Besuch des Bauhaus-Ensembles Weimarer Rudolf-Breitscheidstr. 4 /
Ein Bericht von Wolfgang Schitke //
Am 23.09.2026 traf sich die Thüringer Landesgruppe des VDR in Weimar, in der Rudolf-Breitscheid-Str. 4 zur Besichtigung der ehemaligen Wohnung des Bauhausmeisters Adolf Meyer. Er war außerordentlicher Meister am Staatlichen Bauhaus und Leiter des Architekturbüros von Walter Gropius. Hier entwickelten Mitarbeiter des Bauhauses 1923 Ideen für künftige Objekte.
Es entstanden je zwei Wandmalereien von Oskar Schlemmer und Werner Gilles, die offenbar von Angehörigen der Werkstatt für Wandmalerei am Bauhaus ausgeführt wurden. Die Farbgestaltung erfolgte durch Hinnerk Sheper. So entstand hier auch ein Köpfe-Fries von Oskar Schlemmer, etwa als Entwurf für weitere Arbeiten in Gebäuden des Bauhauses. Die Wandgestaltung erfolgte unter dem Motto „Et in Arcadia Ego“ (Auch ich bin in Arkadien).
Etwa seit den 1930er Jahren galt diese Wandgestaltung als übermalt, also verschollen. Der Diplom-Restaurator Ludwig Volkmann war maßgeblich bei der Wiederentdeckung dieses Gesamtwerkes beteiligt. Durch ihn und Mitarbeiter seines Betriebes, des Atelier Coreon, erfolgten die Sicherung, Freilegung der Fragmente und nachfolgende Restaurierung der einzelnen Bilder.
In einem etwa einstündigen Vortrag führte er uns in seine erfolgte Arbeit ein, erläuterte anschaulich die Schwierigkeiten und die sparsame Befundlage. Vor Ort konnten wir uns anschließend von der Vielschichtigkeit der Arbeit ein Bild machen und die Ergebnisse besichtigen. Es ergaben sich interessante, fachliche Gespräche.
Der Kulturrat Thüringen bezog 2020 die Räume mit dem aufwendig restaurierten Zimmer in der ehemaligen Meyer-Wohnung. Zu bestimmten gesellschaftlichen Anlässen werden die restaurierten Bilder öffentlich gezeigt. Es gibt auch weitere Termine und die Ausmalungen des damaligen Bauhaus Weimar können nach Absprache besichtigt werden.
