipendium.de/deutschlandstipendium/de/studierende/stipendiatin-oder-stipendiat-werden/stipendiatin-oder-stipendiat-werden.html
Zahlt 300 € monatlich und basiert auf Leistung und Engagement oder besonderen Lebensumständen. Es kann unabhängig vom Einkommen und zusätzlich zu BAföG erhalten werden.
→ Auch der VDR unterstützt an deutsche Hochschulen mit einem rotierenden Deutschlandstipendium, um unseren Nachwuchs zu fördern.
- Deutscher Akademischer Austauschdienst (z. B. für Auslandsaufenthalte). Sie bieten Stipendien für Deutsche und Ausländische Studierende: https://www.daad.de/de/der-daad/was-wir-tun/foerdern/stipendien/
- Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (für Studierende mit Berufserfahrung): sbb-stipendien.de
- Studienstiftung des deutschen Volkes: https://www.studienstiftung.de/infos-fuer-studierende-und-vorschlagende
- Hochschulinterne Abschlussstipendien (diese werden je nach der Uni und Studentenwerk anders genannt)
Auch das persönliche Umfeld kann zur Finanzierung beitragen, beispielsweise durch Kindergeld oder familiäre Unterstützung. In einigen Fällen bestehen zudem Förderprogramme über Arbeitgeber der Eltern oder Zuschüsse von Stiftungen und Vereinen.
(Stand April 2026)
Um die Studienschwerpunkte der Restaurierung besser kennen zu lernen, empfehlen wir die Beschreibungen und Angebote auf den Websites der Hochschulen zu lesen. So bieten viele Studienrichtungen Studienberatungen, die Tage der offenen Tür oder Führungen durch den Studiengang an. Wenn die Termine nicht passen, zögere nicht, die Dozierenden aus der Kontaktliste des dich interessierenden Fachs persönlich zu kontaktieren; so kannst du wertvolle, individuelle Eindrücke und Empfehlungen gewinnen.
Eine Liste der Hochschulen findest du unter Frage 18.
Zudem bietet das VorpraktikantInnentreffen von unserer VDR-Interessengruppe RiA jährlich die Gelegenheit, durch “Hochschul-Speeddating” von aktuellen Studierenden Informationen aus erster Hand Informationen zum jeweiligen Studienort zu gewinnen.
Im deutschsprachigen Raum gibt es aktuell zehn Hochschulen, Universitäten und Akademien, an denen Konservierung und Restaurierung als Studiengang angeboten wird. Jeder dieser Studiengänge hat mehrere Fachrichtungen zur Auswahl und legt einen anderen Material- und Lehrschwerpunkt. Es kommt bei der Wahl also nicht nur auf den Standort, sondern auch auf die eigenen Präferenzen an.
