Pressemitteilungen
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Der Landtag Mecklenburg Vorpommern hat am 01.07. den Entwurf zum Ersten Gesetz zur Bürokratieentlastung angenommen. Damit ist auch die Abschaffung des Restauratorgesetzes zum 01.09.2026 beschlossen – als Teil eines Maßnahmenpakets von insgesamt 237 Punkten, das die Landesregierung unter dem Titel der Modernisierung staatlicher Abläufe vorlegt.
Für den Kulturgutschutz bedeutet dieser Beschluss einen tiefen Einschnitt. Das Bundesland, das seit 1999 als Vorreiter galt, gibt einen etablierten fachlichen Rechtsrahmen auf, der die Qualitätssicherung und die Verantwortung im Umgang mit Kulturgut stärkte.
Im Namen seiner Mitglieder hatte sich der Berufsverband VDR gemeinsam mit dem Bundesverband der Freien Berufe (BFB) gegen diese Schwächung des Kulturgutschutzes und der kulturschaffenden freien Berufe gewehrt – mit einem Appell an den Landtag, seine beratenden Ausschüsse und die Staatsregierung, den betreffenden Paragraphen (§ 94 Abs. 2) aus dem Paket zu streichen. Am 23. Juni 2026 folgte eine gemeinsame Pressemitteilung.
Für den VDR bleibt unverständlich: Warum opfert man ohne Not ein bewährtes Instrument zur Qualitätssicherung und wählt den Rückschritt? Der behauptete Modernisierungseffekt ist bislang weder belegt noch messbar, genauso ist nicht absehbar welche Folgen dieser Schritt langfristig für Kulturgut, berufliche Verantwortung und die öffentliche Hand haben wird.
Exemplarische Restaurierungsarbeiten. Foto: Kai Mattern
VDR und BFB sprechen sich gegen die Abschaffung des Restauratorgesetzes aus
Warum gibt jemand ohne Not Erreichtes auf und wählt den Rückschritt? Das fragt sich der Verband der Restaurator:innen (VDR).
Das Land Mecklenburg-Vorpommern, das seit 1999 im Kulturgutschutz Vorreiter war, ist kurz davor dies zu tun. Es ist geplant das Restauratorgesetz abzuschaffen, obwohl dadurch nicht einmal Einsparungen erreicht werden. Im Namen seiner Mitglieder wehrt sich der Berufsverband VDR gemeinsam mit dem Bundesverband der Freien Berufe (BFB) gegen die Schwächung des Kulturgutschutzes und der kulturschaffenden freien Berufe. Unter dem Deckmantel der Modernisierung und Beschleunigung soll in Mecklenburg-Vorpommern das aus dem Jahr 1999 stammende Restauratorgesetz zum 1. September 2026 außer Kraft treten. Mit Artikel 94 ist es Teil eines Gesamtpaketes, des sogenannten Ersten Gesetzes zur Bürokratieentlastung.
Abschaffung noch nicht endgültig beschlossen
Die Abschaffung ist noch nicht endgültig beschlossen, daher appellieren der VDR und der BFB an den Landtag in Mecklenburg-Vorpommern und an seine beratenden Ausschüsse diesen Paragrafen ersatzlos aus dem Paket zu streichen. Nach Informationen des VDR wird im Zeitraum 3. bis 5. Juli endgültig darüber entschieden.
Der VDR und der BFB unterstützen ausdrücklich das Ziel unnötige Bürokratie abzubauen, Verwaltungsverfahren zu vereinfachen und die Digitalisierung voranzubringen. Doch genau deshalb halten sie die geplante Abschaffung des Restauratorgesetzes für den falschen Ansatz.
Das Gesetz sichert kulturelles Erbe
Das Gesetz erfüllt eine zentrale Funktion für den Schutz des kulturellen Erbes, die Qualität restauratorischer Maßnahmen sowie den Verbraucherschutz. Die im Gesetzentwurf angeführten Gründe – insbesondere europarechtliche Bedenken und Bürokratieabbau – rechtfertigen keine Abschaffung der gesetzlichen Regelung. Stattdessen sollte eine Modernisierung und Digitalisierung des bestehenden Gesetzes geprüft werden. Dieses Gesetz ist kein Beispiel übermäßiger Bürokratie. Es ist vielmehr ein schlankes Instrument der Qualitätssicherung im Umgang mit unserem kulturellen Erbe. Das Problem ist aus unserer Sicht nicht das Gesetz, sondern die gelebte umständliche Verwaltungspraxis.
Europarechtswidrig? Wohl kaum!
In der Vorlage des Gesamtpaketes wird behauptet, dass das Restauratorgesetz europarechtswidrig sei. Dies ist mitnichten der Fall. Es diskriminiert keine EU-Bürger, es schützt ein legitimes öffentliches Interesse (Kulturgut), und es beschränkt lediglich die Berufsbezeichnung, nicht die Berufsausübung an sich. Damit handelt es sich um eine verhältnismäßige und europarechtskonforme Regelung. Mehrere europäische Länder regulieren den Restaurator:innenberuf ebenfalls, darunter Italien, Tschechien und Polen.
Das Argument, das Gesetz „läuft ins Leere, weil auch nur ein anderes Bundesland ein ähnliches solches Gesetz hat“, überzeugt ebenfalls nicht. Denn Kulturpolitik ist im deutschen Föderalismus bewusst Ländersache. Unterschiedliche Regelungen in einzelnen Bundesländern sind üblich und rechtlich unproblematisch. Zudem erfüllt das Restauratorgesetz mehrere praktische Funktionen im Bundesland. Es dient der Orientierung für öffentliche und private Auftraggeber und als Qualitätsmaßstab für Vergabeverfahren sowie als Schutz der Berufsbezeichnung gegenüber unqualifizierten Anbietern. Gerade im Bereich der Denkmalpflege – sie ist ebenfalls Ländersache – dient die gesetzliche Regelung in Mecklenburg-Vorpommern als wichtiger Qualitätsstandard für öffentliche Investitionen.
Das Gesetz verhindert Schäden am Kulturgut und schützt Unwiederbringliches
Das Gesetz beschränkt also nicht den Zugang zum Markt und erschwert auch nicht die Niederlassung von akademischen Restauratoren in Mecklenburg-Vorpommern, wie in der Begründung des Gesetzesentwurfs der Landesregierung vermerkt wurde.
Auch ohne Eintragung in die Liste kann überall Restaurierungsarbeit angeboten werden. Das Gesetz sorgt lediglich dafür, dass Auftraggeber erkennen, wer eine qualifizierte Ausbildung nachweisen kann. Das ist insbesondere für Eigentümer von Kulturgut wichtig. Kirchengemeinden oder kleine Kommunen verfügen häufig nicht über die fachliche Expertise, um Restaurierungsangebote beurteilen zu können. Das Gesetz schafft daher Transparenz und Orientierung. Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft den Einsatz öffentlicher Mittel. Restaurierungsmaßnahmen werden oft aus öffentlichen Geldern finanziert. Fehlrestaurierungen können nicht nur Kulturgut beschädigen, sondern auch hohe Folgekosten verursachen. Qualitätssicherung ist daher auch eine Frage verantwortungsvoller Haushaltsführung.
Der VDR spricht sich daher dafür aus das Restauratorgesetz in Mecklenburg-Vorpommern gezielt weiterzuentwickeln. Das Gesetz schützt nicht einen Berufsstand, sondern die Qualität von Eingriffen an Kulturgut und sichert damit nachhaltig Unwiederbringliches, das zugleich Anlagevermögen ist.
Die jüngsten Angriffe auf bedeutende Kulturgüter in der Ukraine zeigen erneut eindringlich, wie verletzlich kulturelles Erbe in Krisen- und Konfliktlagen ist. Der Verband der Restaurator:innen (VDR) und die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) fordern deshalb, den Kulturgutschutz in Deutschland gesetzlich zu verankern, strategisch weiterzuentwickeln und dauerhaft als Bestandteil moderner Sicherheits-, Resilienz- und Gefahrenabwehrstrukturen zu etablieren.
„Kulturgüter sind weit mehr als historische Objekte. Sie sind Ausdruck unserer Geschichte, unserer Identität und unseres gesellschaftlichen Gedächtnisses. Ihr Schutz darf deshalb nicht als Spezialthema verstanden, sondern muss als gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe betrachtet werden“, erklärt Nadine Thiel, Präsidentin des VDR. Im Verteidigungsfall ist der Schutz von Kulturgut durch nationale und internationale Regelwerke – insbesondere die Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten – grundsätzlich normiert. Die aktuellen Entwicklungen in Europa machen jedoch deutlich, dass rechtliche Grundlagen allein nicht ausreichen. Erforderlich sind konkrete Fähigkeiten, belastbare Strukturen, abgestimmte Verfahren, geeignete Ausstattung sowie Aus- und Fortbildung, um Kulturgut im Krisen- und Verteidigungsfall wirksam sichern zu können. „Die Zeitenwende muss auch im Kulturgutschutz sichtbar werden. Wer kulturelle Identität bewahren will, muss Vorsorge treffen – organisatorisch, technisch und personell. Dazu gehören Sensibilisierung, Ausbildung, Einsatzvorbereitung und die enge Zusammenarbeit von Kulturinstitutionen und Gefahrenabwehrorganisationen“, betont Dirk Aschenbrenner, Präsident der vfdb.
VDR und vfdb weisen zugleich darauf hin, dass Kulturgüter nicht nur im Verteidigungsfall gefährdet sind. Bereits heute führen Brände, Hochwasser, Extremwetterlagen, technische Defekte oder andere Schadensereignisse regelmäßig zu erheblichen Schäden und unwiederbringlichen Verlusten in Museen, Archiven, Bibliotheken, Sakralbauten und denkmalgeschützten Gebäuden. Aus Sicht beider Organisationen fehlt bislang jedoch eine ausreichende rechtliche und organisatorische Verankerung des Kulturgutschutzes im Alltag der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes. VDR und vfdb sprechen sich deshalb für eine gesetzliche Konkretisierung sowie eine systematische Integration des Kulturgutschutzes in Krisenmanagement-, Resilienz- und Zivilschutzstrukturen aus. „Kulturgutschutz beginnt nicht erst im Schadensfall. Er beginnt mit Vorbereitung, Vernetzung und gemeinsamer Verantwortung. Nur wenn Restauratorinnen und Restauratoren, Kulturinstitutionen, Feuerwehren, Hilfsorganisationen und staatliche Stellen frühzeitig zusammenarbeiten, können Schäden und Verluste am Kulturgut im Ernstfall wirksam abgewendet werden“, so Nadine Thiel weiter.
Beide Organisationen wollen ihre Zusammenarbeit im Bereich Kulturgutschutz künftig weiter intensivieren und den fachlichen sowie politischen Dialog hierzu ausbauen. Ziel ist es, den Kulturgutschutz in Deutschland stärker in den Fokus von Sicherheitsvorsorge, Resilienzplanung und Gefahrenabwehr zu rücken.
Pressemitteilung vom 17.06.2026 (PDF)
VDR-Präsidentin Nadine Thiel und vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner. Foto: VDR
Der Verband der Restaurator:innen protestiert im Schulterschluss mit weiteren Organisationen gegen die Pläne der Ämter-Fusionen in Sachsen. Am 31.5. versandte der VDR einen offenen Brief, in dem er deutliche Sorge über die Pläne der Landesregierung äußert, die mit tiefgreifenden Umstrukturierungen die Denkmalpflege in ihrer Substanz zu gefährden drohen. Am 3.6.2026 lädt der VDR zur Landespressekonferenz ein.
VDR-Landesgruppensprecher:innen Albrecht Körber und Monika Vesela meinen:„Eine Reform, die fachliche Kapazitäten abbaut, ohne die Konsequenzen für die Denkmalpflege zu durchdenken, ist aus unserer Sicht nicht vertretbar. Das sächsische Kulturerbe braucht fachlich fundierte Strukturen – keine Reform auf Kosten des Bestandes. Wir appellieren an die Staatsregierung, diesen Dialog offen und konstruktiv zu führen.“
Berichterstattung im Nachgang der Meldung:
Nach Kritik an Plänen der Landesregierung: Ist die Denkmalpflege in Sachsen in Gefahr? | mdr.de
MDR SACHSENSPIEGEL: Streit um die Zukunft der Denkmalpflege – hier anschauen
Reformpläne: Denkmalschützer befürchten drastische Folgen – WELT
Den Abriss erleichternd? Sachsen reformiert seinen Denkmalschutz (Deutschlandfunk Kultur)
Stellungnahme Stadtforum Leipzig
Pressemappe:
Hannover/Bonn, 3. Juni 2026 –
Wenn es brennt, wenn Wasser eindringt oder Mauern einstürzen, sind Feuerwehr, THW und Katastrophenschutz die Ersten vor Ort. Sie entscheiden in Sekunden, ob ein Gemälde im Löschwasser untergeht, verschüttetes Archivmaterial geborgen werden kann oder eine verrußte Skulptur gesichert wird. Genau deshalb ist der Verband der Restaurator:innen (VDR) in diesem Jahr erstmals auf der INTERSCHUTZ vertreten – der Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz.
Vom 1. bis 6. Juni 2026 zeigt der VDR in Halle 26, Fläche B21, wie Kulturgut im Ernstfall geborgen und erstversorgt werden kann. Gemeinsam mit Blue Shield Deutschland demonstrieren Restaurator:innen praxisnah, wie Einsatzkräfte Schäden erkennen, Risiken einschätzen und erste Schutzmaßnahmen ergreifen können – schnell, sicher und mit dem Bewusstsein, dass kulturelles Erbe Teil unserer gemeinsamen Identität ist.
„Wir zeigen Feuerwehrleuten und THW‑Einsatzkräften, wie die Erstversorgung von Kulturgut im Einsatzalltag mitgedacht werden kann“, sagt VDR‑Präsidentin Nadine Thiel. „Und wir machen deutlich, dass Kulturgut als kritische Infrastruktur verstanden und geschützt werden muss.“
Die Messe bietet dem VDR zudem eine Bühne für fachpolitische Impulse:
– Podiumsdiskussion „Wenn Kulturgut in Gefahr ist: Wer trägt Verantwortung?“, 5. Juni, 14:55-15:30 Uhr, INTERSCHUTZ Forum.
– Vortrag „Einsatz Kulturgut – Eine neue Handreichung für Institutionen und die Gefahrenabwehr“, 6. Juni, 10:40-10:55 Uhr, INTERSCHUTZ Forum.
Mit seiner Präsenz auf der INTERSCHUTZ setzt der VDR ein deutliches Zeichen: Kulturgutschutz gehört in die Ausbildung, in die Einsatzpraxis und in die strategische Planung des Bevölkerungsschutzes. Denn der Erhalt unseres kulturellen Gedächtnisses beginnt dort, wo Einsatzkräfte unter Zeitdruck handeln.
Standort: Halle 26, Fläche B21
Freikarten: können über die VDR‑Geschäftsstelle angefragt werden.
Wie steht es um die Restaurierung in den nächsten 20 Jahren?
Ein Blick nach Köln und Berlin zeigt: Es könnte kaum gegensätzlicher sein!
Ein Kommentar von Nadine Thiel, Präsidentin des Verbands der Restaurator:innen, verdeutlicht, warum die Streichung des Restaurierungsstudiums an der HTW Berlin einen langfristigen strukturellen Schaden für die Kulturlandschaft national wie international bedeutet.
Altpräsident Sven Taubert gratuliert dem neu gewählten Präsidium.
Hildesheim, 8. November 2025 – Der Verband der Restauratoren (VDR) hat auf seiner Mitgliederversammlung ein neues Präsidium gewählt. Erstmals in der Geschichte des Verbandes übernimmt mit Nadine Thiel eine Frau das Amt der Präsidentin.
An ihrer Seite stehen Julia Brandt als 1. Vizepräsidentin und Schatzmeisterin sowie Dirk Sturmfels als 2. Vizepräsident. Neu ins Präsidium gewählt wurden Isabel Wagner und Katharina Klauke, die beide bereits langjährig im Vorstand aktiv waren.
Der VDR bedankt sich herzlich bei Sven Taubert und Gisela Gulbins für ihr großes ehrenamtliches Engagement in den vergangenen Jahren. Ihr Einsatz hat die Arbeit des Verbandes maßgeblich geprägt.
Auch die Kassenprüferinnen Daniela Hedinger, Henrike Bierbrodt und Anette Klöpfer wurden in ihren Ämtern bestätigt. Der Verband gratuliert allen Gewählten herzlich und freut sich auf die gemeinsame Arbeit im neuen Präsidium.
v. vorne: Nadine Thiel, Julia Brandt und Gisela Gulbins während der Wahl.
22. VDR-Mitgliederversammlung am 8.11.2025 an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hildesheim.
Das neue Präsidium 2025, v.li.: Nadine Thiel (Präsidentin), Dirk Sturmfels (Vize), Katharina Klauke (Präsidiumsmitglied), Isabel Wagner (Präsidiumsmitglied) und Julia Brandt (Vize und Schatzmeisterin). Im Vordergrund sind die wiedergewählten Kassenprüferinnen zu sehen.
Am 19. Oktober 2025 ist der 8. Europäischer Tag der Restaurierung
Pressemitteilung vom 13.10.2025 (PDF)
Mit Fachwissen und Leidenschaft bewahren Restauratorinnen und Restauratoren unser gemeinsames europäisches Kulturerbe. Wie sie das tun, zeigen sie am 19. Oktober 2025 – beim 8. Europäischen Tag der Restaurierung. Das diesjährige Motto lautet: „Wir erhalten, was uns bewegt.“ Unter diesem Leitsatz berichten Restaurator:innen deutschlandweit, was sie antreibt und welche Bedeutung Kulturgut für die Menschen hat.
In Deutschland sind 143 Veranstaltungen in 54 Städten geboten.
Veranstaltungsorte 2025:Altenburg | Bad Homburg | Bad Staffelstein | Bamberg | Berlin | Bonn | Brandenburg | Braunschweig | Coburg | Dessau | Dillingen | Dresden | Düsseldorf | Eberswalde | Erfurt | Esslingen | Eutin | Friedland | Göttingen | Gotha | Großaltdorf- Vellberg | Halberstadt | Halle | Hamburg | Ingolstadt | Karlsruhe | Kassel | Köln | Konstanz | Leipzig | Lunzenau | Lörrach-Brombach | Mainz | Mannheim | Mönchengladbach | München | Neu-Anspach | Neuzelle | Nürnberg |Ottobeuren | Potsdam | Pottenstein | Pulheim | Roisdorf | Saarbrücken | Schöningen | Solingen | Stuttgart | Trier | Weimar| Wetzlar | Wismar | Wunsiedel | Veranstaltungswebsite: https://www.tag-der-restaurierung.de/
Bildmaterial zum Download: https://www.tag-der-restaurierung.de/presse/

Die unglaublichen Bilder der Unwetterkatastrophe im Ahrtal mit 180 Toten haben sich für immer ins Gedächtnis eingebrannt und sie haben schmerzhaft gezeigt, wie verletzlich unsere Infrastruktur ist. Das betrifft auch den Schutz von wertvollen Kulturgütern.
Beim zweiten Forum der Notfallallianz Kultur im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf hat der Verband der Restauratoren (VDR) sein „Einsatzhandbuch Kulturgut“ vorgestellt. Das Handbuch ist die erste umfassende Publikation, die konkrete Einsatztaktiken und Handlungsanleitungen für die Erstversorgung von Kulturgut bereitstellt und erläutert, welche Materialen im Ernstfall wie behandelt werden müssen. Die Kulturstiftung der Länder, die die Notfallallianz Kultur initiiert hat, hat die Entwicklung des Handbuchs mit 89.416,60 Euro gefördert.
Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen: „Wir müssen damit rechnen, dass wir in Zukunft häufiger Extremwetterlagen ausgesetzt sind, die Leib und Leben – und unsere Kulturschätze – bedrohen. Die Unwetterkatastrophe im Juli 2021 mit mehr als 180 Toten in Deutschland ist ein Weckruf gewesen. Das ‚Einsatzhandbuch Kulturgut‘ dient professionellen Einsatzkräften und freiwilligen Helferinnen und Helfern als Erste-Hilfe-Leitfaden für Kulturgüter in Gefahr. Ich bin sicher, dass wir damit unsere wertvollen Schätze schneller und effektiver schützen können.“
Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder: „Mit der fortschreitenden Klimakrise, die sich in den jüngsten Hochwasserkatastrophen in Spanien, Österreich und Polen gezeigt hat, müssen wir davon ausgehen, dass künftig die Zahl betroffener Kultureinrichtungen steigt. Dem müssen wir begegnen, indem wir Wissen und Kompetenzen teilen. Dafür dient der Austausch in der Notfallallianz Kultur, dafür dient aber auch das ‚Einsatzhandbuch Kulturgut‘, dessen Erarbeitung zu fördern uns ein Anliegen war!“
Nadine Thiel, Präsidiumsmitglied des Verbands der Restauratoren: „Wie geht man mit einer durchweichten Fahne um? Dürfen farbige Holzskulpturen mit Wasser abgespült werden? – Es waren ganz praktische Fragen wie diese, die uns nach dem schweren Unwetter im Ahrtal 2021 erreicht haben. Sie haben deutlich gemacht: Im Krisenfall braucht es schnelle fachliche Hilfe und ganz konkrete Anleitungen, wie die Bergung und Erstversorgung von unterschiedlichsten Kulturgütern zu bewerkstelligen ist. Diese Erfahrung hat uns veranlasst, das ‚Einsatzhandbuch Kulturgut‘ zu entwickeln, das der Vorbereitung von Einsatzkräften, aber auch als Handlungsanleitung für alle kulturgutbewahrenden Einrichtungen im Einsatz dienen wird.“
Mit seinen praxisbezogenen Schritt-für-Schritt-Anleitungen richtet sich die Publikation vor allem an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Museen, Denkmalämtern, Bibliotheken und Archiven und an Feuerwehr, Polizei und Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes. Auch können freiwillige Helferinnen und Helfer darauf zurückgreifen. Das Einsatzhandbuch ist ab dem 20. November als E-Book unter folgendem Link kostenfrei verfügbar: www.einsatz-kulturgut.de
Die Notfallallianz Kultur, zu deren Gründungsmitgliedern auch der Verband der Restauratoren gehört, ist ein gesamtgesellschaftliches Bündnis zur Steigerung der Resilienz der Kultur in Krisen und Notfällen. Partner dieser Allianz sind Ministerien und Behörden, Institutionen der Kulturförderung, zivilgesellschaftliche Organisationen, etwa Verbände, Initiativen, Vereine und wissenschaftliche Einrichtungen. Weitere Informationen zur Notfallallianz Kultur finden Sie hier: https://www.kulturstiftung.de/notfallallianzkultur/
Pressemitteilung vom 20.11.2024 (PDF)Informationsblatt zum Handbuch (PDF)
Ab sofort als EBook verfügbar
Präsentation des Einsatzhandbuchs beim 2. Treffen der Notfallallianz Kultur mit (v.l.) Nadine Thiel, Ministerin Ina Brandes, Prof. Dr. Markus Hilgert und Dr. Jonas Feltes.
Pressemitteilung vom 15.10.2024 (PDF)

Wie werden Restaurator:innen künftig unser Kulturgut bewahren? Mit welchen Herausforderungen werden sie konfrontiert sein? Welche Future Skills benötigen sie dafür? Bildmaterial zum Download und weitere Infos finden Sie unter:
https://www.tag-der-restaurierung.de/presse/
Restaurator:innen diskutieren in Wörlitz über den Umgang mit schadstoffbelasteten Kulturgütern und Gebäuden
Am 24. und 25. Mai 2024 versammeln sich über 300 Fachleute aus Restaurierung und Denkmalpflege in der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz. Der Bundesverband der Restauratoren lädt ein, um über ein höchst relevantes Thema zu sprechen: Schadstoffbelastete Kulturgüter. Diese finden sich nicht nur in Sammlungen, Baudenkmalen, Archiven und Bibliotheken, sondern teils auch in Privathaushalten.
Pressemitteilung vom 21.05.2024 (PDF)
Mit dem Verdacht auf Arsen befassen sich derzeit zahlreiche Archive und Bibliotheken. Foto: VDR (Symbolbild)
In Wolfenbüttel findet am 19. und 20. Januar 2024 ein Ereignis statt, das für viele im Verborgenen bleibt. Restaurator:innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum kommen zusammen, um zu diskutieren, wie aus Stein gebautes Kulturerbe bestmöglich bewahrt werden kann.
Stein gilt als beständig und wird seit Jahrtausenden von Menschenhand zu Monumenten und Skulpturen geformt. Doch der Zahn der Zeit nagt auch am Stein. Natürliche Verwitterung, Pflanzenbewuchs, Naturgewalten und Vandalismus setzen den Denkmalen zu. Restaurator:innen sind gefordert, den Verfall zu stoppen und die historische Substanz der Ewigkeit ein Stück näherzubringen.
Wie dies am besten gelingt, möchten die Expert:innen in Wolfenbüttel an den „Steintagen“ besprechen. Auf dem Programm stehen neueste Erkenntnisse zur digitalen Erfassung, Reinigung und Festigung von Steindenkmalen. Eine Professorin aus Potsdam will ergründen, inwieweit natürlich vorkommende Pflanzenbaustoffe, sogenannte Phytochemikalien, einen Beitrag zum Schutz von Sandsteinoberflächen leisten können…
Pressemitteilung vom 17.01.2024 (PDF)
Fotonutzung nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung unter Angabe des Bildnachweises:


Restaurator:innen beheben nicht nur Schäden an Altem und Wertvollem. Bisweilen gleicht ihre Tätigkeit einer Detektivarbeit….
Pressemitteilung vom 27.10.2023 (PDF)
Fotonutzung nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung unter Angabe des Bildnachweises:


Ch. Machate und Dr. S. Dohe.
Mit Hingabe und Expertise bewahren Restaurator:innen unser gemeinsames europäisches Kulturgut. Wie, das veranschaulichen sie am 15. Oktober 2023. Dann findet bereits zum 6. Mal der Europäische Tag der Restaurierung statt. Deutschlandweit bietet sich Besucher:innen an diesem dritten Oktober-Sonntag die seltene Gelegenheit hinter die Kulissen von Museen, Schlössern, Forschungslabors, Archiven Denkmälern und privaten Restaurierungsateliers zu schauen.
Pressemitteilung vom 27.09.2023 (PDF)

Foto: Gemäldeuntersuchung im Restaurierungszentrum Düsseldorf. Foto: Oliver Tjaden © Verband der Restauratoren
Der Erhalt des kulturellen Erbes ist ein wichtiges Anliegen der Kulturpolitik in Nordrhein-Westfalen. Seit mehr als 15 Jahren unterstützt das Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) Museen und Sammlungen darin, dringend notwendige Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen durchzuführen und wertvolle Kunstobjekte vor dem Verfall zu schützen. Die soeben erschienene dritte Publikation der Reihe „Kunst in guten Händen“ gibt Einblick in zehn beispielhafte Projekte, die im „Restaurierungsprogramm Bildende Kunst“ von 2017 bis 2020 realisiert werden konnten.
Pressemitteilung vom 25.04.2023 (PDF)

Aus aktuellem Anlass möchten wir als Verband der Restauratoren Stellung beziehen zu den Aktionen der Klimaaktivisten in mehreren Museen – angefangen bei den Klebeaktionen über das Bewerfen mit Sahnetorte bis hin zu Attacken mit Tomatensuppe und Kartoffelbrei auf berühmte Werke von Da Vinci, Van Gogh und Monet.
Bei rund 200 Veranstaltungen zeigen Restaurator:innen ihr Können.
Das diesjährige Motto lautet „Kulturerbe im Klimawandel“.
Pressemitteilung vom 10.10.2022 (PDF)
Pressebilder zum Download finden Sie unter https://www.tag-der-restaurierung.de/presse/

Werden wirtschaftliche Interessen künftig über den Erhalt oder Abriss wertvoller Baudenkmäler entscheiden? Dem Entwurf des neuen Denkmalschutzgesetzes zufolge steht dies zu befürchten.
Auf den letzten Metern der noch amtierenden Landesregierung NRW wird Ina Scharrenbach (CDU), Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes NRW, am 16.02.2022 den Antrag zur Änderung des Denkmalschutz-gesetzes zur ersten Lesung der Tagesordnung des Plenums in den Landtag einbringen.
Es hat den Anschein, als wolle man mit aller Macht zum Ende der Legislaturperiode noch diesen einen inzwischen dritten Gesetzesentwurf durchbringen. Die Gesetzesnovelle – sollte sie kommen – brächte erhebliche Veränderungen für unser Kulturgut, unser Stadtbild sowie unsere Identität und Sozialkultur mit sich. Einzigartige historische Bauwerke, die mit 1,5% nur einen verschwindend kleinen Anteil aller Bausubstanz in NRW ausmachen, würden künftig zum politischen Spielball werden. Fachliche Expertise würde ausgehebelt.
Pressemitteilung vom 15.02.2022 (PDF)

Bereits zum vierten Mal veranstaltet der Verband der Restauratoren den Europäischen Tag der Restaurierung in Deutschland. Unter dem Motto „Achtung! Kunst“ laden Restauratorinnen und Restauratoren am 10. Oktober 2021 dazu ein, ihre Ateliers und Baustellen zu besuchen. Zeitgleich ist es möglich ihre Arbeitswelt in Videos, Podcast, Blogs und den sozialen Medien mitzuerleben.
Pressemitteilung vom 30.09.2021 (PDF)

Pressemitteilung vom 01.09.2021 (PDF)
Staatsziel Kulturguterhaltung. Das geht nur mit gut ausgebildeten Restauratoren. Diese möchten Ihren Nachwuchs sichern, auch durch zeitgemäße Bezahlung. Foto: O. Tjaden, VDR.
Am 11. Oktober 2020 geben Restaurator*innen aus ganz Europa seltene Einblicke in ihre Arbeitswelt. Erstmals gibt es neben Besuchen vor Ort auch ein digitales Angebot.
Pressemitteilung vom 23.09.2020 (PDF)
Die Mitgliederversammlung des Verbandes der Restauratoren (VDR) hat in Köln ihr Präsidium neu gewählt. Präsident ist nun Sven Taubert, der an zahlreichen Großprojekten wie der Restaurierung und Wiederherstellung des weltbekannten Grünen Gewölbes im Dresdner Residenzschlosses mitwirkte. Der Dresdner Restaurator vertritt künftig die Restauratoren in Deutschland.
Pressemitteilung vom 28.11.2019 (PDF)
Abbildung: Sven Taubert ist neuer VDR-Präsident. Der Diplomrestaurator stammt aus einer Dresdener Restauratorenfamilie. (Foto: Gudrun von Schoenebeck, VDR)
