Geförderte Projekte 2008 im Rahmen des Programms „Förderung der Bildenden Kunst in Nordrhein-Westfalen – Restaurierungsprogramm Bildende Kunst“ des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport.

Koptische Textilien und Textilfragmente, 13. und 14. Jahrhundert │Gustav-Lübcke-Museum Hamm

Die ägyptische Sammlung des Gustav-Lübcke-Museums stellt mit rund 1.200 inventarisierten ägyptischen Objekten die größte Sammlung ihrer Art in Westfalen und – nach der Sammlung der Aegyptiaca der Universität Bonn – die zweitgrößte Sammlung Nordrhein-Westfalens dar. Der Impuls zum Aufbau dieser Sammlung ging aus der Mitte der Hammenser Bürgerschaft hervor. Eine Gruppe engagierter Notablen erwarb 1886 eine originale ägyptische Mumie mit Sarg, die 1887 dem neugegründeten Museumsverein übereignet wurde.

Den größten Teil der Sammlung macht jedoch die 1917 erfolgte Schenkung des in Hamm gebürtigen Düsseldorfer Antikenhändlers Gustav Lübcke aus. Unter den von ihm gestifteten Objektkonvoluten ragt die Kollektion von rund 70 koptischen Textilien heraus, die in den nachchristlichen Jahrhunderten unter byzantinischer und frühislamischer Herrschaft in Ägypten entstanden. Die koptischen Stoffe des Gustav-Lübcke-Museums Hamm gehören im Hinblick auf Qualität und Quellenwert in die Spitzengruppe der Kollektionen spätantiker Textilien in Deutschland.

Kontakt:
Dr. Ellen Schwinzer
Museumsleiterin
Gustav-Lübcke-Museum
Neue Bahnhofstr. 9
59065 Hamm
Link zum Gustav-Lübcke- Museum

Bildnachweis: Güstav-Lübcke-Museum Hamm, Textilfragment, ägyptisch/koptisch, 13./14.
Jahrhundert n.Chr.

Gemälde Friedrich Wilhelm III., 18. Jahrhundert │Museen Burg Altena

Das Porträt Friedrich Wilhelm III. wird an exponierter Stelle in der Dauerausstellung der Burg präsentiert. Dort sind die Porträts aller Landesherrn der Grafschaft Mark von 1398 bis 1918 lückenlos gehängt. Seine besondere Bedeutung erfährt das großformatige Ölgemälde dadurch, dass es zu den drei ursprünglichen Ausstattungsstücken der Burg Altena gehört, die noch vorhanden sind. Das Gemälde ist signiert mit „Heinrich. Faber. Gemalt 1799.“

Kontakt:
Dipl. Rest. Holger Lüders
Museen der Burg Altena
Fritz-Thomée-Str. 80
58762 Altena
Link zu den Museen Burg Altena

Bildnachweis: Friedrich Wilhelm III., Burg Altena; Foto Restaurierungsatelier Zeche Lothringen

Drei Gemälde Moderner Kunst aus dem 20. Jahrhundert │Kunstmuseum Bochum

 

Das Museum Bochum bereitet für 2010 die Neupräsentation der eigenen Sammlung vor, als Teil des Ruhrgebiet übergreifenden Projekts „Ruhrkunstmuseen“ und zum fünfzigjährigen Jubiläum der Gründung unserer Institutes. Die Neupräsentation der Sammlung unter dem Titel „Le Rêve/Traum – Motiv – Metapher“ sucht einen thematischen Zugang, der die gewachsenen Strukturen der Kunstsammlung berücksichtigt. Es sind Restaurierungsmaßnahmen an drei herausragenden Werken der Sammlung gefördert worden.

 

A Peter August Böckstiegel (1889-1951), Dornberg im Herbst, 1925

Das Werk „Dornberg im Herbst“ gehört zu Böckstiegels zentralen Landschaftsbildern der 1920er Jahre, in denen der Künstler seinen farbexpressiven, pastosen Malstil in der Nachfolge Van Goghs zu eigenständiger Reife entwickelt.

 

B Ernst Ludwig Kirchner(1880-1938), Gebirgslandschaft, 1921

Ernst Ludwig Kirchner zählt zu den prägenden Vertretern des deutschen Expressionismus im ersten Drittel des 20. Jh. Das Werk „Gebirgslandschaft“ gehört zu den bedeutenden Zeugnissen des Spätstils Kirchners, der er nach seiner Übersiedlung in die Schweiz entwickelte.

 

C Vladimir Yankilevskij (*1938), Requiem, Triptychon Nr. 12, 1978

Die Kunst Zentral- und Osteuropas, insbesondere die inoffizielle Kunst des Ostblocks, bildet einen Schwerpunkt der Sammlung. Der russische Künstler Vladimir Yankilvskij gehört zu den Hauptvertretern einer unabhängigen Kunst in der Sowjetunion der 1960er bis 1980er Jahre.

 

Kontakt:
Waldemar Pichura
Verwaltungsleiter
Kunstmuseum Bochum
Kortumstr. 147
44777 Bochum
Link zum Kunstmuseum Bochum

Fahne der Bergisch-Märkischen Eisenbahn, um 1870 │Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur Dortmund

Es handelt sich um die älteste Fahne in der Sammlung des Museums. Sie ist aufwändig gearbeitet und legt Zeugnis ab von der ersten überregionalen Eisenbahnverbindung im Raum Witten. Für das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten ist die Fahne ein herausragendes Exponat für die Eisenbahngeschichte und die Verkehrsentwicklung im Ruhrtal.

Kontakt:
Ingrid Telsemeyer, Oberkustodin
Vera Steinborn, M.A.
LWL-Industriemuseum
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Grubenweg 5
44388 Dortmund
Link zum LWL-Industriemuseum Dortmund

Bildachweis: Fahne der Bergisch-Märkischen Eisenbahn, um 1870; Foto LWL Industriemuseum

Nachlass und Wohnhaus des Malers Peter August Böckstiegel │Werther/Arrode im Kreis Gütersloh

Anfang 2007 erbte der Kreis Gütersloh nicht nur den künstlerischen Nachlass des Malers, Graphikers und Bildhauers Peter August Böckstiegel, sondern auch dessen Eltern- und Wohnhaus in Arrode. Um das künstlerische Lebenswerk für die Öffentlichkeit dauerhaft zu erhalten und zugänglich zu machen, gründete der Kreis Gütersloh am 18.12.2008 die Peter-August-Böckstiegel-Stiftung, die nunmehr Haus und Ouevre des Expressionisten betreut.

Die Arbeiten Böckstiegels und das von ihm durch und durch künstlerisch gestaltete Haus stellen ein Gesamtkunstwerk einzigartiger Authentizität dar. Der künstlerische Nachlass umfasst rund 1.300 Arbeiten Böckstiegels. Das her-ausragende Profil des künstlerischen Nachlasses von Peter August Böckstiegel besteht darin, dass repräsentative Werke aus allen Schaffensperioden zwischen 1910 und 1951 existieren und an dem Ort präsentiert werden, mit dem Böckstiegel zeitlebens sowohl künstlerisch wie auch persönlich auf engste verbunden blieb.

Kontakt:
Peter-August-Böckstiegel-Stiftung
c/o Kreis Gütersloh
Thomas Kuhlbusch
Herzebrocker Str. 140
33324 Gütersloh

Link zum Böckstiegel-Haus

Bildnachweis: Peter-August-Böckstiegel-Haus; Foto Susanne Borneman

Mahnmal von Josef Glahé (*1925) │Kreismuseum Wewelsburg

Die Wewelsburg bei Paderborn im gleichnamigen Dorf ist ein Renaissanceschloss, das noch mittelalterliche Teile des Vorgängerbaus einschließt. Bis zum Ende des Hochstifts (Fürstbistums) war es Nebenresidenz der Fürstbischöfe. Ab 1925 wurde die Wewelsburg Zentrum der katholischen Jugendbewegung für Westfalen und Rheinland mit Jugendherberge und Heimatmuseum. 1934 pachtete der „Reichsführer-SS“ Heinrich Himmler die Wewelsburg. In den folgenden Jahren entwickelte Himmler weiterführende Ideen, die Wewelsburg als ideologisches Zentrum der SS zu nutzen. Die Pläne nahmen Ausmaße an, deren Realisierung das ganze Dorf zerstört hätten. 1939 wurde ein Konzentrationslager im Ort eingerichtet. Von über 3.900 Insassen starben 1.285 an den brutalen Arbeits- und Lebensbedingungen sowie der Schikane der SS. Kurz vor Ende des Krieges sprengte ein SS-Sonderkommando die Wewelsburg. Am 02. April 1945 befreiten amerikanische Soldaten die restlichen Häftlinge des Konzentrationslagers. Ab 1949 erfolgte der Wiederaufbau. Die Wewelsburg dient seit 1950 wieder als Museum und Jugendherberge.

Seit 1982 dokumentiert eine Abteilung des Kreismuseums im ehemaligen SS-Wachgebäude die Pläne und Tätigkeiten der SS und gedenkt der Opfer des KZ Niederhagen/Wewelsburg. Nach einer umfassenden Neukonzeption dieser zeitgeschichtlichen Ausstellung „Wewelsburg 1933-1945“ und dem Umzug in die Untergeschosse des Gebäudes wird die bildende Kunst einen größeren Stellenwert als bisher einnehmen. Eigenständige Kunstwerke von Häftlingen - für andere Lager, zum Beispiel Auschwitz, in z.T. großer Zahl überliefert - sind aus dem Wewelsburger Land nicht bekannt. Lediglich einige Werke, die im Auftrag der SS angefertigt wurden, sind erhalten. Um so größer ist die Bedeutung der zehn großformatigen Gemälde eines Zeitzeugen aus der Region, des Bürener Malers Josef Glahé, die im Magazin des Kreismuseums aufbewahrt werden, die von 1949 bis 1950 entstanden sind und damit das erste Mahnmal bürgerschaftlichen Engagements in der Bundesrepublik darstellen.

Josef Glahé hatte durch die Lokalpresse von dem geplanten Projekt, einem Mahnmal in Wewelsburg, erfahren. Er selbst hatte die Schrecken der deutschen nationalsozialistischen Vergangenheit aus eigener Anschauung erlebt. Am 11. Oktober 1949 erteilte der damalige Kreis Büren den Auftrag für das Mahnmal an Josef Glahé; 1950 wurde der Mahnmalszyklus im Kellergewölbe des Nordturms der Wewelsburg, der sogenannten Gruft, eingeweiht. Er greift Themen wie Judenverfolgung, Bücherverbrennung, Flüchtlingsleid, Bombentrümmer, Konzentrationslager und Euthanasie auf.

Während des Entstehens der Bilder nahm die Lokalpresse noch regen Anteil. In den siebziger Jahren existierte das Mahnmal in der bisherigen Form schon nicht mehr. Die Bilder brachte man 1973, ohne dass die Öffentlichkeit davon Notiz genommen hätte, in einer Abstellkammer unter. Seit 1982 befinden sie sich im Magazin des Kreismuseums und sollen im Frühjahr 2010 nach der Konservierung und Restaurierung in den neuen Räumen des Museums wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Kontakt:
Kirsten John-Stucke M.A.
Kreismuseum Wewelsburg
Burgwall 19
33142 Büren-Wewelsburg
Link zum Kreismuseum Wewelsburg

Bildnachweis: Josef Glahé, "Gefesselt", um 1950; Foto Kreismuseum Wewelsburg

Ölgemälde fünf lippischer Fürstinnen und ein Landschaftsgemälde │Landesmuseum Detmold

Die große und vielseitige Kunstsammlung des Lippischen Landesmuseums möchte mit Originalwerken aus dem Bereich der Bildenden Kunst historische und aktuelle, künstlerische und gesellschaftliche Zusammenhänge anschaulich machen. Werkgruppen, Konvolute und einzelne Arbeiten aus dem Bereich der Malerei und Graphik sind dem Museum bereits im 19. und 20. Jahrhundert übereignet worden und sind für die kulturelle Identität der Menschen in der Region Ostwestfalen-Lippe von enormer Relevanz.

Mit den zu restaurierenden Ölgemälden können wir dem Anspruch nach kultureller Identität gerecht werden, da ihre Bildnisse wichtige Dokumente der lippischen Kunst- und Kulturgeschichte sind und den Weg eines langen selbstständigen Fürstentums aufzeigen. Möglicherweise sind drei der Gemälde im Umkreis des Detmolder Hofmalers Hans Hinrich Rundt (1660-1750) entstanden. Bei den Recherchen im Rahmen dieses Projektes wurde eine Quellenschrift ausfindig gemacht, die das Gemälde „Äbtissin Casimire“ Ferdinand Stratmann zuordnet.

 

Kontakt:
Vera Scheef M.A.
Lippisches Landesmuseum Detmold
Ameide 4     
32576 Detmold
Link zum Lippischen Landesmuseum Detmold

Bildnachweis: Adelige Dame, halb gereinigt; Foto Lippisches Landesmuseum Detmold

Drei Objekte der Modernen Kunst, Mitte 20. Jahrhundert │Kunsthalle Bielefeld

A Installationsobjekt „Weiße Spirale“ von Günther Uecker (*1930), 1970

B „Via Lactae“ von Gotthard Graubner (*1930), 1960/61

C „Das 4. Geschlecht“ von Gerhard Hoehme (1920-1989), 1962, Signatur auf der Rückseite

Das 1981 für die Kunsthallensammlung angekaufte Bild „Via lactae“, ein 1960/61 entstandenes Farbraum-Bild von Gotthard Graubner, „Das 4. Geschlecht“ von Gerhard Hoehme aus dem Jahr 1962, das 1984 in die Sammlung kam, und die „Weiße Spirale“ von Günter Uecker aus dem Jahr 1970, die 1973 angekauft werden konnte, bilden mit Blinky Palermos „Stoffbild“ aus dem gleichen Jahr, das hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden soll, ein bedeutendes Ensemble zur Kunst der 1960er Jahre in der Sammlung der Kunsthalle Bielefeld.

„Via lactae“ von Gotthard Graubner nimmt mit der in „all over“-Malerei auf Leinwand aufgetragenen Farbe die seit 1962 entstehenden „Farbraumkörper“ des Künstlers bereits vorweg. Während der Schritt in die Dreidimensionalität noch nicht vollzogen wird, erzeugt die gleichwertige monochrome Präsenz von Farbe auf der Bildfläche einen Bildraum, der nicht durch Perspektivkonstruktionen oder lineare Formvorgaben, sondern allein durch die Farbe akzentuiert und bestimmt wird. Durch das Fehlen jeglicher Formstruktur öffnet sich allein aus der Wirkung der Farbe heraus, durch ihre Ausdünnung oder Verdichtung, ein imaginärer Farbraum, der zu pulsieren scheint und sich virtuell über die Grenzen der Bildfläche hinaus fortsetzt. Seine Ausdehnung bleibt unbestimmt und für den Betrachter unermesslich. Zwar erzeugt die unterschwellige Stofflichkeit der Farb-Substanz in ihrem Sich-Verdichten und Sich-Ausdehnen durchaus optische, wenn nicht haptische Reize, doch bieten sie dem Betrachter keinen Bezugspunkt im Bildraum, der Fixierung und Verweilen bieten könnte. Es herrscht die erfüllte Leere eines Universums aus Farbe, in der der Betrachter sich gleichermaßen selbst verliert und sich selbst begegnet.

Demgegenüber ist die ebenfalls als „all over“ -Struktur angelegte, aus Grauwerten gestaltete Komposition "Das 4. Geschlecht" von Gerhard Hoehme in ihrer Gesamtstruktur betont materieller. Auch Hoehme, ein Hauptmeister des deutschen Informel, verzichtet auf jedes klassische kompositorische Liniengerüst, überzieht die Bildfläche jedoch mit einem dichten Gefüge aus über- und nebeneinander gelagerten breiten Pinsel- und Spachtelstrichen, die wie flache Mosaiksteine wirken, aus denen sich die Farbfläche aufbaut. Immer wieder lösen sich Farbtropfen und -verläufe aus diesen Pinselschraffuren, die das Fließen der Farbe vergegenwärtigen und den Entstehungsprozess der Gesamtstruktur lebendig halten. Sie erzeugen auf der Leinwand den Eindruck eines unaufhörlich auf’s Neue sich bildenden Gefüges, dessen Form veränderbar und unabgeschlossen ist. Das Bild wird zur Matrix, zum Keimgrund eines „4. Geschlechts“, dessen künftige Beschaffenheit Spekulation bleibt.

Günther Ueckers „Weiße Spirale“ schließlich tritt ebenfalls in das Spiel von Materialität und Entmaterialisierung ein, jedoch von der Seite einer unmissverständlich massiven Materialität her. Das 1970 entstandene Nagelobjekt erobert den Umraum in materieller Eindeutigkeit und lastender stofflicher Schwere. Die Trivialität der Nägel und die spürbar bleibende Kraft ihres Einschlags in die Trägerplatte aus Holz verleihen dem Objekt zugleich eine gewisse latente, unterschwellige Aggressivität des Ausdrucks. Dem steht die Erfahrung von Leichtigkeit und Körperlosigkeit in der Akzentuierung von Licht und Schatten auf der weißen Oberfläche, die sich aus dem Lichteinfall in die Nagelstruktur immer wieder neu ergibt, spannungsvoll entgegen. Mit der Bewegung des Betrachters vor dem Objekt, mit wechselnden Blickpunkten, wechselnder Beleuchtung und wechselnden Schatten der Nägel erzeugt sich eine unaufhörliche virtuelle Bewegung, die die feste, materielle Struktur verlebendigt und dynamisiert und der massiven Eindeutigkeit eine verfremdende Spiritualität verleiht.

Alle drei Werke bezeugen sehr eindrucksvoll die sinnlich-intellektuelle, selbstreflektorische Qualität der deutschen Kunst der 1960er Jahre. Nach der im Jahr 2008 mit Unterstützung durch Landesmitteln durchgeführten Restaurierung der drei genannten Werke steht die bedeutende Werkgruppe für wechselnde Sammlungspräsentationen in der Kunsthalle Bielefeld wieder uneingeschränkt zur Verfügung.

Kontakt:
Dr. Jutta Hülsewig-Johnen
Kunsthalle Bielefeld
Artur-Ladebeck-Str. 5
33602 Bielefeld
Link zur Kunsthalle Bielefeld

Bildnachweis: Gotthard Graubner, Via lactae; Gerhard Hoehme, Das 4. Geschlecht; Günther Uecker, Weiße Spirale; Fotos Kunsthalle Bielefeld

Gemälde und Skulpturen von Karl Junker, um 1900 │Junkerhaus Lemgo

Das Junkerhaus wurde in den Jahren 1889 bis 1891 nach den Entwürfen und Planungen von dem Künstler Karl Junker (1850-1912) erbaut. Sein ungewöhnliches Aussehen erhält das Haus durch die reich geschnitzte Bau-Ornamentik. Wie im Bereich der Fassade so dominiert das Holz auch in der Einrichtung der Räume. Eine eigene Qualität besitzen die von Karl Junker entworfenen und gebauten Möbel. Das Junkerhaus ist ein einzigartiges Baudenkmal und Ausdruck enormer künstlerischer Konsequenz.

Hinter dem Junkerhaus wurde ein neuer Anbau mit Foyer und Kassenbereich sowie einer Ausstellungshalle errichtet. In der Ausstellungshalle werden in wechselnden Ausstellungen Arbeiten aus dem künstlerischen Nachlass von Karl Junker gezeigt. Mit dem Junkerhaus und dem künstlerischen Nachlass verfügt die Stadt Lemgo über eine der umfangreichsten Sammlungen eines Künstlers, der heute zu den wichtigsten Repräsentanten der Outsider Art/ Art Brut in Deutschland gezählt wird. Die umfassende Instandsetzung und Restaurierung des Junkerhauses wurde in den Jahren 2002-2004 durch die Nordrhein-Westfalen-Stiftung finanziert.

Für den Förderantrag haben wir Tafel- und Leinwandgemälde sowie Stelen des Künstlers ausgewählt, die einen Querschnitt seines künstlerischen Schaffens darstellen.

 

Kontakt:
Jürgen Scheffler
Museumsleiter
Städtisches Museum Lemgo
32655 Lemgo
E-Mail: museen@lemgo.de

Anschrift des Junkerhauses:
Museum Junkerhaus
Hamelner Straße 36
32657 Lemgo
Tel.: 05261/667695
Link zum Junkerhaus Lemgo

Bildnachweis: Junkerhaus Lemgo, Ansicht von der Hamelner Straße; 2 Gemälde und eine hölzerne Stele aus dem Junkerhaus; Fotos Museum Junkerhaus Lemgo

Tafelbilder von Jan Baegert, um 1510 │Museum Kurhaus Kleve

Das Museum Kurhaus Kleve besitzt vier Fragmente eines im 19. Jahrhundert zersägten und in Einzelteilen verkauften Passionsaltars des spätgotischen Malers Jan Baegert. Die Fragmente dieses Altars sind heute weit verstreut und befinden sich u.a. in den Museen von Münster, Dortmund, Karlsruhe, Nürnberg und Utrecht. Mit der Restaurierung der vier Teile in seiner Sammlung schafft das Museum Kurhaus Kleve die Grundlage für eine Ausstellung, in der alle bekannten Fragmente des Altars zusammengeführt werden und dieses bedeutende Kunstwerk in seiner ursprünglichen Form rekonstruiert wird.

Jan Baegert (tätig in Wesel um 1490-1530) zählt zu den herausragenden Malern der Spätgotik am Niederrhein. Das Museum Kurhaus Kleve besitzt von seiner Hand insgesamt zehn Tafelbilder, die aus drei verschiedenen Werken stammen: Vier gehören zu dem großen Passionsaltar, an dessen Rekonstruktion zurzeit gearbeitet wird, vier weitere zu einem Altar für die Weseler Familie Poet und zwei zu einem Altar mit einem Kartäuserstifter. Im Kontext der Sammlung mittelalterlicher Kunst, die auch eine Sammlung hochrangiger Skulpturen umfasst, sind diese kostbaren Bilder von herausragender Bedeutung.



Kontakt:
Dr. Roland Mönig
Kustos
Museum Kurhaus Kleve
Tiergartenstraße 41
47533 Kleve
Link zum Museum Kurhaus Kleve

Bildnachweis: Jan Baegert, tätig in Wesel um 1490-1530 zwei Fragmente einer Kreuztragung: Maria mit Johannes, Maria Magdalena und Maria Salomé / Rechter Schächer und Soldaten, Öl auf Eichenholz, 54,5 x 29,5 cm Museum Kurhaus Kleve; Foto Museum Kurhaus Kleve, Annegret Gossens

Farblithografien eines medizinisches Atlas, 19. Jahrhundert │Wilhelm-Fabry-Museum Hilden

Das Wilhelm-Fabry-Museum der Stadt Hilden ist ein kleines Spezialmuseum mit dem Schwerpunkt Medizin, Medizingeschichte und Medizin in der Kunst. Die medizinhistorische Sammlung des Museums umfasst neben medizinhistorischen Objekten wertvolle Bücher aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Der hier vorgestellte Atlas erschien in neun Bänden in Wien zwischen 1856 und 1876. Das Museum besitzt ein seltenes vollständiges Exemplar.

 

 

Kontakt:
Dr. Wolfgang Antweiler
Wilhelm-Fabry-Museum
Benrather Str. 32a
40721 Hilden
Link zum Wilhelm-Fabry-Museum Hilden

Bildnachweis: Farblithografien aus einem medizinischen Atlas; Fotos Wilhelm-Fabry-Museum Hilden

Religiöse Objekte aus dem 18. Jahrhundert │Museum Katharinenhof Kranenburg

Für den Tourismus in der niederrheinischen Region sind die Kranenburger Museen von besonderer Wichtigkeit und somit ist die beantragte Fördersumme von besonderem Landesinteresse. Durch die Einbindung der Museen in das Tourismuskonzept der Gemeinde Kranenburg sowie die Vernetzung mit Schulen, örtlichen Vereinen und grenzüberschreitende Kontakte wird die Bedeutung besonders hervorgehoben.

Bei den betreffenden Objekten handelt es sich um Teile der sehr umfangreichen religiösen Sammlungen des Museums Katharinenhof Kranenburg, die sich teilweise bereits seit Jahrzehnten im Besitz des Museums befinden. Im Hinblick auf das im Jahr 2008 bevorstehende 700-jährige Jubiläum der Kreuzwallfahrt in Kranenburg bemüht sich das Museum Katharinenhof gemeinsam mit der Verwaltung der Gemeinde Kranenburg und dem Landschaftsverband Rheinland bereits seit einigen Jahren darum, ein Konzept für eine dauerhafte Präsentation dieser Sammlung im Dachgeschoss des Altbaus – ein historisches Beginenkloster aus dem 15. Jahrhundert – zu erstellen.


Kontakt:
Hans Bernhard Kraus
Verein für Heimatschutz e. V.
Museum Katharinenhof
Mühlenstr. 9
47559 Kranenburg
Link zum Museum Katharinenhof in Kranenburg

Skulpturen Nanno di Bartolo und Jacopo Sansovino, 16. Jahrhundert │Kunstmuseen Krefeld

Dank der finanziellen Zuwendung der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen ist es zur Zeit möglich, zwei bedeutende Bildwerke der italienischen Renaissance aus der Sammlung der Kunstmuseen Krefeld zu restaurieren, die sich altersbedingt in einem sehr kritischen Zustand befanden:

Nanni di Bartolo: Madonna mit Kind, um 1420;
Skulptur; Ton, farbig gefasst; 120x53x43 cm

und

Jacopo Sansovino: Madonna mit Kind, um 1550;
Relief; Cartapesta, farbig gefasst, 118x97x12,5 cm

Nanni di Bartolo, genannt il Rosso, ist zwischen 1419 und 1451 dokumentarisch nachweisbar. Ab 1419 ist er am Florentiner Dom nachweisbar. 1421 arbeitete er zusammen mit Donatello für den Campanile. Wenig später verließ er Florenz und fand im Veneto neue Aufgaben. So dürfte er an der Ausstattung von San Marco in Venedig beteiligt gewesen sein. Vor allem die Provenienz der Madonnenfigur, „eine Kapelle in der Vorstadt von Florenz vor Porta S.Gallo auf dem Weg nach Fiesole“, spricht für eine Entstehung während Nanni di Bartolos Florentiner Aufenthalt, 1419-23, als er in der Werkstatt Donatellos arbeitete.


Die Krefelder Madonnen-Figur von Nanni di Bartolo gilt als besondere Kostbarkeit, u.a. weil sie zu den sehr wenigen großformatigen Terrakotten aus dem ersten Viertel des Quattrocento gehört, die sich erhalten haben. Die ursprüngliche Bemalung in Tempera ist nur zum Teil erhalten: im Inkarnat, dem weißen Kopftuch mit leichten Streifen in Gold und Blau, den Spitzen an den Handgelenken und der Vergoldung. Der Zustand der Terrakottaskulptur ist durch umfangreiche Substanzverluste im Sockelbereich geprägt, die wahrscheinlich durch einen früheren Sturz entstanden sind. Die Ausbrüche wurden mit Gips ergänzt und übermalt, die Originalsubstanz wurde begradigt, um eine neue Standfläche erhalten. Die Übermalungen überdecken dabei auch die angrenzende originale Zweitfassung. Weiterhin beeinträchtigen ein Oberflächenverschmutzung und nachträglich aufgebrachte Überzüge das Erscheinungsbild.

Jacopo Tatti, genannt Sansovino, 1486 in Florenz geboren, war Schüler des Bildhauers Andrea Sansovino, dessen Namen er annahm. Sansovinos vielseitiges Talent lässt sich bereits in seiner Frühzeit erkennen. Während seines ersten Rom-Aufenthaltes fertigte er für den Maler Perugino ein Wachsmodell mit der Kreuzabnahme Christi, das sich im Victoria und Albert Museum in London erhalten hat. 1511 kehrte Sansovino nach Florenz zurück, wo er die Figur des Hl. Jakobus für den Florentiner Dom und seinen berühmten „Bacchus“, heute im Bargello, schuf. Nach einem erneuten Aufenthalt in Rom ging er nach Venedig, dessen Architektur und Skulptur er in den folgenden Jahrzehnten prägte.

Die hohe Wertschätzung der Madonnenreliefs Sansovinos während ihrer Entstehungszeit bezeugt die euphorische Beschreibung des venezianischen Verlegers Marcolini, der 1551 im Hause des mit Sansovino befreundeten Literaten Pietro Aretino ein Madonnenrelief des Bildhauers gesehen hatte. Sehr plastisch schildert er den innigen Blickkontakt der beiden dargestellten Figuren: Mutter und Kind „trinken sich -,santissamente' - mit den Augen“.


Die in Krefeld erhaltene Fassung besteht aus einem Cartapestarelief aus Papiermaché, einer seltenen Technik der italienischen Renaissance, die für die Sansovino-Werkstatt typisch war. Das Relief wurde zusammen mit der Holzplatte, auf die es genagelt ist, farbig gefasst und vergoldet. Die Sichtfassung zeigt in weiten Bereichen die freigelegte mutmaßliche Erstfassung. Die freigelegten Partien wirken angegriffen und weisen zahlreiche Fehlstellen und Farbverluste auf, die Vergoldungen sind oft stark durchgerieben. Offensichtlich sind die freigelegten Partien nachträglich überlasiert oder zum Teil übermalt worden der blaue Reliefhintergrund ist großflächig nahezu komplett überarbeitet. Weiterhin ist der Zustand durch zahlreiche Fassungslockerungen geprägt, die die Erhaltung des Bestandes gefährden.

Beide Werke haben im Laufe der Jahrhunderte gravierende Schäden erlitten bzw. sind in ihrer Substanz gefährdet. Im Rahmen der Restaurierung werden an beiden Skulpturen zunächst konservatorische Maßnahmen zur Sicherung des materiellen Bestandes durchgeführt, vor allem eine Festigung der Farbfassung. Das Restaurierungskonzept zielt darüber hinaus darauf ab, die unter den falschfarbigen Übermalungen und Ergänzungen erhaltene originale Substanz freizulegen und fragmentarische Partien durch zurückhaltende Ergänzungen so zu integrieren, dass die farbliche und formale Gestaltung der Komposition wieder besser ablesbar sein wird. Beide Restaurierungen werden durch das Restaurierungsatelier Sabine Hermes in Köln ausgeführt.

Die beiden skulpturalen Madonnendarstellungen gehören zu der schon fast legendären ehemaligen Adolf-von Beckerath-Sammlung, deren größerer Teil sich seit über 100 Jahren in Krefeld befindet. Es handelt sich um einen besonderen in sich geschlossenen Sammlungskomplex vor allem skulpturaler Kunst des Quattrocento, ergänzt durch einzelne wichtige Werke des Cinquecento. Hinzu kommen Keramiken und Metallkunst des 15.-16. Jahrhunderts. Die beiden Skulpturen gelten als Spitzenwerke dieses Renaissance-Ensembles, wie es in dieser Form in keinem anderen Museum in Nordrhein-Westfalen zu finden ist. Die bedeutende Renaissance-Sammlung wurde im letzten Viertel des 19. Jahrhundert von Adolph von Beckerath in Oberitalien zusammengetragen und um 1900 zwischen Berlin und Krefeld, der Geburtsstadt des Sammlers, aufgeteilt. Es bildete dort den ersten bedeutenden Sammlungskomplex älterer bildender Kunst in dem 1897 neu eröffneten Kaiser Wilhelm Museum und ist so eng mit der ersten Entwicklungsphase des Museums verbunden. Die Werke werden voraussichtlich ab 2011 nach der Wiedereröffnung des Kaiser Wilhelm Museums zu sehen sein.

Kontakt:
Dr. Sabine Röder
Kunstmuseen Krefeld
Karlsplatz 35
47798 Krefeld
Link zu den Kunstmuseen Krefeld

Bildnachweis: Nanni di Bartolo: Madonna mit Kind, um 1420; Skulptur; Ton, farbig gefasst; 120x53x43 cm und Jacopo Sansovino: Madonna mit Kind, um 1550; Relief; Cartapesta, farbig gefasst, 118x97x12,5 cm; Foto Kunstmuseen Krefeld

Zeichnungen und Grafiken von Ludwig Richter, 19. Jahrhundert │Museum Folkwang Essen



Die Essener Sammlung von Werken Ludwig Richters (1803-1884) bildet neben dem Bestand des Kupferstich-Kabinetts in Dresden die wichtigste geschlossene Sammlung von Arbeiten dieses zentralen Protagonisten der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts.

Das Museum verdankt diese Sammlung der Stiftung der Brüder Otto und Karl Budde, die sie 1907 dem Kunstmuseum der Stadt Essen vermachten, das 1922 mit der Sammlung von Karl Ernst Osthaus zum Essener Museum Folkwang vereinigt wurde.

Karl Budde erstellte 1922 mit finanzieller Unterstützung des Kunstmuseums der Stadt Essen und auf Grundlage des Essener Bestands das bis heute gültige Werkverzeichnis der Druckgrafik Ludwig Richters. Neben den 217 Zeichnungen Ludwig Richters, darunter einige höchst eindrucksvolle Landschaftsdarstellungen, zeichnen die zahlreichen Zustandsdrucke die Essener Sammlung aus, die einen tiefen Einblick in die künstlerische, aber auch marktstrategische Vorgehensweise Richters geben. Für das Jahr 2012 ist eine Ausstellung zum Thema „Ludwig Richter“ in Planung.

Kontakt:
Dr. Tobias Burg
Kurator der Graphischen Sammlung
Museum Folkwang Essen
Friedrichstr. 12
45128 Essen
Link zum Museum Folkwang Essen

Bildnachweis: Ludwig Richter, Motiv aus Loschwitz, 1854 Bleistift auf Papier, 14,3 x 16,8 cm, inv.-Nr. C 359; Foto Museum Folkwang

Gemälde und Skulpturen aus dem 19. und 20. Jahrhundert │Leopold-Hoesch-Museum Düren

Das Leopold-Hoesch-Museum verfügt über Sammlungen von Kunstwerken, deren Qualität unbestritten ist. Die Sammlungen umfassen wichtige Werke der Klassischen Moderne ab 1905 aus dem deutschsprachigen Raum. Die Kunst der 1950er und 1960er Jahre hat Schwerpunkte bei den Malern Willi Baumeister, Karl Fred Dahmen, Hann Trier, Joseph Fassbender und weitere.

Im Jahr 2004 erhielt die Museumssammlung mit den bisher 160 Werken der Hubert Schoeller Stiftung mit Nachdruck eine neue Gewichtung, nämlich auf konkret-konstruktive Kunst und die Gruppe „Zero“ hin. Dieser Schwerpunkt gibt dem Museum ein Profil auch für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aus den Sammlungsbereichen Gemälde der Klassischen Moderne sowie Rauminstallationen von Luther fallen Restaurierungen an.

Kontakt:
Dr. Dorothea Eimert
Leopold-Hoesch- Museum Düren
c/o Papiermuseum Düren
z.Zt. Wallstraße 2-8
52349 Düren
Link zum Leopold-Hoesch-Museum Düren

Illustrationen von Wilfried Blecher, 20. Jahrhundert │Bilderbuchmuseum Troisdorf

Als Europas einziges Spezialmuseum für Bilderbuchoriginalillustrationen ist es eine der Hauptaufgaben des Troisdorfer Bilderbuchmuseums Sammlungen, Vor- und Nachlässe sowie Werkgruppen durch Übernahmen bzw. Ankäufe systematisch zu sammeln, sie konservatorisch aufzubereiten, um sie schließlich in musealen Zusammenhängen zu präsentieren.

Im Jahr 2005 erfolgte der Erwerb des umfangreichen Vorlasses des Münchner Bilderbuchkünstlers Wilfried Blecher. Rund 1.400 Originale zu 65 Büchern Blechers gelangten ins Museum, darüber hinaus zahlreiche Skizzen und Vorzeichnungen, Zeichnungen und Vorlagen für Filme, Materialcollagen, Objektkästen, freie Arbeiten sowie druckgraphische Blätter und Vorzugsausgaben für Erwachsene. In einer ersten Restaurierungsmaßnahme werden die wichtigsten illustratorischen Arbeiten des Künstlers bearbeitet. Hierzu zählen vor allem Blechers Bilderbücher der 60er und 70er Jahre.

Die Restaurierungsmaßnahmen der Originale dieser Dekaden teilen sich in zwei unterschiedliche Arbeitsschritte: So gilt es bei zahlreichen Originalillustrationen, diese von ihrer alten Montierung, fixiert durch Selbstklebbänder oder Tubenklebstoff auf säurehaltigen Trägerkartons, zu trennen. Eine Neumontierung mit Japanpapier und Kleister auf säurefreien Trägern erfolgt. Bei zahlreichen weiteren Originalen sind Rissschließungen  und Fehlstellenergänzungen vorgesehen. Alle Schäden werden kartiert. Über die konservatorischen Arbeiten werden detaillierte Dokumentationen (inkl. Fotodokumentation) erarbeitet.

Wilfried Blecher zählt zu den bedeutendsten deutschen Bilderbuchkünstlern des 20. Jahrhunderts. Er wurde in den 60er Jahren gleich zweimal mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Wesentlicher Aspekt seines Schaffens ist sein Interesse am Thema Wandel und Verwandlung, das er auch als Prinzip ins Bilderbuch einführte. Er schuf interaktive, die kindlichen Betrachter aktivierende Buchobjekte für ein breites Publikum. Sein Werk war und ist richtungsweisend für viele junge Künstler und von daher von besonderer Bedeutung für unsere Sammlung.


Kontakt:
Dr. Pauline Liesen
Stellvertretende Museumsleiterin
Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf
Burgallee 1, 53840 Troisdorf
Link zum Bilderbuchmuseum Troisdorf

100 Gemälde des 18. und 19. Jahrhunderts │Suermondt-Ludwig-Museum Aachen

Das Aachener Suermondt-Museum gehört zu den großen und wichtigen kommunalen deutschen Kunstmuseen mit überregional bedeutenden Sammlungsbeständen. International besonders angesehen sind die Sammlungsbereiche Gemälde (Altniederländer und Altdeutsche des 14. bis 16. Jahrhunderts, Holländer und Flamen des 17. und frühen 18. Jahrhunderts sowie deutsche Werke des 19. und 20. Jahrhunderts) und Skulpturen (deutsche und niederländische Holzfiguren des 12.-16. Jahrhunderts).

Das 1882 gegründete Museum ging aus dem 1876 ins Leben gerufenen Museumsverein hervor und hat seine reichen Teilkollektionen bürgerschaftlichem Engagement zu verdanken. Auch heute noch lebt und profitiert das Museum von der „tätigen“ Zuneigung durch Aachener Bürger. Die 100 Suermondt’schen Bilder begründeten von Anfang an den ausgezeichneten internationalen Ruf des Hauses.

Restaurierungsbedürftige und bereits fertig gestellte Werke sollen im Galeriebereich ausgestellt und der Fortgang für die Öffentlichkeit transparent gemacht werden. Besonders interessante restaurierte Stücke sollen sporadisch in Form von kleinen Studioausstellungen im Vergleich mit einzelnen Werken aus anderen Sammlungen gezeigt werden. Der Fortgang des Projektes wird in Form von Referaten im Rahmen der Museumsvereins-Vortragsreihe im jeweiligen Wintersemester vorgestellt.

Kontakt:
Michael Rief
Suermondt-Ludwig-Museum Aachen
Wilhelmstraße 18
52070 Aachen
Link zum Suermondt-Ludwig-Museum Aachen

Iris Tirtey
Kulturbetrieb der Stadt Aachen/Kulturservice
Mozartstraße 2-10
52058 Aachen
Link zur Stadt Aachen

Gemälde von Will Küpper (1893-1972) │Stadt Brühl

Der in Brühl geborene rheinische Expressionist Will Küpper (1893-1972) zählt zur zweiten Generation der Expressionisten. Bereits vor 1914 beginnt er seine künstlerische Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Köln. Die Schrecken des Grabungs- und Stellungskrieges erlebt er an der Marne. Die Kriegserlebnisse prägen seine künstlerische Entwicklung. Der Künstler studiert an den Akademien in München und Düsseldorf, wo er seit 1924 bei Heinrich Nauen Meisterschüler ist.

Kunsthistorisch kann Will Küpper als einer der wichtigen rheinischen Expressionisten bewertet werden, der zu Unrecht in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit geraten ist. Dieses Schicksal teilt er mit einer Reihe der Künstler der „Verschollenen Generation“, deren Wirken durch die Gewaltherrschaft in den 30er und 40er Jahren beeinträchtigt war. Die Stadt Brühl arbeitet daran, dass dieser hervorragende Künstler wieder in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit tritt.

Kontakt:
Brigitte Freericks
Stadt Brühl
Mühlenbach 65
50319 Brühl
Link zur Stadt Brühl/Will Küpper

Tafelbilder von Jan Baegert, um 1500 │Stadtmuseum Münster

Mit der Restaurierung der Altartafeln des Jan Baegert (1465–1535) widmet sich das Stadtmuseum Münster dem Erhalt des ältesten städtischen Kunstbesitzes. Jan Baegert genoss als Maler großes Ansehen und gilt noch heute als einer der namhaftesten Künstler des westdeutschen Raums am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit.

Die acht beidseitig bemalten Eichenholztafeln, die zunächst die beiden Flügel eines Altaraufsatzes bildeten, wurden wahrscheinlich im 18. Jahrhundert gespalten, um als separate Gemälde gezeigt werden zu können. Anschließend wurden Gitter aus Holzleisten (Parkettierung) auf die Rückseiten der nun extrem dünnen Tafeln geleimt. Durch Klimaschwankungen verkanteten sich die ursprünglich beweglichen Querleisten. Die Holztafeln bauten deshalb Spannungen auf, die zu Verformungen, Rissen, Blasenbildung und Malschichtverlusten führten.

Anlässlich der Restaurierung fand am 7. Mai 2009 im Stadtmuseum Münster eine Pressekonferenz mit der Kulturabteilung der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen statt. Ab dem 31. Oktober 2009 werden in einer aufwändigen Sonderausstellung die Tafeln sowie die einzelnen Konservierungs- und  Restaurierungsmaßnahmen von der Abnahme der Parkettierung bis hin zur abschließenden Retusche und dem Überzug präsentiert.
Dieses Projekt wird außerdem im Rahmen des ersten Symposiums des Restaurierungsprogramms Nordrhein-Westfalen am 18.11.2009 in Köln vorgestellt.

Kontakt:
Stadtmuseum Münster
Salzstraße 28
48143 Münster
Link zum Stadtmuseum Münster

Bildnachweis: Tafelbild des Jan Baegert, um 1500; Foto Stadtmuseum Münster

Von Nolde bis Stankowski - Gemälde des 19. und 20. Jahrhunderts │Kunstmuseum Gelsenkirchen

Die Städtische Kunstsammlung Gelsenkirchen umfasst im Wesentlichen Kunst seit Ende des 19. Jahrhunderts bis heute. Da sie erst seit den 1950er Jahren des 20. Jahrhunderts neu aufgebaut wurde, erhebt sie nicht den Anspruch auf eine lückenlose Dokumentation oder einen vollständigen historischen Überblick aller Kunstströmungen des 20. Jh. Vielmehr werden in drei Schwerpunkten ausgewählte Aspekte dieser Kunstepoche besonders herausgestellt. Der erste Schwerpunkt hat vor allem den deutschen Impressionismus und besonders den Expressionismus zum Inhalt.

Der zweite Sammlungsschwerpunkt kreist um das Werk von Anton Stankowski. Den dritten Sammlungsschwerpunkt des Hauses bildet die Kinetik. Ausgehend von der Op Art der 60er Jahre als Vorläufer werden unterschiedliche kinetische Kunstwerke, darunter auch Licht-, Klang- und Windobjekte, von den 60er Jahren bis heute gezeigt.

Mit Arbeiten von Corinth, Slevogt und Liebermann konnten einige wichtige Werke der drei Hauptvertreter des deutschen Impressionismus restauriert werden. Besonders hervorzuheben ist das ungewöhnliche „Küchenstillleben“ von Max Liebermann, das, eingebettet in ein Stillleben, ein frühes Selbstporträt des Künstlers zeigt (siehe Abbildung links in einer Aufnahme vom Restaurierungsatelier Zeche Lothringen).

Das Kernstück des Sammlungsschwerpunktes Malerei bilden Gemälde des deutschen Expressionismus, wobei der Schwerpunkt bei den Malern der Künstlervereinigung „Die Brücke“ liegt. Hier handelt es sich um herausragende Werke von Pechstein, Heckel, Schmidt-Rottluff und Mueller. Anton Stankowski gilt in Fachkreisen als der „Designer-Papst“. Er hat sich als einer der wichtigsten Pioniere des Graphik-Designs in Deutschland einen Namen gemacht. So stammen die Firmenlogos bedeutender deutscher Unternehmen und Institute aus seiner Hand. Das bekannteste ist wohl der schräg gestellte blaue Balken der Deutschen Bank. Die 6tlg. Arbeit „Zwei Bänder a-f“ ist ein Beispiel seiner freien künstlerischen Arbeit.

Kontakt:
Reinhard Hellrung
Kunstmuseum Gelsenkirchen
Museumsleitung
Horster Str. 5-7
45897 Gelsenkirchen
Link zur Stadt Gelsenkichen/Kunstmuseum

Bildnachweis: Küchenstillleben, Max Liebermann, Kunstmuseum Gelsenkirchen; Foto Restaurierungsatelier Zeche Lothringen

Meißener Porzellan, 1710 bis 1735 │Hetjens-Museum Düsseldorf

Die Sammlung Schneider im Schloss Jägerhof widmet sich als einzige Ausstellung in Düsseldorf speziell dem Thema der angewandten Kunst des 18. Jahrhunderts. Die Präsentation im Mansardgeschoss des Düsseldorfer Schlosses ist im Stil des Rokoko gehalten und mit Porzellanen, Silber, Mobiliar und Textilien bestückt.

Den bedeutenden Schwerpunkt der Sammlung Schneider in Schloss Jägerhof bilden Meißner Porzellane aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Neben frühen Erzeugnissen aus der Zeit des Porzellanfinders Johann Friedrich Böttger befinden sich in der Ausstellung auch Serviceteile mit den miniaturartigen Chinoiseriedekoren des Porzellanmalers und späteren „Hofcommissarius“ Johann Gregorius Höroldt. Der Porzellanbestand der Sammlung Schneider bietet somit einen vielfältigen Überblick zur künstlerischen Entwicklung der ersten europäischen Porzellanmanufaktur.

Die umfassende und langfristige Konservierung der Sammlung Schneider soll anhand einer detaillierten Planung in den nächsten drei bis fünf Jahren erfolgen. Oberste Priorität kommt dabei den Meißner Porzellanen des 18. Jahrhunderts zu. Die in der Sammlung Schneider ausgestellten Kunstobjekte wurden letztmalig vor 25 Jahren begutachtet und gereinigt. Auch die technische Ausstattung der Räume blieb nahezu unverändert. Die Porzellane tragen erneut einen Schmutzfilm und weisen Vergilbungen auf. Zahlreiche Klebungen an Objekten müssen erneuert werden, da sich mittlerweile Teile lösten. Aus Gründen des mangelnden Sicherungsschutzes wurden bereits frei ausgestellte Porzellane ins Depot überführt.

Kontakt:
Dr. Daniela Antonin
Hetjens-Museum Düsseldorf
Deutsches Keramikmuseum
Schulstrae 4
40213 Düsseldorf
Link zum Hetjens-Museum Düsseldorf

Bildnachweis: Hetjens Museum Düsseldorf, Gewürzständer, 18. Jahrhundert

Skulptur des Heiligen Nepomuk, 18. Jahrhundert │Städtisches Museum Werl

Die Skulptur des Heiligen Nepomuk stand bis 1861 im ältesten Werler Heiligenhäuschen, wurde 1961 im Privatbesitz entdeckt und später dem Städtischen Museum übergeben. Aus stadtgeschichtlichem Hintergrund und auch als besonderes Objekt der sakralen musealen Gegenstände, ist die Figur für die Schwerpunktdokumentation des Bestandes sehr bedeutsam.

Kontakt:
Gabriele Moser-Olthoff
Städtisches Museum Am Rykenberg
Wendelin-Leidinger-Haus
59455 Werl
Link zum Städtischen Museum am Rykenberg

Glasmalereifenster, 17. bis 19. Jahrhundert │Museum für Kunst- und Kulturgeschichte Dortmund

Neben dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund ist das Landesmuseum Münster das einzige Haus, welches Glasmalerei sammelt. Nun kann durch eine fachgerechte Restaurierung der vorliegende Bestand an hochwertigen Glasmalereien in hoher Qualität des 17. Jahrhunderts und des 19. Jahrhunderts erhalten werden.
 

Wappenscheibe im Vorzustand, links im Durchlicht, rechts im Auflicht

 

 
Wappenscheibe nach der Restaurierung im Durchlicht


Bildnachweis: MKK Dortmund/ Rafoth


Kontakt:
Frau Dr. Brigitte Buberl
Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund
Hansastr.3
44137 Dortmund
Link zum Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund