FHP unterstützt die Erhaltung des UNESCO-Weltkulturerbes Klosterkomplex Gelati in Georgien

Seit mehreren Jahren ist das naturwissenschaftliche Labor der Konservierung und Restaurierung unter der Leitung von Prof. Dr. Steffen Laue bei der Erhaltung der Klosteranlage Gelati in Georgien als Bestandteil eines internationalen und interdisziplinären Teams involviert. 
Mitarbeiter:innen des internationalen Teams unterhalb eines Gewölbes: Nuca Koberidze, Steffen Laue, Stephen Rickerby, Lisa Shekede, Mariam Sagaradze (v. l. n. R.), Foto: Mariam Todua
Mitarbeiter:innen des internationalen Teams unterhalb eines Gewölbes: Nuca Koberidze, Steffen Laue, Stephen Rickerby, Lisa Shekede, Mariam Sagaradze (v. l. n. R.), Foto: Mariam Todua

Seit mehreren Jahren ist das naturwissenschaftliche Labor der Konservierung und Restaurierung unter der Leitung von Prof. Dr. Steffen Laue bei der Erhaltung der Klosteranlage Gelati in Georgien als Bestandteil eines internationalen und interdisziplinären Teams involviert. 

Der Klosterkomplex Gelati ist UNESCO-Weltkulturerbe und eines der größten orthodoxen Klöster der Region und des Kaukasus. Die Anlage liegt nördlich von Kutaissi - der zweitgrößten Stadt Georgiens - und wurde 1106 von König David (1089–1125) gegründet. Die Hauptkirche wurde zwischen 1106 und 1130 errichtet. Weitere Klostergebäude wie eine Akademie, zwei weitere Kirchen und ein Glockenturm wurden im 13. Jh. und 14. Jh ergänzt. Alle Kirchen sind komplett ausgemalt, es existieren Wandmalereien aus dem 12. bis 17. Jahrhundert sowie ein Mosaik aus dem 12. Jahrhundert in der Apsis der Hauptkirche.

Die Hauptkirche leidet seit einigen Jahren an Undichtigkeiten im Dachbereich, was zum Wassereintrag mit teils dramatischen Schäden an den Wandmalereien geführt hat. Seit 2023 arbeitet ein internationales Team aus Restaurator:innen und Konservierungswissenschaftler:innen zusammen, um die vor sich gehenden Schadensprozesse zu erforschen und Erhaltungsmaßnahmen umzusetzen. Eines der größten Probleme sind Salzkristallisationen im Oberflächenbereich der Wandmalereien, die zum Absprengen von Malschichten bis hin zu Gesamtverlusten ganzer Bilder geführt haben.

Das FHP-Labor der KuR führt Analysen zu Salzen, Putzen, Pigmenten, Bindemitteln und modernen, zu weiteren Schäden führenden Reparaturmaterialien aus dem 20. Jh. durch. Parallel dazu wird an Ort und Stelle des Klosterkomplexes ein kleines naturwissenschaftliches Labor eingerichtet, so dass in Zukunft einfache Analysen vor Ort nach Anleitung von Prof. Dr. Laue von den georgischen Kolleginnen und Kollegen eigenständig durchgeführt werden können.

Alle sechs Monate treffen sich die Konservierungsexperten vor Ort zur Absprache des weiteren Vorgehens. Das Projekt hat eine Laufzeit bis mindestens 2030 und wird von der Kirche und Staat finanziert.

Die Bilder und die Youtube-Videos (https://gelatirehabilitation.ge/en/painting/view/48) geben einen anschaulichen Einblick zur aktuellen Schadenssituation und zu laufenden Arbeiten. Zusätzliche Infos finden sich hier: https://gelatirehabilitation.ge/en/

Text: Prof. Dr. Steffen Laue, Fachhochschule Potsdam, Studiengang Konservierung und Restaurierung