Studium
Du möchtest Restaurierung studieren?
In Deutschland gibt es verschiedene Wege, Restaurator:in zu werden. In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich – begleitet vom VDR, seinen Vorgängerverbänden und dem europäischen Dachverband E.C.C.O. – das Hochschulstudium der Konservierung und Restaurierung als zentraler Ausbildungsweg etabliert. Es vermittelt Dir die fachlichen Grundlagen, die Du für Untersuchung, Analyse, Konzeptentwicklung, Konservierung, Restaurierung und Dokumentation von Kunst- und Kulturgut brauchst und wird von unserem Verband ausdrücklich empfohlen.
Aktuell bieten neun Hochschulen im deutschsprachigen Raum entsprechende Studiengänge an – mit unterschiedlichen Fachrichtungen und Abschlüssen, je nach Standort. Was Dich dort erwartet, welche Inhalte zum Studium gehören und welche Voraussetzungen Du mitbringen solltest, erfährst Du im Folgenden.
>> Übersicht der Hochschulen
Studieren kannst Du Restaurierung in Berlin, Dresden, Hildesheim, Köln, München, Potsdam, Stuttgart, Bern und Wien. Die Bewerbungsfristen variieren je nach Standort zwischen Januar und Juli. Hier findest Du die vollständige Übersicht aller Hochschulen im deutschsprachigen Raum – mit Fachrichtungen, Zugangsvoraussetzungen und Abschlüssen.
Studieninhalte
Das Studium vermittelt praktische Fertigkeiten auf Basis wissenschaftlicher Komponenten. Es beinhaltet den Erwerb fachbezogener Kenntnisse und Elemente aus benachbarten Disziplinen. Auf dem Lehrplan stehen beispielsweise die Konservierung und Restaurierung in Theorie und Praxis, die Geschichte und Ethik der Restaurierung, Methodik und Dokumentation konservatorisch-restauratorischer Maßnahmen sowie Werkstoffkunde und Kunstgeschichte. Genauso gehören naturwissenschaftliche Untersuchungsverfahren aus den Bereichen Mikrobiologie, Chemie und Physik dazu.
Fachrichtungen
Mit Eintritt in das Studium spezialisieren sich die Studierenden in der Regel auf eine bestimmte Fachrichtung, d.h. auf eine Material- oder Objektgruppe. Teilweise ist auch eine Kombination aus zwei Vertiefungsrichtungen üblich. Die Zusammensetzungen und Bezeichnungen der Fachrichtungen variieren je nach Hochschule. Im Wesentlichen sind es folgende:
- Archäologisches Kulturgut und Grabungstechnik
- Ethnografische Objekte / Volks- und Völkerkunde
- Film / Foto / Datenträger
- Gemälde und polychrome Bildwerke
- Glas / Mosaik
- Grafik, Archiv- und Bibliotheksgut /Papier / Buch
- Keramik
- Kunsthandwerkliche Objekte
- Metall
- Moderne Materialien
- Möbel und Holzobjekte
- Musikinstrumente
- Präventive Konservierung
- Stein
- Technisches Kulturgut
- Textil
- Wandmalerei und Architekturoberflächen/-farbigkeit
Unser Tipp für Dich:
Bei der Wahl Deiner Fachrichtung lohnt es sich, auch jenseits der bekannten Bereiche zu schauen. Spezialist:innen für Metall, Musikinstrumente oder Textil werden häufig gesucht – ebenso wie Restaurator:innen für Papier und Fotografie, wo große Mengen an Archivgut auf fachkundige Hände warten.
Wenn Du technikaffin bist und Dich für digitale Formate begeisterst, könnten technisches Kulturgut oder audiovisuelles Kulturgut spannende Wege für Dich sein.
Und falls Du noch herausfinden möchtest, welche Material- oder Objektgruppe Dir wirklich liegt, bietet Dir ein Schnupperpraktikum eine gute Möglichkeit, das herauszufinden.
Zulassungsvoraussetzungen
Die Zulassungsvoraussetzungen unterscheiden sich je nach Hochschule. Für die Bewerbung zum Studium ist neben der (Fach-)Hochschulreife in der Regel der Nachweis eines studienvorbereitenden Vorpraktikums erforderlich, dessen Dauer je nach Hochschule variieren kann. In der Regel sind es mindestens zwölf Monate. Das fachbezogene Vorpraktikum kann in einem Museum, in der Denkmalpflege oder bei freiberuflichen Restauratoren angesiedelt sein. Wichtig ist, dass die dortige Arbeitsweise den heutigen ethischen Grundsätzen der Restaurierung entspricht. Die meisten Ausbildungsstätten verlangen zusätzlich eine Eignungsprüfung und teilweise auch das Einreichen einer Mappe, mit denen künstlerisches Einfühlungsvermögen sowie geistes- und naturwissenschaftliches Verständnis nachgewiesen wird. Detaillierte Informationen sind auf den Seiten der einzelnen Hochschulen zu finden.
Abschluss und Studiendauer
Im Zuge der Bologna-Reform und der internationalen Vereinheitlichung der Ausbildungsstandards haben die meisten Hochschulen ihre Studiengänge bis 2010 schrittweise vom Diplom auf die international anerkannten Hochschulgrade Bachelor und Master of Arts/Science (BA/MA) umgestellt. Einzige Ausnahme bildet die Hochschule für Bildende Künste (HfBK) in Dresden, die das Diplom beibehalten hat. Auch in Wien ist der Abschluss das Diplom (Magister artium).
Je nach Ausbildungsart (Bachelor oder Master) dauert das Studium zwischen drei und sechs Jahren. An den beiden Kunstakademien in Dresden und Stuttgart und in Wien besteht die Möglichkeit zur Promotion im Fach Konservierung/Restaurierung zum Dr. phil. oder zum Dr. rer. nat.
Hilfestellungen zu Praktikum und Studium
Die Interessengruppe Restauratoren in Ausbildung (RiA) ist in unserem Verband Eure erste Anlaufstelle für Fragen rund ums Praktikum und Studium. Zum Nachschlagen hat die Gruppe Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Praktikum und Studium zusammengetragen.
Sollten dennoch Fragen offen sein, könnt Ihr Euch direkt an die RiA wenden.
Bei der Auswahl von Praktikumsplätzen bieten einige Hochschulen Hilfestellungen. Fragt einfach nach.
In der Jöbbörse des VDR findet Ihr außerdem fortlaufend Praktikumsangebote. Dort könnt Ihr gerne kostenfrei Gesuche schalten.
Seit Juli 2017 findet Ihr bei uns außerdem einen Mustervertrag für das Vorpraktikum, den die RiA erarbeitet hat und der nach rechtlicher Prüfung durch den VDR-Vorstand freigegeben wurde.
