Forschungsprojekt zu romanischer Wandmalerei

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Bildwelten – Weltbilder“ haben die Denkmalpfleger des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) romanische Wandmalereien in 13 Kirchen vom Gerüst aus erfasst, kartiert und untersucht. Ein Buch, ein Film, ein Internetauftritt und eine Wanderausstellung stellen nun die Ergebnisse des Projektes vor. (Foto: Taufe Christi durch Johannes den Täufer auf der südlichen Fensterlaibung der Chorapsis […]

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Bildwelten – Weltbilder“ haben die Denkmalpfleger des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) romanische Wandmalereien in 13 Kirchen vom Gerüst aus erfasst, kartiert und untersucht. Ein Buch, ein Film, ein Internetauftritt und eine Wanderausstellung stellen nun die Ergebnisse des Projektes vor. (Foto: Taufe Christi durch Johannes den Täufer auf der südlichen Fensterlaibung der Chorapsis in der katholischen Kirche St. Cyriakus in Schmallenberg-Berghausen; Foto: LWL/Dülberg)

Wandmalereien gehören zum ältesten Kulturgut, wie bereits rund 33.000 Jahre alte Höhlenmalereien beweisen. Im europäischen Mittelalter erlebte diese Technik seit karolingischer Zeit einen neuen Aufschwung. Die Malereien wurden direkt mit den Wänden verbunden und somit zu einem Teil der Architektur. Die Farben bestimmen neben den architektonischen Formen das innere Erscheinungsbild einer Kirche. Dabei werden einzelne Elemente wie Pfeiler, Kapitelle und Bögen durch Farbe besonders betont, verziert und hervorgehoben. Die Modellierung der Körper wie die der Gewänder ist in allen Fällen sehr variantenreich.

Im Mittelalter herrschte in Europa ein anderes Weltbild, als wir es heute kennen: Das Leben auf Erden wurde nur als Zwischenstation betrachtet. Es galt, möglichst christlich und fromm zu leben, um das ewige Leben nach dem Tod zu erwerben. Diesen Gedanken war nicht nur alles Handeln unterstellt, sondern sie spiegeln sich bis heute im christlichen Themenrepertoire der Kunst jener Zeit.

Was haben die Menschen damals geglaubt und wie führten sie ihr Leben? Wie haben die Wandmaler gearbeitet und auf welche Vorlagen haben sie zurückgegriffen? Welche Geschichte haben die Wandmalereien in den folgenden fast 800 Jahren erlebt? Diese Fragen waren Anlass zu dem mehrjährigen Forschungsprojekt, das 13 westfälische Kirchen umfasste. Diese Kirchen befinden sich in Bad Sassendorf-Lohne , Bad Sassendorf-Weslarn (beide Kreis Soest), Balve (Märkischer Kreis), Bochum-Stiepel, Dortmund-Brechten, Dortmund-Wellinghofen, Lippstadt (Kreis Soest), Lügde (Kreis Lippe), Paderborn-Neuenbeken, Schmallenberg-Berghausen, Schmallenberg-Wormbach (Hochsauerlandkreis), Soest, und Soest-Ostönnen. Die Kirchen sind bis auf die Nikolaikapelle in Soest Pfarrkirchen.

Die Wanderausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem LWL-Museumsamt entstanden und seit April 2017 an verschiedenen Orten in Westfalen zu sehen. Sie trägt den Titel „Bildwelten – Weltbilder. Romanische Wandmalerei Westfalens in neuem Licht“. Es werden Texte, Pläne, Fotos und Exponate zur romanischen Wandmalerei in Westfalen präsentiert. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes „Bildwelten – Weltbilder“ fließen in verständlicher und visuell ansprechend aufbereiteter Form in die Ausstellung ein. Zahlreiche hochauflösende Fotos ermöglichen spannende neue Detailansichten der Malereien, die vor Ort aufgrund ihrer Monumentalität und der räumlichen Gegebenheiten dem Betrachter oft weit entrückt sind.

Die Ausstellung gliedert sich in acht Themenbereiche: Vorstellung der untersuchten Kirchen – Die Geschichte – Die Technik und die Farben – Die Themen und Motive – Der Stil – Die Quellen und Inschriften – Wandmalerei im Kontext – Die Restaurierungsgeschichte.