Restauratorin Andrea Funck ist neue Professorin an der ABK Stuttgart

Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (ABK Stuttgart) besetzt zum 1. Mai 2019 im Studiengang Konservierung und Restaurierung von archäologischen, ethnologischen und kunsthandwerklichen Objekten eine Professur mit Dr. Andrea Funck neu. Sie folgt auf Prof. Dr. Gerhard Eggert, der an der Akademie von 1998 bis zu seinem Ruhestand im März 2019 lehrte. Prof. Dr. […]

Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (ABK Stuttgart) besetzt zum 1. Mai 2019 im Studiengang Konservierung und Restaurierung von archäologischen, ethnologischen und kunsthandwerklichen Objekten eine Professur mit Dr. Andrea Funck neu. Sie folgt auf Prof. Dr. Gerhard Eggert, der an der Akademie von 1998 bis zu seinem Ruhestand im März 2019 lehrte.

Prof. Dr. Andrea Funck. Foto: abk Stuttgart
Prof. Dr. Andrea Funck. Foto: abk Stuttgart

Andrea Funck, 1976 in München geboren, ist Restauratorin und Kulturmanagerin. Nach zwei Jahren studienvorbereitender Praktika in Werkstätten für Restaurierung (München, Bad Wiessee) sowie einer Ausbildung zur Holzbildhauerin an der Berufsfachschule für das Holzbildhauerhandwerk München studierte sie an der Technischen Hochschule Köln, Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft, Studienrichtung Restaurierung und Konservierung von Objekten aus Holz und modernen Materialien. Ihrem Diplomabschluss 2007 folgte die unmittelbare Anstellung als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Museum in München. Hierbei wirkte sie als kuratorische Vertretung in der Abteilung Chemie, im Sammlungsmanagement mit dem Schwerpunkt Präventive Konservierung sowie im Projektmanagement. Parallel absolvierte sie den berufsbegleitenden Masterstudiengang Kulturmanagement an der PH Ludwigsburg. 2010 wechselte sie als Leiterin der Restaurierungswerkstätten in das Landesmuseum Württemberg in Stuttgart.

2016 schloss Andrea Funck ihre berufsbegleitende Promotion (Dr. phil.) an der ABK Stuttgart, Fachbereich Kunstwissenschaften, mit dem Titel „Verborgene Wissenschaft? Restaurierung als Vermittlungsaufgabe an Museen“, ab. Im Oktober 2017 übernahm sie den Posten als Direktorin des Doerner Instituts der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München und leitete drei Abteilungen: Restaurierung, Naturwissenschaften und Museums- und Ausstellungstechnik mit rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Schwerpunkte in der Forschung setzt Andrea Funck im Bereich der Präventiven Konservierung, Auswirkungen von Klima, Licht und Schadstoffen auf Kunst und Kulturgut, Umgang mit Schädlingen sowie Transport-, Vitrinen- und Ausstellungstechnik zum Schutz von Exponaten, Notfall- und Evakuierungsplanung sowie Vermittlung von Restaurierungsthemen und Management. Seit 2011 ist sie in der Lehre tätig und betreut Studierende in Bachelor- und Masterabreiten an verschiedenen Hochschulen. Seit 2015 berät sie nebenberuflich andere Museen und Gestalterbüros. Sie ist Mitglied im Verband der Restauratoren e.V., ICOM und Deutschen Museumsbund e.V., bei dem sie seit 2015 Sprecherin des Arbeitskreises Konservierung/Restaurierung ist.

In der Lehre an der ABK Stuttgart geht es Andrea Funck vor allem um die Bearbeitung von konservierungswissenschatlichen Forschungsfragen, Ver-bindung von Theorie und Praxis, Auswirkung von Erschütterung und Klimaveränderung auf Materialien, Anwendung von 3D-Techniken, Bearbeitung organischer Materialien, Bildung von Querschnitten zu anderen Fachbereichen der Akademie, Vermittlungsthemen, Nachhaltigkeit in der Restaurierung und Anwendung von Social Media. Wichtig ist ihr darüber hinaus das Diskutieren und Bearbeiten von Spannungsfeldern, beispielsweise Inhalte im Studium versus anschließende Arbeitsfelder, Handwerk versus Wissenschaft, Selbstbild des Restaurators/der Restauratorin versus Fremdbild, Bezahlung im öffentlichen Dienst, Restauratoren/Restauratorinnen in Führungspositionen sowie Kommunikationsfähigkeit.

Quelle: Pressemitteilung der abk Stuttgart vom 29.04.2019

 

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