Studium

In Deutschland bieten neun Hochschulen das Studium der Konservierung und Restaurierung an. Auch in anderen europäischen Ländern gibt es vergleichbare Ausbildungsmöglichkeiten, in der Schweiz und in Österreich in deutscher Sprache.

Studieninhalte

Das Studium hat eine stark wissenschaftliche Komponente und beinhaltet sowohl den Erwerb fachbezogener Kenntnisse als auch Elemente aus benachbarten Disziplinen. So stehen auf dem Lehrplan beispielsweise die Konservierung und Restaurierung in Theorie und Praxis, die Geschichte und Ethik der Restaurierung, Methodik und Dokumentation konservatorisch-restauratorischer Maßnahmen sowie Werkstoffkunde und Kunstgeschichte, aber auch naturwissenschaftliche Untersuchungsverfahren aus den Bereichen Mikrobiologie, Chemie und Physik.

Fachrichtungen

Mit Eintritt in das Studium spezialisieren sich die Studierenden in der Regel auf eine bestimmte Fachrichtung, d.h. auf eine Material- oder Objektgruppe. Teilweise ist auch eine Kombination aus zwei Vertiefungsrichtungen üblich. Die Zusammensetzungen und Bezeichnungen der Fachrichtungen variieren hierbei je nach Hochschule. Im Wesentlichen gibt es jedoch folgende Fachrichtungen:

Die Arbeit anKunstwerken erfordert wissenschaftliche und praktische Kompetenzen. Foto: HfBK Dresden
  • Archäologisches Kulturgut und Grabungstechnik
  • Ethnografische Objekte / Volks- und Völkerkunde
  • Film / Foto / Datenträger
  • Gemälde und polychrome Bildwerke
  • Glas / Mosaik
  • Grafik, Archiv- und Bibliotheksgut /Papier / Buch
  • Keramik
  • Kunsthandwerkliche Objekte
  • Metall
  • Moderne Materialien
  • Möbel und Holzobjekte
  • Musikinstrumente
  • Präventive Konservierung
  • Stein
  • Technisches Kulturgut
  • Textil
  • Wandmalerei und Architekturoberflächen/-farbigkeit

Abschluss und Studiendauer

Im Zuge der Bologna-Reform und der internationalen Vereinheitlichung der Ausbildungsstandards haben die Hochschulen ihre Studiengänge bis 2010 schrittweise vom Diplom auf die international anerkannten Hochschulgrade Bachelor und Master of Arts (BA/MA) umgestellt. Einzige Ausnahme bildet die Hochschule für Bildende Künste (HfBK) in Dresden, die das Diplom beibehalten hat.
Je nach Ausbildungsart (Bachelor oder Master) dauert das Studium zwischen drei und sechs Jahren. An den beiden Kunstakademien in Dresden und Stuttgart sowie an der TU München gibt es zudem die Möglichkeit zur Promotion im Fach Konservierung/Restaurierung zum Dr. phil. oder zum Dr. rer. nat.

Zulassungsvoraussetzungen

Die Zulassungsvoraussetzungen unterscheiden sich je nach Hochschule. Für die Bewerbung zum Studium ist neben der (Fach-)Hochschulreife in der Regel der Nachweis eines studienvorbereitenden Vorpraktikums erforderlich, dessen Dauer je nach Hochschule variieren kann (in der Regel mindestens zwölf Monate). Das fachbezogene Vorpraktikum kann in einem Museum, in der Denkmalpflege oder bei freiberuflichen Restauratoren angesiedelt sein. Wichtig ist, dass die dortige Arbeitsweise den heutigen ethischen Grundsätzen der Restaurierung entspricht. Die meisten Ausbildungsstätten verlangen zusätzlich eine Eignungsprüfung und teilweise auch das Einreichen einer Mappe, mit denen künstlerisches Einfühlungsvermögen sowie geistes- und naturwissenschaftliches Verständnis nachgewiesen wird.

Dataillierte Informationen zu den einzelnen Zulassungsvoraussetzungen sind auf den Seiten der einzelnen Hochschulen zu finden. Einige Hochschulen bieten Hilfestellungen bei der Auswahl von Praktikumsplätzen. In der Jöbbörse des VDR finden sich außerdem fortlaufend Praktikumsangebote. Auch können Auszubildende dort kostenfrei Gesuche schalten.

Die Interessengruppe Restauratoren in Ausbildung im VDR hat zudem eine Liste häufig gestellter Fragen (FAQ) zusammengetragen. Auch steht seit Juli 2017 ein Mustervertrag für  das Vorpraktikum bereit, den die Interessengruppe erarbeitet hat und der nach rechtlicher Prüfung durch den VDR-Vorstand freigegeben wurde.