Nachbericht zur 51. Vorstandssitzung des Verbands der Restaurator:innen //
Am Wochenende des 21. und 22. März kam der VDR‑Vorstand zu seiner 51. Sitzung im Historischen Archiv der Stadt Köln zusammen – erstmals unter Leitung der neu gewählten Präsidentin Nadine Thiel. Das Präsidium hatte sich entschieden, den üblichen Sitzungsablauf zugunsten stärkerer Partizipation umzugestalten.
Zum Einstieg erhielten die Vorstandsmitglieder eine anonyme Kurzbefragung zu ihren Motivationen für die Mitgliedschaft im VDR sowie ihr Engagement in Fach‑, Interessen‑ und Landesgruppen. Das Ergebnis war eindeutig: Wir alle sind der VDR – und jede:r kann im Verband etwas bewegen.
Nach einem bewusst kompakten Bericht von Präsidium und Geschäftsstelle – mit Genehmigung von Tagesordnung und Protokoll, Darstellung der soliden Haushaltslage sowie Diskussionen zu Entwicklungen in Berlin, zum drohenden Nachwuchsmangel und zu berufspolitischen Themen in Mecklenburg‑Vorpommern und Sachsen – stand vor allem ein Workshop mit fünf Thementischen im Mittelpunkt.
Rollenprofile & Kommunikation
Diskutiert wurden Vernetzungsmöglichkeiten, die Aktivierung von Mitgliedern sowie geeignete Kommunikationswege und Tools. Auch Online‑Wahlen kamen zur Sprache. Vieles läuft bereits gut, anderes bietet deutliches Optimierungspotenzial.
Nachwuchs & Hochschulen
Ein zentrales Thema war der Mangel an Praktikumsstellen. Einzelne Restaurierungsateliers vermögen es nicht Praktikanten aufzunehmen. Eine Lösung könnten geteilte Betreuungsmodelle zwischen mehreren Ateliers sein. Auch wäre die (Weiter-)Entwicklung eines Leitfadens für Vorpraktika ein guter Ansatz, um jungen Menschen Orientierung zu bieten. Hierzu hat sich bereits eine VDR‑Arbeitsgruppe zusammengefunden.
Die Willkommenspakete wurden positiv hervorgehoben, sollten aber inhaltlich weiterentwickelt werden; auch Absolvent:innen sollten künftig ein kleines Präsent erhalten. Hierfür braucht es die Mitarbeit Freiwilliger beim Vorbereiten und Verteilen.
Mehrere Stimmen betonten, dass die Mitgliedsbeiträge für Berufseinsteiger:innen nach dem Studium zu hoch seien. Viele treten aus und erst Jahre später wieder ein – ein Verlust an Finanzkraft und Engagement für den VDR. Vorgeschlagen wurde eine Beitragsreduktion für die ersten drei Jahre. Zudem wurde das Stimmrecht der RiA sowie eine Erweiterung des Berufsregisters um einen Filter für Praktikumsangebote angesprochen, um Bewerbungen ins Leere zu vermeiden.
Veranstaltungen
Gewünscht wurden neue Formate wie Workshops zur Erstversorgung oder zum Umgang mit Schadstoffen sowie Erweiterungen bestehender Angebote, etwa im Kommunikations‑ oder Vergabebereich. Als kurzes Vermittlungsformat wurde ein „Talk and Lunch“ vorgeschlagen. Die Mitgliederversammlung sollte künftig hybrid stattfinden können, meinten einige Vorstandsmitglieder; Aufzeichnungen von Tagungen sollten möglichst im Open Access bereitgestellt werden.
Berufspolitik
Im Fokus standen angemessene Bezahlung, Sichtbarkeit und Wertschätzung – und das nicht nur nach außen, sondern auch innerhalb bestehender Arbeitsstrukturen. Diskutiert wurde außerdem die Abgrenzung zum Handwerk sowie ein in Sachsen entstehender Leitfaden, der Zuständigkeiten an Kulturgut klar definieren will. Der Entwurf des Leitfadens soll bereits im Juni präsentiert werden und ist derzeit in Auszügen einseh- und kommentierbar.
Öffentlichkeitsarbeit
Zentral war die Frage, wie unterschiedliche Zielgruppen – insbesondere Nachwuchs – besser erreicht werden können. Genannt wurden der Ausbau der Schulaktion, neue Unterrichtsformate, eine U18‑Landingpage sowie Social‑Media‑Formate in Kooperation mit Influencer:innen. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass bereits viel Material existiert, das künftig sichtbarer und leichter zugänglich gemacht werden soll.
Fortsetzung folgt
Zum Abschluss der Sitzung betonte Nadine Thiel, dass nun eine Agenda mit kurz‑, mittel‑ und langfristig umsetzbaren Maßnahmen entwickelt werden soll – realistisch abgestimmt auf die verfügbaren Ressourcen.
Insgesamt gab es viel positives Feedback auf das neue Sitzungsformat. Alle durften am Ende Feedbackbögen ausfüllen und das Orgateam erhielt ausschließlich grüne Smileys und viel Lob.
Im Juni trifft sich der Vorstand erneut – dann wird der Diskurs digital fortgesetzt und sich auf einige zentrale Themen fokussieren.
Bericht: Patricia Brozio, VDR-Geschäftsstelle
