200 Restauratoren gewährten seltene Einblicke in ihre Arbeit

Sehen, was man sonst nicht sieht. Darum ging es am Europäischen Tag der Restaurierung. 200 Restauratoren in Deutschland öffneten am 13. Oktober ihre Türen, um Interessierten ihre Arbeitswelt zu zeigen, die sonst im Verborgenen liegt. In den Ateliers der HAWK Hildesheim fanden sich zahlreiche Interessierte ein. Im Bild der Bereich Gemälderestaurierung. Foto: HAWK Der Veranstaltung […]

Sehen, was man sonst nicht sieht. Darum ging es am Europäischen Tag der Restaurierung. 200 Restauratoren in Deutschland öffneten am 13. Oktober ihre Türen, um Interessierten ihre Arbeitswelt zu zeigen, die sonst im Verborgenen liegt.

Wie vielfältig und umfassend die Arbeit der Restauratoren ist, darüber staunten 13.000 Menschen, die trotz des goldenen Herbstwetters den Weg in die Museen, Schlösser, Kirchen, Denkmalämter, Archive und privaten Ateliers fanden. Man mache sich als Museumsbesucher gar keine Vorstellung davon, wie viel Arbeit dahinter steckt, ein Objekt museumsgerecht zu präsentieren, berichtet ein Besucher am Rheinischen Landesmuseum Bonn. „Das ist unglaublich, und das wollte ich einmal sehen.“

Dass Restauratoren anders als früher keine Handwerker, sondern auch Wissenschaftler sind, die etwas von Kunstgeschichte, Physik, Chemie und Mikrobiologie verstehen müssen, erlebten die Besucher auf rund 250 Veranstaltungen in ganz Deutschland.
Bei einem Blick durch das Mikroskop betrachteten Jung und Alt Kulturgüter von ganz Nahem. Sie konnten sehen, hören und teils auch fühlen, welche Materialien und Werkzeuge zum Einsatz kommen – angefangen bei Spezialstaubsaugern und Gemäldespannern über Pinsel und Skalpell, Blattmetall, Farben und Lösemittel bis hin zu technischen Gerätschaften, mit denen zum Beispiel die Zusammensetzung von Metalllegierungen gemessen wird.

Dass Restaurierung so komplex ist, haben viele nicht geahnt, ebenso wenig, dass man das Fach mit vielen Spezialisierungen studieren kann. Entsprechend intensiv waren die Gespräche. Manche Gäste blieben lange, um möglichst viel Wissen mit nach Hause zu nehmen und sich beraten zu lassen.

„Das Publikum sieht sonst nur die Ergebnisse einer Restaurierung. Es ist aber spürbar auch daran interessiert, Ideen, Schätze, Werkzeuge zu sehen und auch erklärt zu bekommen“,  erklärt Jan Raue, Präsident des Bundesverbandes der Restauratoren. Dies zu veranschaulichen und für den Beruf zu begeistern, war daher auch das Ziel des Tages. Die beteiligten Restauratoren werten den Tag im Nachgang durchweg als Erfolg. Manche haben an diesem Tag sogar Nachwuchs gewonnen. Dieser ist enorm wichtig, damit unser kulturelles Erbe auch in Zukunft fachgerecht erhalten bleibt und ausgestellt werden kann.

 

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