Wahlen zum Europaparlament 2019: Wahlprüfsteine der Parteien

Die Wahlen zum Europäischen Parlament finden in Deutschland am 26. Mai 2019 statt. Der Verband der Restauratoren hat den Parteien sieben Fragen gestellt, die sich sehr konkret mit Kultur und Denkmalpflege, dem Berufstitelschutz und der sozialen Absicherung für den Restaurator befassen. Was haben die Parteien geantwortet? Machen Sie sich selbst ein Bild vor der Wahl. […]

Die Wahlen zum Europäischen Parlament finden in Deutschland am 26. Mai 2019 statt. Der Verband der Restauratoren hat den Parteien sieben Fragen gestellt, die sich sehr konkret mit Kultur und Denkmalpflege, dem Berufstitelschutz und der sozialen Absicherung für den Restaurator befassen. Was haben die Parteien geantwortet? Machen Sie sich selbst ein Bild vor der Wahl.

1920px-Europarl_logo.svg

Das Fehlen des geschützten Berufstitels für Restauratoren in Deutschland führt zu einem enormen Konkurrenzdruck auch durch wenig oder nicht qualifizierte selbst erklärte „Restauratoren“ außerhalb der Gruppen der wissenschaftlichen Restauratoren oder auch der Restauratoren im Handwerk. Darüber hinaus führt diese Leerstelle zu einer grundlegenden Gefährdung von Kulturgütern und Denkmalen durch unsachgemäße Behandlung. Werden Sie sich für den Schutz des Berufstitels „Restaurator“ auf europäischer Ebene einsetzen, den es in manchen europäischen Ländern bereits gibt?

 

Der Restauratorenberuf in Deutschland ist zu einem wachsenden Anteil weiblich geprägt. Frauen stellen heute mehr als 85 % der Studienanfänger. Die große Mehrheit arbeitet anschließend als Solo-Selbständige. Wie werden Sie sich dafür einsetzen, dass gerade die von Prekarisierung bedrohten „Solo-Selbstständigen“ besonders geschützt und gefördert werden?

Werden Sie/wird Ihre Partei sich dafür einsetzen, dass der am Gemeinwohl orientierte Freie Beruf auch auf europäischer Ebene anerkannt und reguliert wird? In welcher Weise?

Die Brandkatastrophe von Notre Dame hat zu einer großen Nachfrage der Leistungen von Restauratoren geführt, die Frankreich nicht alleine bewältigen kann. Das grenzüberschreitende Arbeiten wird jedoch für Restauratoren durch das Fehlen einer europaweiten Anerkennung und Regulierung erschwert. Werden Sie/wird Ihre Partei sich dafür einsetzen, dass der freiberufliche Restaurator auf europäischer Ebene reguliert wird und damit auch eine Qualitätssicherung nach einheitlichen Standards wie in der Europäischen Kulturerbestrategie[1] formuliert im Interesse der Allgemeinheit möglich wird? In welcher Weise werden Sie sich dafür einsetzen, dass diese Kriterien verbindlich eingehalten werden?

[1] Vgl. z.B.: https://rm.coe.int/strategy-21-conservation-restoration-of-cultural-heritage-in-less-than/16807bfbba

Der Europäische Berufsausweis ist ein wirksames Mittel, um Europäern mit vergleichbarer Ausbildung den Zugang zum Arbeitsmarkt auch in anderen Ländern als dem Heimatland zu ermöglichen. In seiner jetzigen Form ist der Berufsausweis jedoch eher ein Scheinriese und kann für ganze fünf Berufsgruppen beantragt werden, z.B. für den Pflegebereich oder für Bergführer oder Immobilienmakler. Wird sich Ihre Partei/werden Sie sich dafür einsetzen, dass der europäische Berufsausweis auch für andere Berufsgruppen eingeführt wird und dazu ggf. auch die Regularien zu dessen Etablierung geändert werden?

Werden Sie und Ihre Partei sich dafür stark machen, dass der Beruf des Restaurators auch in Deutschland angemessene Anerkennung findet und eine Regulierung für den Zugang zum Beruf etabliert wird – z.B. durch einen Berufstitelschutz? In welcher Weise?

Im Rahmen der Bologna-Reform sind alle FH-Abschlüsse – auch alle Diplome – pauschal dem EQR-6 zugeordnet worden. Das hat auch zur Folge, dass diese „alten“ FH-Abschlüsse unterschiedslos auch in Deutschland dem DQR-6 statt dem DQR-7 zugeordnet werden. Die Folgen sind Ausschließung von Ausschreibungen aber auch Auswirkungen auf das Einkommen. Die relativ neue Fachrichtung des Diplom-Restaurators ist eine hochqualifizierte Spezialisierung, die vor allem wegen ihrer Nähe zu MINT-Fächern und der nötigen Ausstattung Fachhochschulen zugeordnet wurde. Die Einordnung in den EQR/DQR-6 wird dem nicht gerecht. Werden Sie/wird Ihre Partei sich dafür einsetzen, dass die Frage der unterschiedslosen und pauschalen Einordnung wieder auf die Tagesordnung kommt?

Hier finden Sie alle Fragen und Antworten zusammengefasst in einem PDF-Dokument und als Synopse.

Wahlprüfsteine Europawahl 2019 (PDF)

Synopse zu den Wahlprüfsteinen der Europawahl 2019 (PDF)