Fachtagung zur Mittelalterlichen Retabelkunst Nordostdeutschlands – Bericht zur Tagung 2025 und Ankündigung 2026
Die mittlerweile vierte Fachtagung zur Retabelkunst Nordostdeutschlands, speziell in der Grenzregion zwischen Mecklenburg und Prignitz, hatte wieder großen Zuspruch. Im Oktober 2025 kamen zahlreiche Restauratoren, Kunsthistoriker, Denkmalpfleger, Kunst- und Naturwissenschaftler zusammen, um sich zwei Tage lang intensiv zu den Fragen rund um spätmittelalterliche Altarretabel auszutauschen. Thematisch beschäftigten sich die Beiträge dieses Mal insbesondere mit dem Umgang mit Farbfassungen in den vergangenen Jahrzehnten.
Es war daher ein Blick zurück auf die Entwicklung der modernen Restaurierungsauffassung: von den obligatorischen „Auffrischungen“, d.h. grundsätzlichen Neu- und Überfassungen vor rund 100 Jahren bis hin zu den denkmalpflegerischen Entscheidungen, wie wir sie heute kennen. Die Erinnerung an Restauratoren, die diese Entwicklung prägten, wie Wolf Dieter Kunze, Johannes Voss, und andere, wurde lebendig.
Einblicke in die Praxis gab unter anderem Dipl.-Restauratorin Annette Seiffert, die über die Restaurierung des Altars in Gischow berichtete, welchen wir danach als Exkursionsziel noch ansteuerten (Foto). Außerdem wurden umfangreiche kunsttechnologische Untersuchungen in den vielfältigen Beiträgen von Hoch- und Fachhochschulabsolventen vorgestellt, sowie die aktuelle Forschungstätigkeit auf Spezialgebieten wie beispielsweise Dendrochronologie.
Obwohl der Tagungsort etwas abgelegen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schwer zu erreichen ist, waren die Teilnehmer vom Klostergartenhotel in Stepenitz und dem Evangelischen Klosterstift Marienfließ begeistert. Daher wird die nächste Fachtagung mit Exkursion auf vielfachen Wunsch wieder am gleichen Tagungsort stattfinden. Inhaltlich werden wir uns dann mit den Vor- und Frühformen der Retabel beschäftigen, sprich mit Holzskulpturen des 13. und frühen14. Jahrhunderts. Die wenigen in Nordostdeutschland erhaltenen Skulpturen aus dieser Zeit verdienen eine genauere Betrachtung. Wir wollen sie zu den im Nord- und Ostseeraum erhaltenen Kunstwerken in Beziehung setzen und freuen uns zu diesem Thema über interessante Gäste aus Dänemark, Schweden und Norwegen.
Save the date: 9./10. Oktober 2026 im Ev. Klosterstift Marienfließ. Die Anmeldung wird erst Anfang September möglich sein, weitere Informationen dazu folgen.
Dörte Busch, BLDAM
