Das kulturelle Erbe in der Krise – VDR beteiligte sich an Expertenkonferenz

Kurzbericht zu der Konferenz „Das kulturelle Erbe in der Krise – Prävention, Schutz und Post-Desaster-Rehabilitation“  am 8. und 9.10.2018 im Auswärtigen Amt in Berlin   Am 8. und 9. Oktober 2018 luden das 2016 gegründete Archaeological Heritage Network (ArcHerNet)  und das Auswärtige Amt zur Konferenz „Das kulturelle Erbe in der Krise. Prävention, Schutz und Post-Desaster-Rehabilitation“ […]

Kurzbericht zu der Konferenz „Das kulturelle Erbe in der Krise – Prävention, Schutz und Post-Desaster-Rehabilitation“  am 8. und 9.10.2018 im Auswärtigen Amt in Berlin

 

Am 8. und 9. Oktober 2018 luden das 2016 gegründete Archaeological Heritage Network (ArcHerNet)  und das Auswärtige Amt zur Konferenz „Das kulturelle Erbe in der Krise. Prävention, Schutz und Post-Desaster-Rehabilitation“ nach Berlin Mitte ein.

Der volle Konferenzssal belegte das große inernationale Interesse am Thema Kulturgüterschutz in Krisengebieten. Foto: Tatjana Held.
Der volle Konferenzssal belegte das große inernationale Interesse am Thema Kulturgüterschutz in Krisengebieten. Foto: Tatjana Held.
Außenminister Heiko Maas bei der Eröffnungsrede der Tagung. Foto: Tatjana Held.
Außenminister Heiko Maas bei der Eröffnungsrede der Tagung. Foto: Tatjana Held.

ArcHerNet bündelt deutsche Kompetenzen im Bereich des Kulturerhalts und Kulturgüterschutzes im Ausland und wird vom Deutschen Archäologischen Institut koordiniert.

In Ergänzung zu dem 2016 ebenfalls im Auswärtigen Amt veranstalteten internationalen Expertentreffen zum Schutz und Erhalt des Kulturerbes in Syrien, sollte der Schwerpunkt dieses Mal nicht auf die akuten Themen Raub und illegaler Handel von Kulturgut gelegt werden, sondern vielmehr Handlungsansätze zum konkreten Schutz kulturellen Erbes, das durch verschiedene Bedrohungsszenarien gefährdet ist, vorgestellt werden.

Die drei Schlüsselbegriffe waren dabei Prävention, Schutz und Post-Desaster-Rehabilitation, zu denen unterschiedliche Projekte und Studienprogramme in verschiedensten Ländern, auch in Zusammenarbeit mit deutschen Institutionen, vorgestellt wurden. Mit Fokus auf diese Themen boten die Veranstalter am zweiten Tag entsprechende Workshops an, mit dem Ziel weitere Konzepte auszuarbeiten, die dem Schutz von durch unterschiedliche Bedrohungen gefährdeten Kulturerbes dienen. Diese Bedrohungsszenarien beinhalteten neben der Zerstörung durch Krieg und Terrorismus auch solche, die durch Zerstörungen durch Naturkatastrophen und Klimawandel sowie durch expandierende Städte und infrastrukturelle Transformationen hervorgerufen werden.

Die Konferenz führte internationale Experten unterschiedlicher Disziplinen, die sich als „internationale Lerngemeinschaft“ verstehen sollten, zusammen und mündete in die Eröffnung der Ausstellung „Kulturwelten“ im Lichthof des Auswärtigen Amtes.

Antonia Hoffmann
Diplom-Restauratorin (FH)

Der Messestand des VDR im Tagungsfoyer. Hier gab es viele gute Gespräche. Foto: Paul Grasse.
Der Messestand des VDR im Tagungsfoyer. Hier gab es viele gute Gespräche. Foto: Paul Grasse.
DAI-Präsidentin Prof. Dr. Friederike Flessam im Gespräch mit Paul Grasse, Tatjana Held und Katharina Kunz am Stand des Verbandes der Restauratoren. Foto: Alexander Gatzsche.
DAI-Präsidentin Prof. Dr. Friederike Flessam im Gespräch mit Paul Grasse, Tatjana Held und Katharina Kunz am Stand des Verbandes der Restauratoren. Foto: Alexander Gatzsche.

Der VDR auf der begleitenden Kulturerbemesse

Der VDR war als einziger Berufsverband auf die begleitende Kulturberbemesse eingeladen worden. Die Messe war geprägt von verschiedenen Restaurierungs-Ateliers (z.B. WERKart aus Wittstock und culturARTis aus Grimma) und modernen Grabungstechnikern sowie transregionalen Kooperationsprojekten unter dem Dach des Auswärtigen Amtes (z.B. YEHA zu Äthiopien, IGEF zum Irak und dem Syrian Heritage Archive Project) und den Studiengängen Archäologe, Konservierung und Restaurierung und Grabungstechnik an der HTW.

Der Stand des VDR war gut besucht, allerdings konnten wir dem Interesse nur teilweise gerecht werden, weil wir kein fremdsprachiges Informationsmaterial zur Verfügung hatten. Bemerkenswert war der Netzwerkcharakter der Konferenz, die ungefähr zur Hälfte von Menschen mit arabischem Hintergrund besucht wurde – die gedolmetschten Sprachen waren dann auch Englisch, Deutsch und Arabisch. Ein sehr positives Signal war der Besuch der Präsidentin des DAI Prof. Dr. Friederike Fless an unserem Stand, die äußerst interessiert daran ist, die Restauratoren in den Aufbau einer geplanten Task Force zur Rettung von Kulturerbe in Not einzubinden. Ein Wunsch, dem wir gerne nachkommen möchten.

Paul Grasse
berufspolitischer Referent des VDR