Fachgruppe Möbel und Holzobjekte

Über das Fachgebiet

Holz ist nach wie vor ein wichtiges Konstruktionsmaterial für Möbel und hölzerne Raumausstattungen, die ganz unterschiedliche Techniken des Oberflächenschutzes und der  Holzveredelung aufweisen können.

So bringen zum Beispiel transparente Oberflächenüberzüge wie Lacke und Wachse die Textur edler Hölzer wie Nussbaummaser- oder Rosenholz zur Geltung. Farbige Beizen verstärken oder verändern die ursprüngliche Holzfarbe. Auch können Möbeloberflächen durch mehrschichtige Grundierungen, Farbfassungen und Vergoldungen vollständig überfasst sein.

Der Möbelrestaurator ist in der Regel mit beweglichem Mobiliar beschäftigt. Zu seinem Repertoire gehören Alltagsmöbel wie Tische, Hocker und Truhen, reich marketierte Schreibmöbel, Nähtischchen oder aufwändig gepolsterte Sitzmöbel. Aber auch fest mit einem Bauwerk verbundene Ausstattungen wie Decken- und Wandvertäfelungen, Tür- und Toranlagen und Treppen gehören zum Aufgabenbereich. Ebenso wird der Möbelrestaurator im sakralen Bereich tätig. Dazu gehören z.B. Skulpturen und kunsthandwerkliche Objekte.

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FAQ - Häufig gestellte Fragen

Wie wird man Restaurator für Möbel und Holzobjekte?

In Deutschland gibt es verschiedene Ausbildungswege zum Restaurator. In den letzten fünf Jahrzehnten hat sich aufgrund der hohen Anforderungen an die moderne Restaurierung die Hochschulausbildung zum Restaurator – begleitet vom VDR bzw. seinen Vorgängerverbänden und dem europäischen Dachverband der Restauratorenverbände E.C.C.O. – nach und nach als gängige Ausbildung etabliert.
 
In Deutschland kann man an folgenden Hochschulen die Fachbereiche Möbel und Holzobjekte wählen: TH Köln, HAWK Hildesheim, FH Potsdam, TU München.

Als Bachelorabschluss wird die Prüfung bei der staatlich anerkannten Fachakademie zur Ausbildung von Restauratoren für Möbel und Holzobjekte Goering Institut e.V. München an der HTW in Berlin anerkannt.
In Österreich: Akademie der Bildenden Künste in Wien.
In der Schweiz: Hochschule der Künste Bern.

Mehr zur Ausbildung erfahren

Wo arbeitet ein Restaurator für Möbel und Holzobjekte nach dem Studium?

Die Arbeitsfelder eines Restaurators für Möbel und Holzobjekte können in einem Museum, einem Denkmalpflegeamt, einer Hochschule oder auch freiberuflich als Mitarbeiter in der Privatwirtschaft oder in einer eigenen Werkstatt sein.

Welche Objekte werden von Restauratoren für Möbel und Holzobjekte bearbeitet?

Der Möbelrestaurator ist in der Regel mit beweglichem Mobiliar beschäftigt. Dies kann aus unterschiedlich verarbeiteten Hölzern, aber auch Kunststoff bestehen. Materialien, die sich auf Möbeln befinden, können aus Horn, Elfenbein, Metall oder beispielsweise auch aus Stroh sein. Daneben gibt es fest mit einem Bauwerk verbundene Ausstattungen wie Decken- und Wandvertäfelungen, Tür- und Toranlagen, auch Treppen. Ebenso im sakralen Bereich sind umfangreiche Arbeitsmöglichkeiten vorhanden.

Möbel gehören in unseren Alltag. Wir gehen tagtäglich mit ihnen um, verwenden und verändern sie. Möbel dienen als Stauraum, zur Bequemlichkeit und als Statussymbole. „Mobilien“ (lat. mobilis = beweglich) sind nicht nur praktisch, sondern befriedigen auch unsere ästhetischen Bedürfnisse. Sie repräsentieren ihre Besitzer und ihre Entstehungszeit und sind zugleich Zeugnis technologischer und künstlerischer Fähigkeiten. Für die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten und Zwecke entstanden eine Vielzahl von Möbeltypen. Zweckmäßige Alltagsmöbel wie schlichte Tische, Hocker und Truhen stehen neben reich marketierten Schreibmöbeln, Nähtischchen oder aufwändig gepolsterten Sitzmöbeln.

Holz ist nach wie vor ein wichtiges Konstruktionsmaterial für Möbel. Zur Herstellung von Möbeln und ihrem Dekor werden jedoch zahlreiche weitere Materialien wie Metalle, Rattan, Leder, Stroh, Papier, Pappmaché, Stuck, Pigmente, Stein, Edelsteine, Schildpatt, Perlmutt und Kunststoffeeingesetzt. Zudem zeigen Möbel vielseitige Techniken des Oberflächenschutzes bzw. der -veredelung. So bringen z.B. transparente Oberflächenüberzüge wie Lacke und Wachse die Textur edler Hölzer wie Nussbaummaser- oder Rosenholz zur Geltung; farbige Beizen verstärken oder verändern die ursprüngliche Holzfarbe. Auch können Möbeloberflächen durch mehrschichtige Grundierungen, Farbfassungen und Vergoldungen vollständig überfasst sein.

Neben Möbeln befassen sich Möbel- und Holzrestauratoren mit Holzobjekten wie Skulpturen oder kunsthandwerklichen Objekten sowie mit Objekten der Denkmalpflege wie Fenstern und Türen sowie Wandvertäfelungen. Auch schließt die Tätigkeit des Möbel- und Holzrestaurators hölzerne Elemente an Musikinstrumenten, Automobilen oder auch Gegenstände des Alltags wie Löffel, Schalen und Fässer ein.

Wie beginnt eine anstehende Restaurierung?

Das Möbel/Holzobjekt  wird auf seine Technik, seinen Erhaltungszustand und die entstandenen Schäden untersucht. Offene Fragen zur Entstehung, der Herstellung, des ausführenden Schreiners, der früher durchgeführten Restaurierungen müssen recherchiert werden. Darauf aufbauend wird ein Konzept zur bevorstehenden Restaurierung erarbeitet. Hier werden dann die zu verwendenden Materialien ausgesucht und geeignete Restaurierungsmaßnahmen festgelegt. Die einzelnen Arbeitsschritte und Befunde werden fotografisch festgehalten und schriftlich dokumentiert.

Wie wird ein Möbel/Holzobjekt untersucht?

Es gibt zerstörungsfreie Methoden (in situ) und solche, für die eine Probe entnommen werden muss. Eine einfache zerstörungsfreie Methode ist die Untersuchung mit der Lupe oder dem Mikroskop. Mit ultraviolettem Licht können materialtypische Fluoreszenzen an verwendeten Oberflächenüberzügen festgestellt werden. Die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie kann für die Bestimmung von organischen Beiz- und Oberflächenüberzüge eingesetzt werden und die Röntgenfluoreszenzuntersuchung für die anorganischen Beiz- und Oberflächenüberzüge. Für Materialanalysen (Bindemittel, Pigmente, Holz) ist oft eine Probenentnahme erforderlich. Hölzer können unter dem Mikroskop anhand ihrer Zellstrukturen genau bestimmt werden.

Welche Unterscheidungen im Bereich der Restaurierung gibt es?

Zu den präventiven Konservierungsmaßnahmen in der Holzrestaurierung gehören zum Beispiel die Anfertigung einer Vitrine zum Schutz vor Berührung im musealen Bereich und selbstverständlich die Kontrolle der Umgebungsbedingungen wie Beleuchtung, Klima, Depot etc. Grundlage für alle weiteren Restaurierungsmaßnahmen sind die substanzerhaltenden Maßnahmen.

Unter Fachleuten unterscheidet man zwischen Konservierung und Restaurierung. Eine substanzsichernde, bzw. konservierende Maßnahme ist zum Beispiel die Verleimung, eine Stabilisierung von gebrochenen statisch wichtiger Teile und Sicherung loser evtl. abkreidender Malschichten oder Oberflächenüberzüge.
Die Abnahme von Übermalungen oder die Kittung und Retusche von Fehlstellen sowie Substanzergänzungen sind Restaurierungsmaßnahmen.

Über die Fachgruppe

Die Fachgruppe sieht sich als Forum und Netzwerk für Restauratoren, die sich mit der Konservierung und Restaurierung von Möbeln und Holzobjekten befassen. Im Rahmen von Exkursionen, Seminaren und Tagungen sowie durch Publikationen werden der Informationsfluss und -austausch innerhalb der Fachgruppe gefördert. Des weiteren steht die Fachgruppe der interessierten Öffentlichkeit als Ansprechpartnerin bei allen Fragen zur Restaurierung und Konservierung zur Verfügung.

Fachgruppensprecher

Wolfram Bangen

Vorsitzender

LWL- Freilichtmuseum Detmold
Krummes Haus
32760 Detmold
Tel: 05231-706131

Prof. Dr. Angelika Rauch

Stellvertreterin

Fachhochschule Potsdam
Studiengang Konservierung und Restaurierung
Kiepenhauerallee 5
14469 Potsdam
Tel.: 03 31/580 12 23

Christian Huber

Stellvertreter

München