Im Journal of Cultural Heritage ist ein lesenswerter Artikel von Mona Konietzny, Alina Klitzke und Ursula Haller erschienen. Dieser liefert eine umfassende, erstmals zusammenhängende Übersicht über BEVA 371, seine Entwicklung, Formulierungsänderungen, Materialeigenschaften und adhäsiven Eigenschaften – mit besonderem Fokus auf die Anwendung in der Gemälderestaurierung.
Der Artikel ist noch kurze Zeit, bis zum 4. März, im Open Access abrufbar:
Long-term proven? Characteristics of the popular conservation heat-seal adhesive BEVA 371 and its modifications: A review - ScienceDirect (Volume 77, January–February 2026, Pages 391-407)
BEVA 371 hat sich seit seiner Einführung stark verändert, weil mehrere ursprüngliche Rohstoffe nicht mehr verfügbar sind. Dadurch unterscheiden sich heutige Formulierungen deutlich vom historischen Original, insbesondere in Aktivierungstemperatur, Fließverhalten und Adhäsion. Während das ursprüngliche BEVA 371 bei etwa 60–65 °C zuverlässig funktionierte, benötigen spätere Varianten meist höhere Temperaturen und zeigen teils geringere Klebkraft. Alterungsprozesse wie Vergilbung und Versprödung hängen stark von den verwendeten Tackifiern (Harzen) ab. Insgesamt zeigt der Artikel, dass BEVA 371 kein statisches Produkt ist, sondern ein Klebstoff mit komplexer Entwicklungsgeschichte und praktischen Konsequenzen für die Restaurierungspraxis.
