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Call for papers: Wandbilder

15. Februar

Das Forschungsprojekt „Wandbilder und künstlerische Architekturoberflächen zwischen 1952 und 1989 im Kontext der werktechnischen Ausbildung an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK Dresden). Entstehung – Überlieferung – Erhaltung“ an der HfBK Dresden beschäftigt sich seit 2019 mit baugebundenen Kunstwerken der Produktionsgenossenschaft (PG) Bildender Künstler „Kunst am Bau“, die ausgehend von Dresden arbeitete. Das Projekt widmet sich der kunsttechnologischen und restauratorischen Erfassung zur gezielten Erforschung von baugebundenen Kunstwerken dieser Zeit.

Für den 3./4. November 2022 plant das Projektteam eine Abschlusstagung mit dem Titel „Wandbilder Entstehung – Überlieferung – Erhaltung“ für die Fachbeiträge gesucht werden.

Call for papers

zur Abschlusstagung des Forschungsprojektes „Wandbilder und künstlerische Architekturoberflächen zwischen 1952 und 1989 im Kontext der werktechnischen Ausbildung an der Hochschule für Bildende Künste Dresden“: Wandbilder: Entstehung – Überlieferung – Erhaltung

Mit der staatlichen Förderung von Kunst am Bau und ihrer gesellschaftspolitischen sowie ideologischen Instrumentalisierung in der DDR entstanden zahlreiche Wandbilder und künstlerische Architekturoberflächen. In der 1958 gegründeten Produktionsgenossenschaft Bildender Künstler „Kunst am Bau“ wurden in 30 Jahren ca. 150 Kunstwerke unter den Bedingungen einer kollektiven Werkstattarbeit geschaffen. Ein Großteil der Künstler waren Absolvent:innen der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Bereits während ihrer Ausbildung wurden sie auf die staatlich gelenkte Berufsausübung hin orientiert und produzierten unter dem Zusammenschluss dieser Genossenschaft bis 1989 vorwiegend baubezogene Kunstwerke. Dieser historisch geschlossene Bestand bildete 2019 den Ausgangspunkt für das dreijährige Forschungsprojekt „Wandbilder und künstlerische Architekturoberflächen zwischen 1952 und 1989 im Kontext der werktechnischen Ausbildung an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Entstehung – Überlieferung – Erhaltung“.

Zur geplanten Abschlusstagung des Projektes sind Fachbeiträge zu folgenden Themenkomplexen willkommen:

1. Methodische Fragen zur Erfassungssystematik von Kunst und Architektur

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Kunst am Bau“ wurde eigens eine Systematik zur restauratorischen Erfassung des Bestandes an Kunstwerken der Produktionsgenossenschaft entwickelt. Neben der Unterstützung für eine künftige denkmalpflegerische Erfassung im Kontext von Inventarisationen und Werkverzeichnungen, bezieht sich diese auf methodische Ansätze aus der Restaurierungswissenschaft sowie der Kunst- und Sozialwissenschaft. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, wie komplex die Fragestellungen für die Erfassung von Werken der Kunst am Bau sind. Welche Perspektiven können für den zukünftigen Umgang mit diesem noch relativ jungen kulturellen Erbe aufgezeigt werden? Wie kann durch einen fachübergreifenden Wissensaustausch eine bessere Verzahnung der verschiedenen Fachdisziplinen, insbesondere der korrespondierenden Gebiete der Kunst- und Architekturgeschichte sowie Denkmalpflege, erreicht werden?

2. Werktechniken von Wandbildern nach 1945

Die Betrachtung der materiellen Beschaffenheit der Objekte hat zu verschiedenen Erkenntnissen geführt, die Auswirkungen auf die Bewertung des Gesamtbestandes besitzen. Die werktechnischen Ausführungen der Objekte offenbaren eine variantenreiche Vielfalt, für die in der etablierten Kunsttechnologie bislang teilweise noch eine genaue Definition oder Beschreibung fehlt. Die Analyse der Entstehungs- und Rezeptionsbedingungen der Wandbilder wurde bisher selten aus der Perspektive ihrer Urheber erforscht. So zeigt sich die baugebundene Kunst als ein ausdifferenziertes Arbeitsfeld mit starken Bezügen und Verflechtungen zur Bauwirtschaft. Werktechnische Erfindungen von Künstlern wurden bis zur Patentreife entwickelt und in der Praxis variierend getestet. Im Rahmen der Tagung sollen weitere Werktechniken und Entwicklungen außerhalb der Produktionsgenossenschaft vorgestellt und diskutiert werden.

3. Ausbildung und Professionalisierung in der Wandmalerei

Für die Bewältigung von monumentalen Wandgestaltungen war besonders kompositorisches und fachliches Spezialwissen notwendig. Die Professionalisierung der Ausbildung für Künstler an den Hoch- und Fachschulen der DDR war anfänglich mit den Ausbildungsinhalten der Vorkriegszeit über personelle Kontinuitäten oder Werkstatttraditionen verzahnt. Das Wirken von Vorgängerinstitutionen wie Kunstgewerbeschulen beeinflusste Lehr- und Ausbildungsprogramme wie auch Produktionsstandorte mit künstlerischer Ausbildung, beispielsweise Keramik- oder Porzellanwerkstätten. In diesem Schwerpunkt sollen die Ausbildungsstätten und ihre Auswirkungen auf die Gestaltungen der Bildwerke thematisiert werden. Ein Aspekt, der bisher noch wenig erforscht wurde.

4. Architektur und Kunst der ostdeutschen Nachkriegsmoderne im Fokus von Wertediskussionen

Der Wandel in der Architektur der DDR, von ihrer Gründung 1949 bis zu ihrem Ende 1989, vom staatlich verordneten Bauen im Stil der Nationalen Tradition über die Moderne und Postmoderne, hat die Wandbilder und künstlerische Architekturoberfläche in Thematik, Gattung, Komposition und Materialität unterschiedlich beeinflusst. Auch das Verhältnis von Architekt:innen und Künstler:innen veränderte sich. So gab es produktive Kooperationen aber ebenso ein Auseinanderdriften von Architektur- und Kunstkonzepten, auch wenn beides parallel geplant wurde. In der Entstehungszeit wurden diese Konzepte ästhetisch als gelungene oder als nicht gelungene Synthese von Kunst und Architektur gewertet. Wie bewerten wir heute das gerne als „Bekunstung“ im Sinne einer Reduzierung des Kunstwertes im Bildwerk bezeichnete Zusammenwirkung von Architektur und künstlerischer Gestaltung?

Wir bitten um Bewerbungen mit einem kurzen Exposé (max. 3.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) und Arbeitstitel sowie Angaben zu Ihrer Person (Name, Kontaktdaten, berufliche Stellung) bis spätestens 15. Februar 2022 per E- Mail an: huhn(at)hfbk-dresden.de

Termin der Tagung: 03./04.11.2022
Ort: Hochschule für bildende Künste Dresden

Die Tagung richtet sich an Restaurator:innen, Kunsthistoriker:innen, Architekturhistoriker:innen, Denkmalpfleger:innen und weitere Interessierte. Die Referate sollten eine 20 minütige Redezeit nicht überschreiten. Die Beiträge werden nicht honoriert, jedoch erhalten die Referent:innen eine Erstattung der Übernachtungs- und Fahrtkosten für eine Person. Es wird keine Tagungsgebühr erhoben. Die Veranstaltungssprache ist deutsch.

Veranstalter: Hochschule für Bildende Künste Dresden Forschungsprojekt „Kunst am Bau“

Projektleitung Antje Kirsch Güntzstraße 34
01307 Dresden

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: https://www.hfbk-dresden.de/wandbilder-und-kuenstlerische-architekturoberflaechen/

Das Projektteam „Kunst am Bau“

 

Details

Datum:
15. Februar
Veranstaltungskategorien:
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