Unsere Erwartungen an die Messe wurden voll erfüllt.
Der Stand war an allen sechs Tagen durchgehend gut besucht, und das Interesse der Einsatzkräfte war spürbar groß. Viele Feuerwehren erkundigten sich nach Abläufen, stellten konkrete Fragen zur Praxis und zeigten besondere Neugier auf den Abrollbehälter Kulturgutschutz. Auch das Einsatzhandbuch mit der neuen einsatztaktischen Regel fand viel Aufmerksamkeit – ein deutliches Zeichen dafür, wie wichtig klare, handhabbare Strukturen für den Ernstfall sind.
Bemerkenswert war die Offenheit vieler Einsatzkräfte: Einige Feuerwehrleute und Rettungskräfte meinten, dass sie Kulturgutschutz bisher nicht auf dem Schirm hatten. Andere berichteten, dass sie bereits Berührungspunkte zu Kultureinrichtungen haben – sei es, weil sie eine Ausbildung zum Bibliothekar hinter sich hatten oder ehrenamtlich Kircheninventarisierung betreiben. Die Gespräche entwickelten schnell eine bemerkenswerte Tiefe und viele gingen mit der Ankündigung, dass sie den Kulturgutschutz nun aktiv in ihre Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Ausbildungsstrukturen hineintragen wollen. Ein starkes Signal für die wachsende Relevanz des Themas und eine Bestätigung für uns, dass die Interschutz ein wichtiger Begegnungsort ist.
Auch Gäste aus Museen, Archiven und anderen Kulturinstitutionen – darunter viele aus dem Norden – informierten sich über die Zusammenarbeit mit der Gefahrenabwehr, Einsatztaktiken und -mittel sowie unsere Erfahrungen.
"Wenn Kulturgut in Gefahr ist: Wer trägt die Verantwortung?"
Der VDR war zudem im Bühnenprogramm vertreten und brachte das Thema Kulturgutschutz auch dort in die Breite. Unter anderem diskutierten die Präsident:innen von VDR, Blue Shield Deutschland und der vfdb in einer gut besuchten Podiumsrunde über Strukturen, Herausforderungen und Chancen der Zusammenarbeit zwischen Kulturerbe und Gefahrenabwehr.
Unser Anliegen bleibt klar: Es geht nicht darum, aus Feuerwehrleuten Restaurator:innen zu machen. Es geht darum, dass im Chaos eines Einsatzes grundlegende Entscheidungen richtig getroffen werden – mit dem Bewusstsein, dass Kulturgut Teil unserer kollektiven Identität ist. Die INTERSCHUTZ hat gezeigt, wie groß das Interesse an diesem Thema ist und wie wichtig es ist, Kulturgutschutz selbstverständlich in Ausbildung und Einsatzpraxis der Gefahrenabwehr zu verankern.
Dankeschön!
Ein herzliches Danke geht an die Messe Interschutz, die uns in ihre Reihen aufgenommen hat, an unsere vielen ehrenamtlichen Helfer:innen aus Norddeutschland, die täglich zur Messe gependelt und mit Geschäftsstelle und Präsidentin die Standbetreuung gemeistert haben sowie an den Notfallverbund der Bibliotheken und Archive der Stadt Köln und die Kollegen von der Berufsfeuerwehr Köln, die den Abrollcontainer Kulturgutschutz aus dem Rheinland nach Hannover gebracht haben. Danke auch unseren Standnachbarn für die Versorgung mit Kaffee, der uns durch die langen Messetage gebracht hat. Auch freuen wir uns sehr über die Berichterstattung in der Lokalzeitung – auch wenn wir nichts föhnen 😉 – Der Artikel hat noch einmal mehr Besucher:innen zu uns gebracht.
Fotos: Christiane Schillig, Henrike Steinweg, Nadine Thiel, Patricia Brozio
