So war es beim StuKo 2026 in Bern

Am Wochenende vor Pfingsten 2026 fand das 15. Studierendenkolloquium der Interessengruppe Restaurator:innen in Ausbildung (IG RiA) in Kooperation mit der IG des Schweizerischen Verbandes für Konservierung und Restaurierung (SKR) statt. […]

Am Wochenende vor Pfingsten 2026 fand das 15. Studierendenkolloquium der Interessengruppe Restaurator:innen in Ausbildung (IG RiA) in Kooperation mit der IG des Schweizerischen Verbandes für Konservierung und Restaurierung (SKR) statt. Bei strahlendem Schweizer Sonnenschein kamen wir zu zwei abwechslungsreichen und inspirierenden Tagen voller Austausch, Fachvorträgen und Diskussionen zusammen. Rund 70 Studierende der Konservierung und Restaurierung sowie Vorpraktikant:innen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich waren in der Hochschule der Künste in Bern (HKB) vor Ort.

Noch vor dem offiziellen Programm öffneten die Werkstätten der HKB Bern am Freitag ihre Türen für uns. Die von HKB-Studierenden selbst geleiteten Führungen boten uns spannende Einblicke in die verschiedenen Fachbereiche der Restaurierungsausbildung.

Das Herzstück des Kolloquiums bildeten elf Vorträge von engagierten Studierenden, die ein breites Spektrum an Fachgebieten und Themen präsentierten. Die Beiträge deckten vor allem Abschluss- und Semesterarbeiten ab und reichten von theoretischen Überlegungen zur präventiven Konservierung und zu unserem Umgang mit Restaurierungsmaßnahmen, über das Erproben neuer Methoden und Materialien bis hin zu spannenden Anwendungsfällen aus der Studienpraxis. Um den Einstieg in die Arbeit mit einem selbst entwickelten Reinigungsgel zu erleichtern, stellte eine Referentin aus eigener Initiative kleine Kitts mit Fertig-Mix-Rezept den Teilnehmer:innen zur Verfügung.

Ergänzt wurde das Programm durch einen Gastvortrag von Stefan Velte, der die Firma Hasenkamp vertreten hat. An den vorgestellten Beispielen zeigte sich, dass der langfristige Erhalt von Kulturgut nicht nur restauratorische, sondern auch logistische Fragestellungen umfasst. Die komplexen Herausforderungen, denen Restaurator:innen und Logistikunternehmen dabei begegnen, lassen sich am besten gemeinsam bewältigen.

Der Samstag wurde mit unserem Workshop unter dem Namen „Craft & Connect“ geschlossen, der regelrecht zum Selbstläufer wurde. Hier standen das ungezwungene Kennenlernen und das Vernetzen zwischen Studierenden verschiedener Hochschulen sowie verschiedener Fachbereiche im Mittelpunkt. Mit großer Begeisterung wurden Schere, Klebstoff und Pinsel in die Hand genommen, um das persönliche „Freundebuch“ zu individualisieren und dabei die eigenen Tischnachbarn kennenzulernen.

 

Es gab einen lebendigen Austausch, der weit über die ursprüngliche Zeit des Workshops hinausging. Nicht nur am Samstagabend, sondern auch noch am Sonntag wurden fleißig Hefte getauscht und neue Bekanntschaften gemacht. Aufgrund des großen Erfolgs wird überlegt, den Workshop im ähnlichen Format bei dem nächsten StuKo weiterzuführen. Für diejenigen, die ihr Buch nachträglich noch erweitern wollen, findet ihr hier den Download leerer Seiten (Version A und Version B).

Parallel wurde an einer Station noch Input der Teilnehmenden rund um das Thema „Nachwuchs gesucht! Zukunft der Restaurierung“ gesammelt. Dies geschah in Vorbereitung auf die Herbsttagung des DMB-Arbeitskreises Konservierung/Restaurierung, wo die gesammelten Ergebnisse durch Lisa Klossek vorgestellt werden. Am Abend sorgten eine Indie-Pop-Band und ein DJ für einen entspannten Ausklang des Tages.

Am Sonntagmittag fand das jährliche Treffen der IG RiA statt. Wir berichteten über die laufenden Projekte und aktuelle Hochschul-, Verbands- sowie berufspolitischen Entwicklungen. Auch die Wahl unserer neuen Sprecher:innen-Positionen wurde angekündigt, da Theresa Bund und Vasilisa Lysenko aus ihrem Amt zurücktreten. Zu unserer großen Freude meldeten sich einige engagierte Studierende, die mit viel Interesse und Engagement in ihre Amtszeit starten wollen. Die Wahlen werden am 07.07.2026 um 20:15 Uhr online stattfinden und an der Seite von Alexandra Böcker, der bisherigen Sprecherin, als Unterstützung werden die beiden neuen Kandidat:innen ihr Amt bald aufnehmen können.

Das Kolloquium war für uns ein rundum gelungenes Wochenende – geprägt von Offenheit, Neugier und dem gemeinsamen Wunsch, voneinander zu lernen und unsere Ausbildung aktiv mitzugestalten. Der Austausch auf Augenhöhe, die Vielfalt der Themen und die herzliche Atmosphäre haben uns einmal mehr gezeigt, wie wertvoll diese Plattform für uns Restaurator:innen in Ausbildung ist. Besonders schön war, dieses Jahr so viele der deutschsprachigen Schweizer mit bei uns zu sehen, wodurch auch der internationale Kontakt in der nächsten Generation an Restaurator:innen gestärkt wurde. Wir hoffen, sie nächstes Jahr wieder begrüßen zu dürfen.

Ein großer Dank allen Referent:innen, Teilnehmer:innen, Helfer:innen und Organisator:innen vor Ort, die dieses Kolloquium möglich gemacht haben. Ebenso möchten wir dem SKR und der HKB herzlich für die Bereitstellung ihrer Räumlichkeiten und ihre Unterstützung danken. Auch bedanken wir uns herzlich auch bei unseren Sponsor:innen für ihre Unterstützung und Beilagen: Da Vinci, Gerstaecker, Halbe Rahmen, Hasenkamp, Kremer Pigmente und Otterbein.

Abschließend möchte ich, Alexandra Böcker, mich nochmal ganz herzlich bei meinen beiden Co-Sprecherinnen bedanken, die mich im letzten Jahr mit Rat und Tat unterstützt haben. Es war mir eine große Freude, euch beide kennenzulernen und an eurer Seite die RiA begleiten zu können. Ich wünsche euch alles Gute für eure weitere Zukunft und freue mich, euch weiterhin bei den RiA-Events zu sehen!

Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Kolloquium – denn wie immer gilt: Nach dem Kolloquium ist vor dem Kolloquium!

 

Text von Alexandra Böcker mit Fotos von Carmen Hiltbrunner, Anita T., Signe Pfeiffer und Vasilisa Lysenko.