Fachgruppe Präventive Konservierung

Über das Fachgebiet

Die Präventive Konservierung  betrifft alle Fachbereiche der Restaurierung. Sie hat das Ziel, den Verfall zu verhindern oder zu verlangsamen, wobei nicht selbst in die Substanz eingegriffen wird, sondern Einfluss auf die Umgebungsbedingungen eines Kunstwerkes, kulturhistorisch wertvollen Gegenstandes oder Baudenkmals genommen wird.

Die Präventive Konservierung dient primär der langfristigen Erhaltung von Kunstwerken und zielt darauf, Schäden bereits im Vorfeld zu vermeiden, bzw. das Schadensrisiko zu verringern. Dazu gehören die Kontrolle und Einflussnahme auf Klima, Licht, Schadstoffe, Materialemissionen und Schädlinge genauso wie die Etablierung von Sicherheitskonzepten (Einbruch/Brand), die Katastrophenplanung, Risikoabschätzung, Planung von Bauten, Vitrinen und Depots, die Pflege und Wartung von Kunst- und Kulturgut oder auch die Beschäftigung mit geeignetem Verpackungsmaterial.

Wichtige Themenfelder der Präventiven Konservierung

Klima

Lange Zeit galten in Museen die so genannten ICOM-Richtlinien, von denen als generell maßgebliche Werte für das Raumklima 50 Prozent relative Feuchte und 20 Grad Celsius abgeleitet wurden. Zugelassen waren meist nur geringe Abweichungen. Die Entwicklung geht heute in Richtung einer differenzierteren Betrachtung, bei der zum einen zwischen den Materialien unterschieden wird, und die zum anderen ein über das Jahr gleitendes Klima zulässt.

Kommentar der Sprecher der Fachgruppe Präventive Konservierung zur aktuellen Diskussion um Klimavorgaben für den internationalen Leihverkehr (PDF)

Licht/Beleuchtung

Hier werden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Beleuchtungsarten gesammelt und ebenso die verschiedenen Filtersysteme erfasst. Wichtige Schlagworte sind Leuchtstofflampe, Glühbirne, LED, Kaltlicht, Sonnenlicht, UV-Schutz, IR-Schutz, Lichtschutzfolien, Beleuchtungsdauer, Vorhänge, Zeitschaltung ...

Schadstoffe und Materialemissionen

Schadstoffe in museal genutzten Innenräumen sind ein wichtiges, äußerst aktuelles und viel diskutiertes Thema. Als Emissionsquellen kommen sowohl die zum Bau und zur Ausstattung eingesetzten Materialien als auch das Sammlungsgut selbst in Betracht. Wichtige Aspekte in diesem Zusammenhang sind chemische Verbindungen, Messverfahren und -techniken, Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, Schädigungspotenzial für Sammlungen, Fragen der Schadstoffverringerung bzw. -vermeidung.

Schädlinge und Mikroorganismen

Hier geht es sowohl um holzzerstörende Insekten als auch um Mikroorganismen, die Museumsgut angreifen. Neben der Erkennung und Vorbeugung liegt ein weiterer Schwerpunkt auf Bekämpfungsmaßnahmen. Es sollen Informationen zu den eingesetzten Giften und ihrer Vor- und Nachteile sowie zu den Verfahren mit Gas (Stickstoff, Sauerstoffentzug, Giftgas), Kälte oder Wärme (z.B. Thermo lignum Verfahren) gesammelt werden.

Messtechnik und Monitoring

Ein zentraler Punkt in der Präventiven Konservierung ist das Monitoring. Dieses beinhaltet die Erfassung, Beschreibung und langfristige Beobachtung von Kunstwerken und Umgebungsbedingungen.

Über elektronische Messverfahren stehen neue Möglichkeiten zur Verfügung, die beispielsweise über eine statistische Auswertung der Daten wichtige Hinweise auf Schadensrisiken liefern können, u.a. in Hinsicht auf Beleuchtungsstärke und -dauer, Temperatur- und Feuchteextrema oder Wachstumsbedingungen für Mikroorganismen. Nur über tatsächlich messbare und nachvollziehbare Werte kann eine langfristige Abschätzung von Veränderungen und Gefahren erfolgen.

Über die Fachgruppe

Alle Fachbereiche der Restaurierung sind gleichermaßen gefordert, sich dem Thema Präventive Konservierung anzunehmen, um die Erhaltung von Kunstwerken und Kulturgütern auf Dauer zu gewährleisten. Die Fachgruppe Präventive Konservierung im VDR ist eine zentrale Anlaufstelle, um diese Bemühungen zu unterstützen und den Informationsfluss zwischen Restauratoren aller Sparten zu fördern. Sie richtet zu diesem Zweck Exkursionen und Fachgruppentreffen aus. Zudem stehen die Fachgruppensprecher der interessierten Öffentlichkeit als Ansprechpartner zur Verfügung.

Bisherige Veranstaltungen der Fachgruppe Präventive Konservierung:

2011   Raunheim/ Exkursion "Brandschutz und Notfallplanung"
2012   Stuttgart/ Exkursion "Monitoringtechnik und Vitrinenplanung"
2013   Frankfurt/ Exkursion "Verpackung von dreidimensionalen Objekten"
2015   Hannover/ Fachgruppentreffen im Niedersächsischen Landesmuseum "Klima im Museum. Empfehlungen und Debatten"
2015   Köln/ Fachgruppentreffen im Rahmen der Messe Exponatec

Links

An dieser Stelle haben wir für Sie Links zu interessanten Internetseiten im Zusammenhang mit der Präventiven Konservierung zusammengestellt:

SiLK - der SicherheitsLeitfaden Kulturgut
Die Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen KNK befasst sich seit 2005 mit dem Thema Sicherheit und Katastrophenschutz für Museen, Archive und Bibliotheken. Der SicherheitsLeitfaden Kulturgut (SiLK)  ist seit 2010 online und wurde 2012 vervollständigt. Er umfasst alle relevanten Sicherheitsthemen.

Inhalt und Leseprobe zur Begleitpublikation der Tagung "Nach [der Flut] = Vor [der Flut] – Notfallplanung und Risikomanagement in der Präventiven Konservierung" vom 15.-16.2.2008 in Aschaffenburg

 

Fachgruppensprecher

Cord Brune

Vorsitzender

Diplom-Restaurator (FH) M.A.
Karl-Marx-Str. 72
14482 Potsdam
Tel. p.: 0331/58938758
Mobil: 01511/9457776

Desirée Drechshage-Rieke

Stellvertreterin

Diplom-Restauratorin (FH) M.A.
Am Alten Dreisch 41
33605 Bielefeld
Tel. d.: 0160/6240115

Kerstin Luber

Stellvertreterin

Diplom-Restauratorin
Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Mobil: 0179/1189894

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